Daichi Kamada ist einer der wichtigen Spieler für das Offensivspiel der Frankfurter Eintracht - © Alex Grimm/Getty Images
Daichi Kamada ist einer der wichtigen Spieler für das Offensivspiel der Frankfurter Eintracht - © Alex Grimm/Getty Images
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Fünf Gründe, warum Eintracht Frankfurt bei Borussia Dortmund gewinnt

Den Saisonendspurt vor der Brust, die Champions League im Blick: Am Samstagabend kommt es zum wegweisenden Spitzenspiel zwischen Borussia Dortmund und Eintracht Frankfurt. Der BVB will am Samstagnachmittag ab 15.30 Uhr zu den viertplatzierten Hessen aufschließen, die SGE könnte mit einem Auswärtssieg den Vorsprung auf den schwarzgelben Verfolger nochmals ausbauen. bundesliga.de erklärt, was im Duell am 27. Spieltag für die Gäste spricht.

1) Die Eintracht ist so gut wie nie zuvor

Schon jetzt hat Eintracht Frankfurt mehr Punkte auf dem Konto als in der kompletten vergangenen Saison: Kam die Mannschaft von Trainer Adi Hütter 2019/20 insgesamt auf 45 Zähler, haben die Hessen nun bereits 47 Punkte sammeln können. Und nicht nur das: 47 Zähler nach 26 Spieltagen sind (selbst wenn man alle Spielzeiten auf die Drei-Punkte-Regel umrechnet) die beste Ausbeute in Frankfurts Bundesliga-Geschichte - selbst zu Beginn der 90er Jahre, als die Hessen regelmäßig um die Meisterschaft mitspielten, standen sie zu diesem Zeitpunkt nie so gut da wie aktuell.

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Die beste SGE der Bundesliga-Geschichte: Aufgrund ihrer starken Form können die Frankfurter, die in den vergangenen Jahren in der Europa League für Furore sorgen konnte, berechtigt von der erstmaligen Qualifikation für die Champions League träumen. Auf Platz vier hat die Mannschaft von Trainer Adi Hütter bereits vier Punkte Vorsprung auf die Dortmunder, die direkt hinter der Eintracht die Aufholjagd einläuten wollen. "Die Lage ist nach dem vergangenen Spieltag ein wenig entspannter. Der Druck liegt bei Dortmund, auch wenn wir wissen, dass wir mit einem Auswärtssieg einen riesigen Schritt machen können", betont Frankfurts Mittelfeldmotor Djibril Sow.

2) Frankfurt ist kaum zu schlagen

26 Begegnungen sind in dieser Spielzeit bereits absolviert, erst in drei Partien ging die Eintracht als Verlierer vom Feld - auch das ist ein Frankfurter Bestwert zu diesem Zeitpunkt der Saison. Zum Vergleich: Borussia Dortmund steht momentan schon bei neun verlorenen Spielen. "Wenn wir gut drauf sind und ins Rollen kommen, sind wir schwer zu schlagen", weiß auch Sow um die Qualitäten seiner Mannschaft, die als kampfstarkes Kollektiv den Gegnern das Leben gehörig schwer machen kann.

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Aber: Während die Hessen zuhause sogar noch ungeschlagen sind, kassierte das Hütter-Team alle seine Niederlagen in der Fremde. Beim FC Bayern München (0:5), dem VfL Wolfsburg (1:2) und beim SV Werder Bremen (1:2) gab es für die SGE nichts zu holen. Wie schwer die Eintracht grundsätzlich zu knacken ist, das musste der BVB im Hinspiel schon am eigenen Leib erfahren: Nach 90 intensiven Minuten trotzte die SGE den Schwarzgelben ein 1:1-Remis ab. Daichi Kamada hatte die Frankfurter nach neun Minuten in Führung geschossen, Giovanni Reyna glich für Dortmund aus (56.).

3) Hessische Torfabrik auf Touren

Eintracht Frankfurts Offensive um Torjäger Andre Silva präsentiert sich in dieser Saison in absoluter Topform und scheint von den gegnerischen Abwehrreihen nicht zu stoppen zu sein. Wie zielstrebig und durchschlagskräftig die SGE 2020/21 nach vorn spielt, beweist ein Blick in die Statistik: Das Hütter-Team erzielte in den vergangenen 21 Bundesliga-Spielen immer mindestens ein Tor - das ist für die Eintracht die längste derartige Serie seit dem Jahr 1992.

53 Saisontreffer nach 26 Spieltagen sind für die Hessen sogar der beste Wert seit fast 40 Jahren: 1981/82 waren es zu diesem Zeitpunkt 64. Das heißt: Selbst zu den Zeiten von Eintracht-Legenden wie Uwe Bein, Andreas Möller und Anthony Yeboah hatte Frankfurt nach 26 Runden nicht so viele Treffer auf dem Konto wie momentan. Doch aufgepasst, BVB: Nicht nur Silva zeigt sich in dieser Saison torhungrig, auch Mittelfeldakteure wie Nationalspieler Amin Younes (drei Tore), Linksaußen Filip Kostic oder Offensivallrounder Kamada (beide jeweils vier) wissen, wo das gegnerische Tor steht.

4) Silva auf Hölzenbeins Spuren

Auf einen kann sich die Eintracht in der Offensive 2020/21 bedingungslos verlassen: Andre Silva, der zuletzt beim 5:2-Heimsieg gegen den 1. FC Union Berlin doppelt traf und darüber hinaus noch ein weiteres Tor vorbereitete, steht nach 26 Partien bereits bei 21 Saisontoren. Einzig Robert Lewandowski (35) war in dieser Spielzeit erfolgreicher. 21 Treffer sind schon jetzt die zweitbeste Ausbeute eines Frankfurters in der Bundesliga - einzig Bernd Hölzenbein traf in einer Spielzeit häufiger (26 Mal in der Saison 1976/77).

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Der Portugiese hat noch also noch acht Spiele Zeit, um diesen Rekord zu knacken. Insgesamt ist der 25 Jahre alte Angreifer enorm wichtig für die SGE, gegen die "Eisernen" hat er bereits zum achten Mal in dieser Saison das 1:0 für die Frankfurter erzielt. Kein Spieler in der Bundesliga traf öfter zur ersten Führung in einer Partie. Doch Silva ist bei weitem nicht die einzige Offensivwaffe, die die Frankfurter im Sturm in der Hinterhand haben: Als "Joker" steht beispielsweise Rückkehrer Luka Jovic, im Winter von Real Madrid ausgeliehen, zur Verfügung.

Andre Silva ist mit 21 Treffern der Top-Torschütze von Eintracht Frankfurt - KAI PFAFFENBACH/POOL/AFP via Getty Images

5) Kostic in Topform

"Ich würde sagen, dass die aktuelle Phase meine beste ist" - Filip Kostic präsentiert sich in dieser Saison in bestechender Verfassung. Der Frankfurter Flügelflitzer, der mit 197 Flanken die meisten Hereingaben 2020/21 in den gegnerischen Strafraum geschlagen hat, ist momentan mit zehn Torvorlagen hinter Thomas Müller (14) der zweitbeste Vorbereiter der Bundesliga (gemeinsam mit Joshua Kimmich). Besonders 2021 dreht der 28-Jährige auf: Kostic war in den vergangenen elf Bundesliga-Spielen an 13 Treffern beteiligt (vier Tore, neun Torvorlagen), alle seine Saisontore erzielte der Serbe seit dem Jahreswechsel.

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Auch im Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund will Kostic seine Topform unter Beweis stellen, die ihm sogar Lobeshymnen von Bundesliga-Legende Lothar Matthäus ("Er ist zur Zeit ein absoluter Superstar in der Bundesliga und für mich der Unterschiedsspieler bei der Eintracht") eingebracht haben. Kann der Linksaußen diese Vorschusslorbeeren beim BVB rechtfertigen, dann winkt ihm eine Premiere: Noch nie konnte Kostic gegen die Schwarzgelben gewinnen, vier Remis und sieben Niederlagen in der Bundesliga sowie eine Niederlage im DFB-Pokal stehen bisher zu Buche. Feiert der Serbe also am Samstag seinen ersten Sieg gegen Dortmund, dann ist die Champions League für die Eintracht zum Greifen nah.