Zusammenfassung

  • Köln geht mit einem hochklassig besetzten Kader als Favorit in die 2. Bundesliga 2018/19

  • Der neue Trainer Markus Anfang vertritt eine offensive Spielidee

  • Königstransfer ist bislang der österreichische Nationalspieler Louis Schaub

Köln - Am kommenden Montag startet der 1. FC Köln in die Vorbereitung auf die 2. Bundesliga. Der Absteiger gilt nicht zuletzt wegen des stark besetzten Kaders als einer der Topfavoriten um den Aufstieg für die Saison 2018/19.

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Während die Spieler des 1. FC Köln – mit Ausnahme von WM-Fahrer Jonas Hector – noch die letzten Sonnenstrahlen im Urlaub genießen, werden hinter den Kulissen am Geißbockheim die Hebel für die neue Spielzeit schon in Bewegung gesetzt. Nur noch knapp sechs Wochen, dann rollt der Ball bereits wieder. Die 2. Bundesliga startet am 3. August – drei Wochen früher als die Bundesliga.

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Am 25. Juni treffen sich die Profis demnach zum Trainingsauftakt. In den Trainingslagern im bayrischen Bad Gröning und in Kitzbühel in Österreich werden anschließend die Grundlagen für die neue Spielzeit gelegt. Am Ziel gibt es keine Zweifel: Der direkte Wideraufstieg muss her. Zu stark scheint der Kader trotz der weitgehend enttäuschenden Vorsaison besetzt. Und das liegt nicht nur an Nationalspieler Jonas Hector, der trotz zahlreicher Angebote aus der Bundesliga seinem Verein auch eine Klasse tiefer treu bleibt. Neben Hector haben auch Stützen wie Torwart Timo Horn und Mittelfeldspieler Marco Höger ihr Bekenntnis zum FC gegeben.

Video: Jonas Hector und sein ungewöhnliches Bekenntnis zum FC

Gelingen soll der Wiederaufstieg mit dem gebürtigen Kölner Markus Anfang an der Seitenlinie, der nach der Ära Peter Stöger und der Übergangslösung Stefan Ruthenbeck eine etwas andere Art des Fußballs pflegt. Mit Holstein Kiel stellte er das Überraschungsteam der letzten Saison. Der Underdog aus dem Norden spielte sich mit einem erfrischenden Offensivfußball bis auf Platz 3 – und scheiterte gegen Wolfsburg nur knapp in der Relegation. Gut möglich also, dass Anfang seine offensive Spielidee auch mit an den Rhein bringt.

"Es wird einige Veränderung geben, wir brauchen frisches Blut" Markus Anfang

"Es wird einige Veränderung geben, wir brauchen frisches Blut. Aber ich meine damit: Aufgrund einer schlechten Saison braucht man nicht in Aktionismus verfallen. Dinge, die gut waren, muss man beibehalten, anderes muss man ändern", sagte Anfang bei seinem ersten Besuch im Geißbockheim im Interview mit dem "Express".

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© imago / Deutzmann

Einige Umbaumaßnahmen ergeben sich dabei zwangsweise. Gerade in der Offensive wird nach den Verlusten von Yuya Osako, Leonardo Bittencourt und Oldie Claudio Pizarro noch nach Verstärkungen gesucht. Weiter ist man hingegen in der Defensive. Die Abgänge der Innenverteidiger Dominique Heintz (SC Freiburg) und Dominic Maroh wurde schon aufgefangen. Aus St. Pauli kommt der erfahrene Zweitliga-Abwehrmann Lasse Sobiech und aus Kiel hat Markus Anfang seinen Kapitän Rafael Czichos gleich mitgebracht.

Der Königstransfer ist – Stand jetzt – aber Louis Schaub. Der Nationalspieler Österreichs kommt von Rapid Wien und gilt als äußerst torgefährlich. "Er ist ein vielseitiger, technisch starker Spieler, der auf allen Offensivpositionen im Mittelfeld eingesetzt werden kann und verfügt über großes Potenzial. Ich bin überzeugt, dass er uns mit seiner Qualität sofort helfen kann", so Geschäftsführer Armin Veh über den 23-Jährigen.

Goal oft the Season 2017/18: Jonas Hector

Mit Schaub, dem ballsichern Vincent Koziello, Abräumer Marco Höger und Eigengewächs Salih Özcan hat der FC also ein vielversprechend besetztes zentrales Mittelfeld. Komplettiert wird die Achse von Timo Horn, Jonas Hector und Strafraumstürmer Simon Terodde. Letzterer kennt sich besonders gut in der 2. Bundesliga aus, wurde 2016 sowie 2017 jeweils mit 25 Treffern Torschützenkönig.

Der Druck ist also mit diesem Kader nicht gering, zumal mit dem Hamburger SV ein ähnlich ambitionierter Konkurrent mit um den direkten Wiederaufstieg kämpft. Der ambitionierte Coach geht damit aber recht gelassen um: "Ich weiß nicht, ob ein Anspruch von außen größer sein kann als mein eigener. Ich glaube nicht."

Karol Herrmann