Jubelpose: Marcus Thuram und die Eckfahne im Borussia-Park - © DFL / Getty Images / Alexander Scheuber
Jubelpose: Marcus Thuram und die Eckfahne im Borussia-Park - © DFL / Getty Images / Alexander Scheuber
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Marcus Thuram von Borussia Mönchengladbach: Vom Abstiegs-Club in die Champions League

Im Frühjahr 2019 verließ Marcus Thuram den französischen Ligue-1-Absteiger EA Guingamp. Seither ging es für den 22-Jährigen steil bergauf. In der Bundesliga wurde er für Borussia Mönchengladbach zum Leistungsträger und schaffte mit den Fohlen die Qualifikation für die Champions League. Auch dort könnte der Franzose zum Herzstück des Teams von Trainer Marco Rose werden.

Marcus Thuram ist in seinem Leben bereits oft umgezogen. Als Sohn von Liliam, dem Weltmeister von 1998, wurde er in Parma geboren, zog mit dem berühmten Papa weiter nach Turin, dann nach Barcelona. Nach dem Ende seiner denkwürdigen Karriere ließ sich der 140-malige französische Nationalspieler in Paris nieder. Und immer wieder ging es im Urlaub zurück zu den Wurzeln, ins Städtchen Anse-Bertrand auf der Karibikinsel Guadeloupe.

Marcus war stets dabei, erfreute sich an der Möglichkeit, neue Sprachen zu lernen. Englisch, Spanisch, Italienisch - alles kein Problem, anders als die deutsche Sprache, die der Stürmer von Borussia Mönchengladbach derzeit paukt. Einige Wortfetzen seien dabei. Unter anderem, das sagte er dem Magazin „11 Freunde“: „Eckfahne“. Wen wundert’s?

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Denn Thuram, das steht nach einer Saison bei den Fohlen fest, ist nicht nur ein Garant für Tore und Vorlagen. Der 22-Jährige ist eine Stimmungskanone, schnappt sich nach Siegen gern die Eckfahne, schwenkt sie vor Mannschaft und Fans. Es ist ein Bild, das sich eingebrannt hat und untrennbar ist, wenn man über den jungen Mann spricht, der vom Ligue-1-Absteiger EA Guingamp zum Niederrhein kam und dort zum wohl wichtigsten Spieler der vergangenen Saison geworden ist. Sein Wechsel nach Gladbach war zudem einer der Hauptgründe für die starke Spielzeit der Mannschaft von Trainer Marco Rose, der den Verein in die Champions League geführt hat.

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Vier Jahre ist es her, dass sich die Borussia letztmalig für den höchsten europäischen Club-Wettbewerb qualifiziert hat. Zehn Tore und acht Vorlagen von Marcus Thuram ebneten den Weg zurück dorthin - ebenso wie eine kluge Transferpolitik sowie eine große mannschaftliche Geschlossenheit.

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Es mag Zufall sein, dass ausgerechnet Thuram auch ein Beispiel dafür ist. Als Mönchengladbach den algerischen Nationalspieler Ramy Bensebaini verpflichtete, fürchtete man im Umfeld, dass die beiden früheren Konkurrenten aus der ersten französischen Liga sich wohl nicht von Beginn an grün werden könnten. Schließlich gelten die Ex-Clubs der beiden Gladbacher Sommer-Verpflichtungen als große Rivalen. „Ich kann euch aber beruhigen: Beide sind bei uns von Tag eins an ein Herz und eine Seele“, sagte Manager Max Eberl im Interview mit Vereinsmedien.

Während die Chance, dass Bensebaini in der kommenden Champions-League-Saison auf seine ehemaligen Teamkollegen trifft, recht groß ist, zeigt die aktuelle Situation von Thurams Ex-Club Guingamp, was für einen großen Sprung der Angreifer gemacht hat. Der zweimalige französische Pokalsieger spielt auch in der kommenden Saison in der 2. Liga. Die Zukunftsaussichten sind lange nicht so rosig wie die von Thuram, dessen Wechsel im vergangenen Jahr sich für beide Seiten ausgezahlt hat.

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„Guingamp war gerade aus der ersten französischen Liga abgestiegen, und Marcus hatte nur noch ein Jahr Vertrag. Wir haben uns gedacht: Wenn nicht jetzt, wann dann?“, berichtet Manager Eberl. Dann habe es einige Treffen gemeinsam mit Vater und Sohn gegeben. „Die gemeinsamen Gespräche mit Marcus und seinem Vater Lilian Thuram, den wir als Fußballer alle sehr verehren, waren sehr unterhaltsam. Teilweise saßen Marco Rose, Steffen Korell und ich nur am anderen Ende des Tisches und haben zugehört, wie die beiden sich über Fußball unterhalten und darüber diskutiert haben, wie sie sich denn jetzt entscheiden sollen.“

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Marcus Thuram ging nach Mönchengladbach. Vom Tabellenletzten der französischen Liga in die Bundesliga. Von dort mit den Fohlen in die Champions League - der abermalige Umzug hat sich gelohnt. „Gut, dass Marcus sich für uns entschieden hat“, findet Eberl. Und Thuram wohl auch.