Aalen - Der VfR Aalen hat in diesem Sommer einen echten Umbruch vollzogen. Der halbe Kader wurde ausgetauscht. Oliver Barth gehört dennoch weiter zu den festen Größen im Team von Trainer Stefan Ruthenbeck. Im Interview mit bundesliga.de spricht der Verteidiger über den Wert einer stabilen Defensive und die Ziele für die neue Saison

bundesliga.de: Herr Barth, zum "Man of the Match" wurden bei der WM mal wieder fast nur Offensivspieler gewählt. Wollen Sie mal eine Lanze für Ihre Verteidigerkollegen brechen?

Oliver Barth: Aber gerne. Ich glaube nicht, dass Deutschland ohne seine starke Defensive Weltmeister geworden wäre. Manuel Neuer hat ein wahnsinnig gutes Turnier gespielt, und das gilt auch für beide Innenverteidiger. Jerome Boateng war im Finale überragend, Mats Hummels hat dazu noch zwei Tore geschossen.

bundesliga.de: Auch Ihr Verein, der VfR Aalen, verfügt über eine starke Defensive, die vergangene Saison nur 39 Tore zugelassen hat. Wird auch das zu wenig gewürdigt?

Barth: Das kann schon sein, aber die Hauptsache ist, dass wir alle wissen, dass eine vernünftige Defensivarbeit auch in der kommenden Saison die Basis für den Klassenerhalt sein muss. Zumal wir gerade im Abwehrbereich wieder einige Abgänge hatten (Transferbörse). Wir haben uns in der vergangenen Saison aber auch spielerisch weiterentwickelt ...

bundesliga.de: ... und gegen den 1. FC Kaiserslautern, den 1. FC Union Berlin und den FC St. Pauli mit schönem Konterspiel unerwartete Auswärtssiege eingefahren.

Barth: Genau. Ich finde, dass unser Spiel jetzt noch mehr Balance hat als in der Aufstiegssaison. Das hinzubekommen war ja auch das erklärte Ziel unseres Trainers Stefan Ruthenbeck.

bundesliga.de: Wie Thomas Tuchel oder Christian Streich stammt auch Ihr Trainer aus dem Nachwuchsbereich. Wie würden Sie ihn beschreiben?

Barth: Er versteht jede Menge von taktischen Dingen und spricht die Sprache der Spieler. Dass wir letzte Saison den Klassenerhalt geschafft haben, spricht sicher für sich. Auch in der kommenden Spielzeit wollen wir drei Mannschaften hinter uns lassen und es allen Experten zeigen, die uns mal wieder als Absteiger Nummer 1 sehen.

Das Gespräch führte Christoph Ruf

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