Zusammenfassung

  • Der Hamburger SV spielt 2018/19 erstmals in der 2. Bundesliga

  • Neben erfahrenen Stützen baut der HSV auch auf viele "junge Wilde"

  • Trainer Christian Titz hat bereits in der letzten Saison die Grundsteine gelegt

Köln – Es ist noch immer ein ungewohntes Gefühl, wenn am 3. August die 2. Bundesliga startet und der Hamburger SV dabei sein wird. Nach 54 Jahren Dauerzugehörigkeit in der Bundesliga muss sich der Club nun eine Klasse tiefer neu erfinden - und will natürlich am Ende der Saison den direkten Wiederaufstieg in der Tasche haben.

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"Es ist für alle jetzt ein Neuanfang. Die Vergangenheit darf nicht mehr im Vordergrund stehen. Wer in der Vergangenheit lebt, verliert den Blick für die Realität" warnte Mittelfeldspieler Lewis Holtby im Interview mit der MOPO. Holtby selbst ist dabei die zentrale Figur der Mannschaft. Obwohl er in der vergangenen Saison unter den ehemaligen Trainern Markus Gisdol und Bernd Hollerbach bisweilen aussortiert wurde, gab der ehemalige deutsche Nationalspieler sein Bekenntnis zum HSV und verlängerte seinen auslaufenden Vertrag.

"Ich habe großen Bock, den Karren mit aus dem Dreck zu ziehen" Lewis Holtby

"Ich habe großen Bock, den Karren mit aus dem Dreck zu ziehen", so Holtby weiter. Nach dessen Treuebekenntnis setzten auch Kapitän Gotoku Sakai und Aaron Hunt ein Zeichen und verlängerten ihre Arbeitspapiere. Das hoch erfahrene Trio, bei dem Sakai sogar derzeit noch bei der WM verweilt, wird in der kommenden Saison die Achse beim HSV bilden.

Video: HSV - Abschied mit Würde

Dennoch muss sich die Mannschaft auf dem Platz neu erfinden. Neben zahlreichen Abgängen wie Nicolai Müller (Eintracht Frankfurt), Andre Hahn (FC Augsburg), Luca Waldschmidt (Sport-Club Freiburg) Torwart Christian Mathenia (1. FC Nürnberg) oder Dennis Diekmeier (Ziel noch unbekannt) sind es vor allem die jungen Wilden, auf die der Verein in Zukunft setzt.

Mix aus Führungsspielern und "jungen Wilden"

Denn es steht außer Frage: Selten gab es beim HSV so viele hoch veranlagte Spieler aus der Jugend in den eigenen Reihen. So wurden etwa Talente wie Josha Vagnoman, Stephan Ambrosius, Marco Drawz, Tobias Knost oder Moritz-Broni Kwarteng jüngst mit Profiverträgen ausgestattet. Über ihnen thront aber ohne Zweifel Fiete Arp, der trotz Abiturstress in der vergangenen Saison bisweilen die personifizierte Hoffnung im Kampf um den Klassenerhalt war. Welche Qualitäten der inzwischen 18-Jährige hat, konnte er einige Male schon in der Bundesliga nachweisen. Er zählt ohne Zweifel zu den größten Sturmhoffnungen Deutschlands.

Video: Arps Traumtor gegen Stuttgart

Mit Christian Titz hat man bereits einen Mann an der Seitenlinie, der sich nicht nur bestens im Verein auskennt, sondern seine Fähigkeiten schon bestens in der Bundesliga nachgewiesen hat. Der 47-Jährige hat in den letzten drei Jahren den Nachwuchs betreut, kennt viele der Talente aus der täglichen Arbeit und hat vor allem in seinen verbleibenden acht Bundesliga-Spielen 2017/18 mit beachtlichen vier Siegen und einem erfrischenden Offensivfußball die Fans auf seine Seite ziehen können. So holte er etwa Lewis Holtby von der Tribüne auf den Platz zurück und platzierte ihn als zentrale Figur hinter den Spitzen in seiner Elf.

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Dass das Unternehmen Wiederaufstieg alles andere als ein Selbstläufer wird, ist klar. Zum einen gibt es mit dem 1. FC Köln einen harten Konkurrenten, der ebenfalls einen unglaublich starken Zweitligakader hat und zum anderen werden die Gegner mit einer extra Prise Motivation in die Spiele gegen den HSV gehen. "Wir werden an jedem Spieltag großen Widerstand erleben. Auf uns wartet vor allem jede Menge harte Arbeit", sagte Holtby. Schon am Samstag, den 23. Juni, kann es damit losgehen, denn dann startet der HSV – früher als die meisten anderen Teams - in die Vorbereitung.

Karol Herrmann