Todesfelde - Am Sonntagnachmittag stand für den FC St. Pauli das zehnte und letzte Testspiel der diesjährigen Vorbereitung auf dem Plan. Beim Fünftligisten SV Todesfelde gab es ein deutliches 9:1, die Tore erzielten Waldemar Sobota (2), John Verhoek (3), Philipp Ziereis und Ante Budimir (3).

Nicht einmal 24 Stunden nach der Saisoneröffnung und dem Härtetest gegen Rayo Vallecano (4:2) verzichtete Coach Ewald Lienen gegen Todesfelde neben den Verletzten Jan-Philipp Kalla und Christopher Buchtmann auf alle Spieler, die am Vortag über die komplette Spielzeit auf dem Rasen standen. Mit Yi-Jong Park, Sirlord Conteh und Patrick Franke waren außerdem drei Jungs aus der U23 dabei. Joel Keller, derzeit linker Verteidiger beim 1. FC Nürnberg II, lief als Testspieler für die Boys in Brown auf. 

Die erste Chance des Spiels hatte Ante Budimir für die Braun-Weißen, doch in der 7. Minute scheiterte der Angreifer am Keeper der Gastgeber. Kurz darauf musste sich auf der anderen Seite auch Philipp Heerwagen auszeichnen, als ein Todesfelder frei vor ihm auftauchte und der Schlussmann mit einer starken Parade den Rückstand verhinderte. Nach elf Minuten konnten die Kiezkicker dann ihren ersten Treffer feiern, Waldemar Sobota musste nach Ballgewinn und schönem Zusammenspiel von Testspieler Keller und Maurice Litka am langen Pfosten nur noch den Fuß hinhalten. In den folgenden Minuten war die Überlegenheit der Gäste dann immer deutlicher zu sehen. Kurz darauf war es erneut der Torhüter des Fünftligisten, der im Mittelpunkt stand. Budimir konnte dem Keeper den Ball abnehmen und war auf dem Weg zum 2:0 nur noch mit einem Foul im Sechzehner zu stoppen. Den berechtigten Elfmeter verwandelte John Verhoek sicher zum 2:0 für den FCSP (20.).

Ein schön herausgespielter Angriff der Lienen-Elf führte in der 25. Minute zum 3:0, als Sobota seine Ausbeute verdoppelte und eine Flanke von Kyoungrok Choi ungewohnt per Kopf vollendete. Todesfelde gab sich aber weiter nicht auf und wurde besonders durch Freistöße des Kapitäns Dominik Lembke gefährlich, der Heerwagen mit seinen wuchtigen Schüssen zwei Mal zu starken Paraden zwang (29., 40.). Auf Seiten der Kiezkicker hatte Litka nach einer guten halben Stunde das 4:0 auf dem Fuß, scheiterte aber nach einem sehenswerten Spielzug am Torwart. Wenig später machte es Philipp Ziereis besser, als der aufgerückte Innenverteidiger nach einem Freistoß von Dennis Rosin aus dem Halbfeld über den Umweg Verhoek an den Ball kam und aus kurzer Distanz mit dem rechten Außenrist einschob. Kurz vor der Pause musste dann auch Heerwagen hinter sich greifen, beim Kopfball des Todesfelder Stürmers blieb der zuvor noch glänzende Rückhalt der Mannschaft chancenlos. Somit ging es mit einem 4:1 in die Kabine.

Für den zweiten Durchgang brachte Ewald Lienen nur Okan Kurt für den Torschützen zum 4:0, auf Seiten des Fünftligisten wurde hingegen fleißig durchgewechselt. Es ging gleich weiter mit den nächsten Treffern für die Kiezkicker, kurz nach Wiederanpfiff konnte Budimir den Befreiungsschlag eines Todesfelder Verteidiger abblocken, der Ball überraschte den Keeper der Gastgeber und landete im kurzen Eck. In der 56. Minute machte dann auch der Kroate seinen Doppelpack perfekt, als er nach Flanke von Litka mit einer artistischen Flugeinlage auf 6:1 erhöhte. Nach einer guten Stunde war Verhoek ein zweites Mal zur Stelle und traf nach Vorlage von Rosin zum 7:1. Den achten Treffer für die Boys in Brown erzielte erneut Budimir, der damit seinen Hattrick perfekt machte (67.). 

Abseits der sportlich unterhaltsamen Partie sorgte eine Viertelstunde vor Schluss ein Flitzer für Aufsehen bei den Zuschauern. Der Fan rannte oberkörperfrei mit seinem Handy auf den Platz, um mit Dennis Rosin ein kleines Erinnerungsselfie zu machen. Sein nächstes Ziel war Philipp Heerwagen, den er herzlich umarmte, um den Rasen anschließend unter Applaus des amüsierten Publikums wieder zu verlassen.

Weiter ging es mit Fußball, wo vor dem Abpfiff Verhoek auch seinen Dreierpack perfekt machte, zuvor scheiterte Budimir noch an der Latte (75.) und muss sich daher den Titel des besten Torschützen mit seinem holländischen Kollegen teilen. Die Kiezkicker konnten letztlich also auch im letzten Test der Vorbereitung überzeugen und feierten ein klares 9:1 beim SV Todesfelde.

Ewald Lienen: "Das war heute ein guter Test bei guten Rahmenbedingungen und einem Gegner, der uns einiges abverlangt hat. Ich bin zufrieden mit dem Auftritt der Jungs, die den Ball gut laufen gelassen und viele Tore erzielt haben. Das Spiel heute war wichtig für uns, damit auch die Spieler, die gestern wenig zum Einsatz gekommen sind, eine Woche vor dem Ligastart Spielpraxis bekommen."

 

FC St. Pauli

Heerwagen, Startsev, Ziereis (46. Kurt), Deichmann, Keller (60. Franke), Sobota (68. Conteh), Rosin, Choi (68. Park), Litka, Verhoek, Budimir

Tore: 0:1 Sobota (11.), 0:2 Verhoek (FE, 20.), 0:3 Sobota (25.), 0:4 Ziereis (41.), 1:4 (44.), 1:5 Budimir (49.), 1:6 Budimir (56.), 1:7 Verhoek (63.), 1:8 Budimir (67.), 1:9 Verhoek (90.)