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Vom U-Spieler zur Meisterschaft: Lennart Karl erlebte ein denkwürdiges Jahr
Vom U-Spieler zur Meisterschaft: Lennart Karl erlebte ein denkwürdiges Jahr - © IMAGO/STUDIO FOTOGRAFICO BUZZI SRL
Vom U-Spieler zur Meisterschaft: Lennart Karl erlebte ein denkwürdiges Jahr - © IMAGO/STUDIO FOTOGRAFICO BUZZI SRL
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Vom Jugendspieler zur WM-Hoffnung: Das Wahnsinnsjahr des Lennart Karl

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Zwischen ersten großen Erfolgen und stetig wachsender öffentlicher Aufmerksamkeit: Im Interview mit dem FC Bayern-Mitgliedermagazin "51" blickt Lennart Karl auf ein außergewöhnliches Jahr zurück, das bei der bevorstehenden Weltmeisterschaft seinen Höhepunkt finden könnte.

8. Juni 2025. Borussia Mönchengladbach empfing den FC Bayern München im Halbfinale der U17-Nachwuchsliga des DFB. Mit auf dem Platz: Lennart Karl. Ein Spieler, der vielleicht auch aufgrund seiner 1,68 Meter Körpergröße unscheinbar wirkte – seiner Rückennummer 10 mit mutiger Spielweise, enger Ballführung und starken Tempodribblings jedoch durchaus gerecht wurde.

Der Bayern-Nachwuchs verlor das Spiel zwar mit 1:3 gegen den späteren Deutschen Meister der B-Junioren. Rückblickend dürfte diese Partie für den damals 17-jährigen und eigentlich zu der Zeit in der U-19-Mannschaft spielenden Karl dennoch ziemlich besonders sein. Denn ziemlich genau ein Jahr später ist er Double-Sieger mit den Bayern, Teil des WM-Kaders der Nationalmannschaft und ein gewisser Bastian Schweinsteiger verliert diese Worte über ihn: "Den musst du einfach spielen lassen."

Lennart Karl im Halbfinale der U17-Nachwuchsliga des DFB - IMAGO/Kirchner-Media/Thomas Haesler

"Da hatte ich Gänsehaut"

Im Interview mit dem FC Bayern-Mitgliedermagazin "51" ließ Karl die vergangene Saison Revue passieren und deutete an, dass er vieles davon selbst noch nicht ganz realisieren kann. "Vor allem die erste Meisterschaft zu gewinnen und dann auf dem Balkon zu stehen – da hatte ich Gänsehaut. Das war ein sehr besonderer Moment für mich", beschrieb der Offensivmann sein Gefühl bei seinem ersten Titelgewinn und fügte hinzu: "Es macht einfach riesigen Spaß, Teil dieser Mannschaft zu sein."

Dass Karl kein unbedeutender Teil dieses von Superstars gespickten Bayern-Puzzles ist, zeigte der Dribbelkünstler bereits bei seinen ersten Einsätzen. So wurde er bei der Klubweltmeisterschaft im vergangenen Sommer direkt ins kalte Wasser geworfen und lieferte bei seinem Profidebüt gegen Auckland City eine überzeugende Leistung ab. "Nervös war ich nicht. Der Gegner war nicht das schwerste Los, aber genau das hat mir den Raum gegeben, mich zu zeigen", ordnete Karl retrospektiv ein.

So jung und so stark!

Der Moment, in dem der Knoten platzte

Es folgten weitere aufsehenerregende erste Auftritte, unter anderem im ersten Bundesliga-Saisonspiel gegen RB Leipzig, im Erstrundenduell des DFB-Pokals mit Wehen Wiesbaden und am 4. Spieltag bei der TSG Hoffenheim, als ihm seine erste Torvorlage gelang.

Der berühmt-berüchtigte Knoten platzte aber ausgerechnet woanders: in der Champions League gegen Club Brügge. Dort ergänzte er seine bereits bekannten Qualitäten – mutige Spielweise, enge Ballführung und starke Tempodribblings – um einen kraftvollen und präzisen Abschluss.

Das zu verarbeiten, was in diesem Moment geschah, gelang Karl erst mit Verzögerung: "Kurz vorm Einschlafen ist mir dann alles durch den Kopf gegangen, was gerade passiert war. Es hat schon zwei Stunden gedauert, bis ich schlafen konnte."

Lennart Karl erzielt sein erstes Champions-League-Tor – und schaut seinem Kunstschuss nicht einmal hinterher - IMAGO/Michael Weber IMAGEPOWER

"Langsam ist da schon ein gewisser Druck entstanden"

Spätestens an dieser Stelle war Karls spielprägende Unbekümmertheit in aller Munde – eine Eigenschaft, die erst vor Kurzem wieder im vorletzten WM-Test des DFB gegen Finnland ausgiebig gefeiert wurde. Noch immer gelingt es dem 18-Jährigen, dieses Merkmal auf den Platz zu bringen, trotz des stetig wachsenden Drucks.

"Als die ersten Tore kamen, die ersten Vorlagen, wurde die Öffentlichkeit präsenter – das spürt man einfach. Und zu Beginn der Rückrunde hatte ich eine Phase, in der ich acht Spiele kein Tor gemacht habe. Da habe ich gemerkt, wie genau man beobachtet wird, dass jede Aktion plötzlich mehr Gewicht hat. Langsam ist da schon ein gewisser Druck entstanden", erklärt der Teenager, der mit diesem Druck jedoch gut umgehen könne.

Pflegen ein gutes Verhältnis: Lennart Karl und Bundestrainer Julian Nagelsmann - IMAGO/Anke Waelischmiller

Vom Talent zum Unterschiedsspieler

Mit Druck umgehen zu können, ist eine Eigenschaft, die sich nicht einfach erlernen lässt – jedenfalls nicht so leicht wie vieles andere, das er in diesem außergewöhnlichen Jahr gelernt hat: "Mein Spiel ist auf jeden Fall ausgereifter geworden, auch erwachsener. Vor allem defensiv habe ich mich verbessert. In der Jugend bin ich nicht gerne nach hinten gelaufen."

Als Schlüssel zu dieser Leistungssteigerung nennt Karl jedoch seine Zeit in der U 16, in der er realisierte, "dass es nicht allein reicht, wenn man mit einem gewissen Talent ausgestattet ist. Es ist die Basis, wenn man es hat, aber die Einstellung ist am Ende wichtiger." Karl arbeitete konsequent an sich, trainierte mehrfach pro Woche zusätzlich, übte Abschlüsse, feilte an seiner Schnelligkeit. "Und irgendwann kamen dann auch wieder die Leistungen."

Dieses entstandene Mindset, gepaart mit seinem gottgegebenen Talent, weckt Hoffnungen auf einen Lennart Karl, der die Weltmeisterschaft in Kanada, Mexiko und den USA zu etwas ganz Besonderem machen könnte.

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