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Lukas Podolski hatte viele legendäre Zitate - © IMAGO / Thomas Zimmermann
Lukas Podolski hatte viele legendäre Zitate - © IMAGO / Thomas Zimmermann
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Die besten Fußball-Zitate der letzten Jahrzehnte

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Ob auf oder neben dem Platz, der Fußball hat viele legendäre Zitate hervorgebracht. Und einige davon sind so einprägsam, dass sie noch in Erinnerung bleiben, wenn die Spiele, rund um die sie entstanden sind, schon längst in Vergessenheit geraten sind.

Dass gerade in Interviews, die direkt nach Abpfiff am Fußballplatz geführt werden, wenn Spieler und Trainer erschöpft und zugleich noch voll Adrenalin sind, nicht immer die intelligentesten Dinge gesagt werden, versteht sich eigentlich von selbst. Für den Fußballfan können die Interviews aber gerade deshalb besonders amüsant werden.

Seit den 90er- und 2000er-Jahren, in denen der Fußball durch private Fernsehsender immer mehr Einzug in deutsche Wohnzimmer hielt, erhöhte sich die Zahl der live übertragenen Spiele deutlich. Und rund um die Matches wurden mehr und mehr O-Töne von den Spielern eingeholt. Da Fußballspieler zur damaligen Zeit noch nicht so ausführlich im Umgang mit Medien geschult waren, stammen aus dieser Zeit besonders viele legendäre Zitate von Fußballern. Aber auch in den Jahrzehnten zuvor haben sich bereits zahlreiche lustige Sprüche angesammelt. Hier bekommst du einen Überblick über die witzigsten und geistreichsten Fußball-Zitate aller Zeiten.

"Mailand oder Madrid, Hauptsache Italien!": die lustigsten Fußball-Zitate

Nicht jeder große Fußballer ist auch ein großer Redner. Trotzdem oder gerade deswegen sind Fußballer-Zitate oft unglaublich witzig. Besonders, wenn sich die Spieler in Rage reden und dabei die ein oder andere Redewendung gehörig durcheinanderbringen und so ganz neue Stilblüten entstehen. Hier eine kleine Auswahl:

  • "Man darf jetzt nicht alles so schlechtreden, wie es war." (Fredi Bobic)
  • "Ob Felix Magath die Titanic gerettet hätte, weiß ich nicht. Aber die Überlebenden wären topfit gewesen." (Jan-Aage Fjörtoft über Trainer Felix Magath, dessen Spitzname "Quälix" ist)
  • "Das wird alles hochkristallisiert." (Rene Adler)
  • "Wir dürfen jetzt nur nicht den Sand in den Kopf stecken." (Lothar Matthäus)
  • "Mal ist man der Hund, mal ist man der Baum." (Mario Götze zur Kritik an der Nationalmannschaft bei der EM 2016)
  • "Ich bin körperlich und physisch topfit." (Thomas Häßler)
  • "Ein Denkmal will ich nicht sein, darauf scheißen ja nur die Tauben." (Toni Polster)
  • "Es ist nichts scheißer als Platz zwei." (Erik Meijer)
  • "Zuerst hatten wir kein Glück, und dann kam auch noch Pech dazu." (Jürgen Wegmann)
  • "Die schönsten Tore sind diejenigen, bei denen der Ball schön flach oben rein geht." (Mehmet Scholl)
  • "Den hab ich doch nur ganz leicht retuschiert …" (Olaf Thon)

Zwei Fußballstars, die während ihrer Karriere sprachlich besonders hervorgestochen sind, sollen im Folgenden ein wenig ausführlicher betrachtet werden:

Fußball-Zitate von Andreas Möller

Andreas Möller hat vermutlich den mehr oder minder ehrenwerten Titel des meistzitierten Fußballers inne. Mit "Mailand oder Madrid, Hauptsache Italien!" hat er sich auf ewig im Kanon der legendärsten Fußball-Zitate verewigt. Angeblich sagte der ehemalige Nationalspieler diesen Satz, bevor er 1992 nach Italien wechselte. Am Ende wurde es dann aber nicht der AC Mailand oder Rivale Inter Mailand, sondern Juventus Turin. Für einen spanischen Verein lief Möller in seiner kompletten Karriere nie auf.

2013 hat Möller dementiert, diesen Satz je gesagt zu haben. Auch in den Tiefen des Internets ist das Original nicht mehr auffindbar – sei’s drum: Platz 1 der berühmtesten Fußballer-Zitate hält Möller trotzdem. Und auch weitere vielzitierte Sprüche gehen auf Möller zurück. Zum Beispiel:

  • "Ich hatte vom Feeling her ein gutes Gefühl."
  • "Speziell in der zweiten Halbzeit haben wir einen guten Tag erwischt."
  • "Mein Problem ist, dass ich immer sehr selbstkritisch bin, auch mir selbst gegenüber."
  • "Ich habe mit Erich Ribbeck telefoniert, und er hat zur mir gesagt, ich stehe für die Maltareise nicht zur Verfügung."
  • "Einige haben von einem recht guten Spiel gesprochen. Da frage ich mich, ob ich zum Augen- oder zum Ohrenarzt muss."

Fußball-Zitate von Lukas Podolski

Lukas Podolski, der Prinz von Köln, ist auch so etwas wie der Kronprinz, wenn es um Fußballer-Zitate geht. Die rheinische Frohnatur hat im Laufe seiner Karriere viele Sprüche in Mikrofone gesagt, die auch bei Nicht-Fußballfans bekannt sind. Für einen seiner Sprüche erhielt er sogar eine Auszeichnung. Hier die Highlights:

  • "Jetzt müssen wir die Köpfe hochkrempeln. Und die Ärmel natürlich auch."
  • "So ist Fußball. Manchmal gewinnt der Bessere!" (Ausgezeichnet zum Fußballspruch des Jahres 2006)
  • "Es ist bitter, wenn jeder Ball, der reingeht, ein Tor ist."
  • "Die Liebe zum Fußball ist wie zu Familie und Frau. Die ist immer da."
  • "Fußball ist einfach: Rein das Ding – und ab nach Hause."

Fußball-Zitate von Trainern

Wenn es um legendäre Fußball-Zitate von Trainern geht, kommt man um Sepp Herberger nicht herum. Er hat nicht nur die deutsche Nationalmannschaft zum sensationellen WM-Triumph 1954 geführt, sondern auch zahlreiche Zitate geliefert, die den Fußball bis heute prägen. So unter anderem:

  • "Elf Freunde müsst ihr sein."
  • "Der Ball ist rund und das Spiel dauert 90 Minuten."
  • "Nach dem Spiel ist vor dem Spiel."
  • "Fußball ist deshalb spannend, weil niemand weiß, wie das Spiel ausgeht."
  • "Das Runde muss in das Eckige."
  • "Das nächste Spiel ist immer das schwerste."
  • "Der schnellste Spieler ist der Ball."

Weitere bekannte Fußball-Zitate von Trainern sind:

  • "Fußball ist Ding, Dang, Dong. Es gibt nicht nur Ding." (Giovanni Trapattoni, der auch für seine legendäre Pressekonferenz nach einer Niederlage des FC Bayern gegen Schalke bekannt ist)
  • "Ich wechsle nur aus, wenn sich einer ein Bein bricht." (Werner Lorant, der für seine harte Linie bekannt war)
  • "Die Kroaten sollen ja auf alles treten, was sich bewegt – da hat unser Mittelfeld ja nichts zu befürchten." (Bundestrainer Berti Vogts vor dem WM-Spiel 1998 gegen Kroatien)
  • "Lebbe geht weider." (Dragoslav Stepanovic, nachdem er mit Eintracht Frankfurt am letzten Spieltag der Saison 1991/1992 die Meisterschaft verlor)
  • "Mal verliert man und mal gewinnen die anderen." (Otto Rehagel)
  • "Da gehe ich mit Ihnen ganz chloroform." (Helmut Schön, Bundestrainer von 1964-1978)

"I think we have a grandios Saison gespielt!" (Roman Weidenfeller) - imago sportfotodienst/imago sportfotodienst

Historische Fußball-Zitate

Manche Fußballer-Zitate sind so prägnant, dass sie bis heute als geflügelte Worte jedem Fußballfan geläufig und zum Teil sogar bekannter als ihre Urheber sind.

Lothar Emmerich wird besonders von Borussia-Dortmund-Fans noch heute verehrt. Der Stürmer schoss in 215 Spielen für die Dortmunder 126 Tore und war maßgeblich am Gewinn des Europapokals 1966 beteiligt. Die Liebe zu Emmerich ist bei den Dortmundern so groß, dass sie ihr Maskottchen (eine Biene) nach dem Spitznamen Emmerichs „Emma“ tauften. Doch auch durch ein berühmtes Fußball-Zitat bleibt der Spieler in Erinnerung. Emmerich rief auf dem Platz immer "Gib mich die Kirsche", wenn er den Ball von einem Mitspieler haben wollte. Dieser Ausspruch ist besonders im Ruhrgebiet sehr geläufig, zudem ist eine BVB-Fanseite im Internet und ein Kinofilm über die frühen Jahre der Bundesliga nach ihm benannt.

Willi "Ente" Lippens war dafür bekannt, auf dem Platz nie um einen Spruch verlegen zu sein. Bis heute legendär ist ein Dialog, den er in einem Regionalligaspiel 1965 gegen Herne mit dem Schiedsrichter führte. Auf die Aussage des Unparteiischen "Herr Lippens, ich verwarne Ihnen!", antwortete er mit den Worten "Herr Schiedsrichter, ich danke Sie". Der Unparteiische fand diese Schlagfertigkeit nicht ganz so witzig und stellte Lippens wegen Beleidigung vom Platz. Im Nachhinein wurde er für 14 Tage gesperrt. Bis heute ist Willi "Ente" Lippens in ganz Deutschland für seinen Spruch bekannt. Dieses Fußball-Zitat hat sogar den Weg in die Gastronomie gefunden. Lippens nannte sein Restaurant, welches er nach seiner Karriere in Bottrop eröffnete, "Ich danke Sie".

Bei der Weltmeisterschaft 1982 in Spanien spielte Deutschland im Halbfinale gegen Frankreich. Das Spiel, das heute unter dem Titel "Die Nacht von Sevilla" bekannt ist und als eines der legendärsten der WM-Geschichte gilt, ging ins Elfmeterschießen. Paul Breitner sorgte mit seinem getroffenen Elfmeter nicht nur mit dafür, dass die DFB-Elf ins Finale einzog, im Anschluss an das Spiel sagte er zudem den Satz, der ihn auf ewig in die Geschichtsbücher der besten Fußball-Zitate brachte: "Dann kam das Elfmeterschießen. Wir hatten alle die Hosen voll, aber bei mir lief’s ganz flüssig."

"Ein Spiel ist erst vorbei, wenn der Schiedsrichter pfeift und ich nicht mehr brülle." (Steffen Baumgart) - IMAGO/Eibner-Pressefoto/Sascha Walther/IMAGO/Eibner

Der Fußballspruch des Jahres – mit Preisen ausgezeichnete Fußball-Zitate

Die Deutsche Akademie für Fußballkultur verleiht seit dem Jahr 2006 den Deutschen Fußball-Kulturpreis in verschiedenen Kategorien. Unter anderem werden die besten Fußballbücher und Personen, die durch den Fußball Besonderes für die Völkerverständigung geleistet haben, ausgezeichnet. Eine der fünf Kategorien ist der "Fußballspruch des Jahres", bei dem das Publikum am Verleihungsabend ihr Lieblings-Fußball-Zitat wählen kann. Bisherige Gewinner sind:

  • 2006: "So ist Fußball. Manchmal gewinnt der Bessere." (Lukas Podolski)
  • 2007: "In schöner Regelmäßigkeit ist Fußball doch immer das Gleiche." (Hans Meyer)
  • 2008: "Wir haben nur unsere Stärken trainiert, deswegen war das Training heute nach 15 Minuten abgeschlossen.“ (Josef Hickersberger)
  • 2009 (aufgrund eines Unentschiedens bei der Abstimmung gab es zwei Sieger): "Wir schießen so wenig Tore, vielleicht heißen wir deshalb auch die Knappen." (Manuel Neuer)
    "Er muss ja nicht unbedingt dahin laufen, wo ich hingrätsche." (Neven Subotić)
  • 2010: "Im Kölner Stadion ist immer so eine super Stimmung, da stört eigentlich nur die Mannschaft." (Udo Lattek)
  • 2011: "I think we have a grandios Saison gespielt!" (Roman Weidenfeller)
  • 2012: "Ich hatte zwischendurch Angst, dass er sich wund liegt und mal gewendet werden muss." (Mehmet Scholl)
  • 2013: "Links ist ähnlich wie rechts, nur auf der anderen Seite." (Patrick Funk)
  • 2014: "Ich hoffe, dass ich 90 Jahre alt werde. Dann kann ich sagen, ich hätte 100 werden können. Aber ich habe in Nürnberg gearbeitet." (Gertjan Verbeek)
  • 2015: "München ist wie ein Zahnarztbesuch. Muss jeder mal hin. Kann ziemlich weh tun. Kann aber auch glimpflich ausgehen." (Sebastian Prödl)
  • 2016: "Ich habe dem Linienrichter meine Brille angeboten. Aber auch das hat er nicht gesehen." (Peter Stöger)
  • 2017: "Wir danken der Mannschaft, dass sie uns auch in dieser Saison so zahlreich hinterhergereist ist." (Spruchband zum Saisonabschluss in der Fankurve des FC Schalke 04 beim FC Ingolstadt 04)
  • 2018: "Die Schweden sind wie die Mittdreißiger in der Disco: Hinten reinstellen und warten, ob sich was ergibt." (Thomas Hitzlsperger vor dem WM-Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Schweden)
  • 2019: "Ich bin Profi. Ich stelle nach Schwanzlänge auf." (Imke Wübbenhorst)
  • 2020: "Wer es nicht schafft, gegen den HSV zu punkten, sollte nicht auf dem Rücken eines Flüchtlings, der niemandem etwas getan hat, versuchen, einen Vorteil herauszuholen, sondern besser auf die eigenen sportlichen Fehler schauen." (Daniel Thioune nachdem Vorwürfe gegen HSV-Profi Bakery Jatta mehrere Vereine dazu veranlasst hatten, Protest gegen Spielergebnisse einzulegen)
  • 2021: "Ein Spiel ist erst vorbei, wenn der Schiedsrichter pfeift und ich nicht mehr brülle." (Steffen Baumgart)