2. Bundesliga

Mythos FC St. Pauli: Die beliebten Kiezkicker sorgen für Furore

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Der FC St. Pauli ist weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Auch wenn der große Erzrivale und Stadtnachbar Hamburger SV die größeren Erfolge gefeiert hat, die Kiezkicker haben jede Menge Sympathien auf ihrer Seite - nicht nur in der Hansestadt.

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Sportlich gehört der FC St. Pauli eher zu den Fahrstuhl-Mannschaften im deutschen Profifußball - und dennoch ist er ein absoluter Kult-Club. Doch woher rührt dieses Image? Unter anderem von seiner Herkunft. Unweit vom Millerntor, der Heimat und Heimspielstätte des FC St. Pauli, liegt die Reeperbahn, das Vergnügungs- und Rotlicht-Viertel von Hamburg. In Hafennähe gelegen war das Leben hier schon immer bunt, vielfältig und nicht immer leicht. Dementsprechend geht es beim Verein nicht allein um Fußball und den dazugehörigen Erfolg.

St. Pauli, das ist eine große Familie, Hilfsbereitschaft ist selbstverständlich. So haben die Fans den Club einst am Leben gehalten, als sie in einer großen Sammelaktion Spenden zusammentrugen, um St. Pauli vor dem Untergang in den Amateurfußball zu bewahren. An der sogenannten "Retter-Kampagne" war das ganze Umfeld beteiligt. Es wurden Retter-T-Shirts verkauft, ein Benefizspiel gegen den FC Bayern München organisiert, es gab die Kneipenaktion "Saufen für St. Pauli" und Kulturveranstaltungen am Millerntor. Durch den unermüdlichen Einsatz von Verein, Fans, Sponsoren und weiteren Unterstützern konnte der Absturz in die Oberliga gerade noch abgewendet werden.

Am Millerntor liegt immer etwas in der Luft - Reinaldo Coddou H./Bundesliga/Bundesliga Collection via Getty

St. Pauli setzt Zeichen - Bundesliga im Visier

Der Verein wiederum weiß um seine Herkunft und gibt den Menschen in seinem Umfeld etwas zurück, indem er sich auch außerhalb des Fußballs klar positioniert und Zeichen setzt. Menschenrechte sowie der Kampf gegen Rechtsextremismus und Homophobie werden beim FC St. Pauli schon seit Jahrenzenten groß geschrieben und aktiv gelebt. Die Diversität des Kiezes spiegelt sich eben auch in der Anhängerschaft des Fußballvereins wider. Er ist anders als die anderen Clubs und will auch gar nicht so sein wie alle.

Am Millerntor wird gefeiert, egal ob Bundesliga, 2. Bundesliga oder Regionalliga. Jedes Heimspiel, das St. Pauli austrägt, machen die Fans zu einem Spektakel. Wenn zum Einlaufen der Teams "Hells Bells" von AC/DC erklingt, dann lassen sie die Totenkopffahnen wehen und machen damit deutlich: Uns kann keiner was, denn wir kämpfen alle zusammen.

So hat St. Pauli am Millerntor schon so manch übermächtigen Gegner das Fürchten gelehrt - und wird es auch in Zukunft immer wieder tun. Nach dem Pokal-Coup gegen Dortmund womöglich schon bald auch wieder in der Bundesliga, die Zeichen deuten derzeit jedenfalls darauf hin...