
Last-Minute-Arminia schockt Paderborn
Arminia Bielefeld und der SC Paderborn 07 trennen sich am 26. Spieltag der 2. Bundesliga mit einem 2:2 (1:0). Joel Grodowski (24.) brachte die Gastgeber in Führung. Stefano Marino (53., 62.) drehte für die Gäste das Spiel, ehe Mael Corboz (90.) per Elfmeter den Ausgleich erzielte. Paderborn hatte zudem zwei Abseitstore durch Filip Bilbija und Calvin Brackelmann.
Das ostwestfälische Derby zwischen DSC Arminia Bielefeld und dem SC Paderborn 07 versprach Spannung pur. Paderborn rüttelt seit Jahren an den Machtverhältnissen in der Region und wird zum sechsten Mal in den letzten acht Jahren vor dem Lokalrivalen landen.
Allerdings hat die Arminia in direkten Duellen häufig die Nase vorn. Der SCP konnte das Hinspiel mit 4:3 für sich entscheiden - der erste Derby-Sieg seit über elf Jahren. Bielefelds Trainer Michel Kniat kennt den Gegner gut, war er doch von 2017 bis 2022 Coach der zweiten Paderborner Mannschaft.

Bielefeld kontert Paderborner Ballbesitz
Paderborn übernahm von Beginn an die Kontrolle und kam in der 10. Minute auch zum vermeintlichen Führungstreffer durch Filip Bilbija, der aber wegen einer Abseitsstellung nicht anerkannt wurde. Die Arminia agierte aus einer kompakten Defensive heraus und setzte auf schnelle Gegenstöße. In der 24. Minute ging der Gastgeber dann in Führung: Arne Sicker flankte von der linken Seite, und Joel Grodowski köpfte mit dem Hinterkopf spektakulär in den rechten Torwinkel.
Paderborn hatte trotz Überlegenheit im Ballbesitz (71 Prozent) Schwierigkeiten, die gut organisierte Bielefelder Abwehr zu durchbrechen. Kurz vor der Pause hatten die Gäste erneut Pech, als ein Treffer von Calvin Brackelmann nach VAR-Überprüfung ebenfalls wegen Abseits aberkannt wurde. Mit der knappen Führung für die effektiveren Bielefelder ging es in die Kabinen.
Marino dreht das Spiel
Nach dem Seitenwechsel kam Paderborn entschlossen aus der Kabine und belohnte sich in der 53. Minute: Laurin Curda bediente Stefano Marino, der sich den Ball auf den linken Fuß legte und aus knapp 20 Metern abzog. Der leicht abgefälschte Schuss fand seinen Weg unter Kersken hindurch zum verdienten Ausgleich.
Die Gäste blieben am Drücker und nur neun Minuten später war es erneut Marino, der die Partie drehte. Mika Baur brachte den Ball flach in die Mitte, wo Marino aus kurzer Distanz zum 1:2 einschob. Bielefeld stemmte sich gegen die drohende Niederlage und kam zu mehreren guten Möglichkeiten.
In der 66. Minute scheiterte Grodowski an einer starken Parade von Seimen, kurz darauf rettete Scheller für den bereits geschlagenen Torwart auf der Linie gegen Roberts Uldrikis.
Späte Erlösung durch Elfmeter
Die Schlussphase wurde immer intensiver. Die Arminia warf alles nach vorne, während Paderborn auf Konter lauerte. In der 88. Minute dann die entscheidende Szene: Nach einem Freistoß von Marius Wörl landete der Ball am Strafraumrand bei Monju Momuluh, der von Baur gefoult wurde. Schiedsrichter Patrick Ittrich zeigte sofort auf den Punkt. Bielefelds Kapitän Mael Corboz übernahm die Verantwortung und verwandelte den Strafstoß in der 90. Minute sicher zum umjubelten 2:2-Ausgleich.
In den sieben Minuten Nachspielzeit drängten beide Teams noch auf den Siegtreffer, doch es blieb beim leistungsgerechten Unentschieden im Derby.
Bundesliga Match Facts
xGoals: Bielefeld 2,97 - Paderborn 0,87
Schnellster Spieler: Stefano Marino (SCP), 34,98 km/h
Tor mit der geringsten Torwahrscheinlichkeit: 1:1 von Stefano Marino (SCP), 7,9 Prozent
Most Pressed Player: Stefano Marino (SCP), 19 Mal unter Gegnerdruck
Beste Pass Effizienz: Felix Götze (SCP), +1,56
