Kollektiver Jubel mit den eigenen Fans: Die Spieler des VfB Stuttgart feiern das 2:1 über Hannover 96 - © 2019 DFL
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2. Bundesliga

Der "Torero" ist zurück: Mario Gomez führt den VfB Stuttgart zum Auftaktsieg

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Stuttgart - Der VfB Stuttgart hat in der 2. Bundesliga einen Auftakt nach Maß gefeiert. Die Schwaben besiegten Mitabsteiger Hannover 96 mit 2:1. Die allgemeine Hochstimmung bei den Schwaben trübte jedoch die Verletzung von Marcin Kaminski. Der Innenverteidiger wird dem VfB lange fehlen.

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Mario Gomez stand mit nacktem Oberkörper vor den Fans und ließ sich feiern, die Erleichterung stand dem Routinier des VfB Stuttgart ins Gesicht geschrieben. "Die drei Punkte waren unser ganz klares Ziel. Natürlich können wir noch Dinge besser machen, aber wir sind für heute für den Tag super happy", sagte der 34-Jährige, der gleich zum Saisonstart alle Zweifler Lügen strafte. Für die Schwaben könnte Gomez auf dem langen Weg zurück in die Bundesliga noch ein ganz wichtiger Faktor werden.

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"Mario hat das Ding grandios gemacht. Man hat heute gesehen, warum er noch immer zweite Liga spielen kann", sagte Stuttgarts neuer Trainer Tim Walter nach dem enorm wichtigen 2:1 (2:1) gegen den direkten Konkurrenten Hannover 96. Gomez wies beim ersten Treffer der Zweitliga-Saison (29.) seine Torjäger-Qualitäten nach, blieb aus kurzer Distanz eiskalt und zeigte nach langer Zeit auch wieder seinen Torero-Jubel.

Hamadi Al Ghaddioui vom VfB Stuttgart im Zweikampf gegen Hannovers Matthias Ostrzolek - 2019 DFL

Am Tag nach seinem perfekten Liga-Einstand musste Trainer Walter allerdings eine bittere Nachricht verkraften. Denn Auftaktsieg gegen Hannover musste der VfB teuer bezahlen. Innenverteidiger Marcin Kaminski zog sich während der Partie gegen die Niedersachsen einen Kreuzbandriss zu. Von einem „herben“ Verlust sprach Sportdirektor Sven Mislintat. Der 27-jährige Abwehrspieler wird den Schwaben rund sechs Monate fehlen. Das trübte die allgemeine Hochstimmung in Stuttgart.

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Denn es war ein überaus wichtiger Erfolg für den VfB. Die Auftaktbegegnung nach der verlorenen Relegation gegen den 1. FC Union Berlin, noch dazu gegen einen Mitabsteiger - das Team von Tim Walter machte den ersten wichtigen Schritt. „Der VfB hat über 90 Minuten diesen Sieg verdient, auch wenn wir in den ersten 25 Minuten die klareren Möglichkeiten hatten“, befand Hannovers Trainer Mirko Slomka.

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Mit Abstrichen stimmte ihm sein Pendant zu. Tim Walter: „Ich glaube, dass wir Probleme hatten, richtig reinzukommen. Es war ähnlich wie in den Vorbereitungsspielen. Wir werden noch einen Tick brauchen. Aber es war wichtig, dass wir mutig waren.“

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Überhaupt habe ihm gefallen, wie seine Spieler den Kampf gegen die Niedersachsen angenommen hatten. Trotz einer kurzen Phase, in der nicht alles so lief, wie er es sich vorgestellt hatte, betonte Walter: „Mir hat es trotzdem Spaß gemacht, weil ich gesehen habe: Die Jungs sind überzeugt, und die Jungs wollen. Und das war für mich das Entscheidende. Deswegen haben wir auch das Spiel auf unsere Seite gezogen.“

Die leichten Anlaufschwierigkeiten thematisierten auch die VfB-Profis: „Für den Auftakt war unser Spiel gut. Es ist klar, dass am Anfang noch nicht alles funktioniert“, fand Mittelfeldspieler Philipp Klement, „außerdem war es ein sehr turbulentes Spiel, in dem in der ersten Hälfte gefühlt schon alles drin war, was ein Fußballspiel braucht. Die zweite Hälfte war dann weniger spektakulär, aber am Ende haben wir aus meiner Sicht verdient gewonnen.“

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Innenverteidiger Marc Oliver Kempf ergänzte: „Es ist ein gutes Gefühl, mit einem Sieg in die Saison zu starten – und das vor einer solch tollen Kulisse. Wir wollen mit guten Leistungen die vergangene Saison vergessen machen und mit gutem Fußball dafür sorgen, dass unsere Fans wieder gerne in die Arena kommen.“

Für den verletzten Kaminski war übrigens Maxime Awoudja ins Spiel gekommen, der einen denkwürdigen Auftritt lieferte. Der 21-Jährige fabrizierte ein kurioses Eigentor (39.) und sah kurz vor Schluss (85.) Gelb-Rot - genau wie zuvor Matthias Ostrzolek (64.) auf der Gegenseite. Trainer Walter lobte Awoudja dennoch: "Er war ein bisschen der tragische Held. Aber er hat in der zweiten Halbzeit überragend verteidigt.“

SID / Dominik Hamers