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Kölner Torjäger: Anthony Modeste blüht unter Steffen Baumgart wieder auf

Einst schoss Anthony Modeste den 1. FC Köln mit 25 Saisontoren in die Europa League, dann zog es den Franzosen nach China. Nach seiner Rückkehr nach Köln fand der Franzose dann seine Form nicht wieder - bis jetzt. Unter Neu-Trainer Steffen Baumgart blüht der Torjäger wieder auf und hat mit drei Saisontoren einen großen Anteil am starken Saisonstart der "Geißböcke".

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Es läuft wieder bei Anthony Modeste! Beim 1:1-Remis des 1. FC Köln am vierten Spieltag gegen den Sport-Club Freiburg steuerte der Kölner Torjäger erneut einen Treffer bei - es war bereits das dritte Saisontor für den Franzosen, der den 1. FC Köln 2017 mit 25 Saisontoren erstmals seit Jahrzehnten wieder ins internationale Geschäft geschossen hatte. Ein China-Abenteuer später war Modeste wieder in der Domstadt, doch die Topform aus vergangenen Zeiten hatte der Stürmer verloren - und schien sie auch zunächst nicht wiederzufinden. Es fehlte an Fitness und (Selbst)-Vertrauen - zwei Dinge, die für einen Torjäger unerlässlich sind.

Schon in seiner Hochphase beim 1. FC Köln wurde deutlich: Modeste braucht das absolute Vertrauen seines Trainers. Mit Peter Stöger an der Seitenlinie hatte der mittlerweile 33-Jährige genau das: Der Österreicher setzte voll auf den Franzosen - und der zahlte des Vertrauen mit Topleistungen zurück. Den Nachfolgern des Kölner Erfolgstrainers gelang dieses Kunststück nicht. Unter Markus Gisdol flüchtete Modeste sogar zurück nach Frankreich.

Doch die Durststrecke scheint seit Beginn dieser Saison vorüber zu sein: Nach einer halbjährigen Leihe zur AS Saint-Etienne kehrte Modeste zurück nach Köln und absolvierte die volle Vorbereitung mit dem Team - verletzungsfrei. Die körperlichen Fortschritte waren jedoch nur ein Aspekt, viel wichtiger scheint der Einfluss des neuen Trainers für den Stürmer zu sein.

Bereits bei seinem ersten Bundesliga-Treffer nach über einem Jahr gegen Hertha BSC wurde das gute Verhältnis von Trainer und Spieler für jeden sichtbar. Modeste stürmte nach seinem Tor zu Baumgart und spritzte dem Trainer eine ordentliche Ladung Wasser ins Gesicht - ein Zeichen der Zuneigung, wenn auch ein etwas merkwürdiges. Nach seinem Tor zum zwischenzeitlichen 1:0 gegen Freiburg am letzten Spieltag zeigte sich die Verbindung zwischen Baumgart und seinem Routinier dann auf etwas konventionellere Weise: Erneut rannte Modeste zu seinem Trainer, fiel ihm diesmal aber einfach nur in die Arme.

Modeste lobt Baumgart: "Geiler Trainer"

"Ich lieb‘ den", erklärte Modeste nach der Partie im ZDF-Sportstudio. "Wir haben einen geilen Trainer." Der Franzose scheint wieder der Alte zu sein und erinnert mit seinen starken Leistungen zum Saisonstart an die Spielzeit 2016/17 - vier Tore standen damals nach vier Spieltagen für den Stürmer zu Buche. Dort will Modeste wieder hin. "Noch immer fehlt ein bisschen die Kraft", sagt der 33-Jährige. "Ich bin aber auf einem guten Weg."

An Baumgarts Anteil am Aufschwung des Stürmers lässt Modeste keinen Zweifel. "Er sagt einem die Dinge ins Gesicht und redet nicht hinter dem Rücken. Ich fühle, dass der Trainer auf mich setzt. Das ist richtig, richtig gut." Der Trainer findet ebenfalls lobende Worte für seinen wieder erstarkten Knipser. "Er hat seit Langem mal wieder eine komplette Vorbereitung mitgemacht, fehlt in keinem Training. Deswegen ist er in einem guten körperlichen Zustand und hat sich das Quäntchen erarbeitet", erklärte Baumgart. "Dass Tony die Qualität hat, wenn wir ihn in die Abschlussposition kriegen, wissen wir."

Mittlerweile dürfte das auch die Konkurrenz wissen: Auch wegen Modestes Toren steht der 1. FC Köln nach vier Spieltag auf dem siebten Tabellenrang - lediglich eine knappe Niederlage gegen den FC Bayern München mussten die "Geißböcke" bisher hinnehmen - und auch gegen den Rekordmeister traf Modeste.

Der FC ist auf Kurs - nicht nur, aber auch dank Anthony Modeste, der das Vertrauen seines Trainers und des ganzen Vereins derzeit eindrucksvoll zurückzahlt. Am fünften Spieltag hat der 33-Jährige erneut die Gelegenheit dafür, wenn der 1. FC Köln am Samstagabend RB Leipzig zum Topspiel empfängt. Bisher traf Modeste im eigenen Stadion nur gegen Hertha am ersten Spieltag - das dürfte der Kölner Publikumsliebling sehr schnell ändern wollen.