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Nürnberg - Zum achten Mal hat es den 1. FC Nürnberg erwischt. Der "Club" ist abgestiegen und nun soll der neue Coach Valerien Ismäel die Franken sofort wieder nach oben führen.

Der gebürtige Franzosen, der als aktiver in Deutschland für Werder Bremen, Bayern München und Hannover 96 spielte, tritt in Nürnberg seine erste Trainerstelle im Profifußball an - und hat viel vor, wie er im Interview mit bundesliga.de erklärt.

bundesliga.de: Herr Ismael, der FCN betont gerne, dass er ein Traditionsverein ist. Haben Sie in den wenigen Wochen seit Sie hier sind, schon gemerkt, ob da etwas dran ist?

Valerien Ismael: Natürlich. Zum einen sind da natürlich die Erfolge der Vergangenheit, von denen man ja weiß, wenn man sich für Fußball interessiert. Und dann merkt man das alles auch im Jahr 2014 noch: Wenn Sie bei einem Verein arbeiten, bei dem zum ersten Training 3000 Fans kommen und einem von überall Mut zugesprochen wird, ist das schon etwas Besonderes.

bundesliga.de: Waren Sie überrascht?

Ismael: Nein, im Gegenteil, das war ein ganz wichtiger Grund, warum ich mich dafür entschieden habe, beim Club zu arbeiten. Wenn ich früher mit Bremen oder den Bayern hier gespielt habe, wurden wir immer vor der guten Stimmung hier gewarnt. Und das hat sich auch immer bewahrheitet. Dass das heute noch so ist, wollen wir in der kommenden Saison nutzen.

bundesliga.de: In Wolfsburg haben Sie die U 23 trainiert - Chefcoach der Profis war und ist Dieter Hecking, der vor seinem Wechsel nach Niedersachsen drei Jahre lang Cheftrainer in Nürnberg war. Haben Sie sich bei ihm erkundigt?

Ismael: Es ist klar, dass wir uns ausgetauscht haben, da er drei Jahre erfolgreiche Arbeit in Nürnberg geleistet hat. Er hat mir sehr zugeraten und nur Positives erzählt.

bundesliga.de: Konnten Sie als Trainer einer ambitionierten U-23-Mannschaft Erfahrungen sammeln, die Ihnen jetzt auch bei den Profis zugute kommen?

Ismael: Von den Grundvoraussetzungen war das kein großer Unterschied, in Wolfsburg waren die Rahmenbedingungen bei der U 23 jedenfalls ähnlich professionell wie bei einer Profi-Bundesliga-Mannschaft. Und auch hier beim Club arbeite ich ja mit vielen Spielern zusammen, die 18, 19, 20 Jahre alt sind. Aber natürlich ist das von der individuellen Qualität her doch noch einmal etwas anderes.

bundesliga.de: Wobei die Zweite Liga als Spielklasse gilt, in der der Kampf eine wichtige Tugend ist.

Ismael: Klar, aber mit Fußball alleine wird man es auch nicht schaffen. Wir müssen flexibel sein und den Kampf annehmen. Wir sollten deshalb in der Lage sein, viele Systeme zu beherrschen und innerhalb eines Spiels umzuschalten. Deswegen haben wir viele junge, taktisch gut Ausgebildete Spieler geholt. Aber sie werden sich an die zweite Liga anpassen müssen.

bundesliga.de: Wen sehen Sie als Aufstiegsaspiranten?

Ismael: 1860, Kaiserslautern, Braunschweig, Fürth, Leipzig, einige andere und und eben auch wir - die Liste der ehrgeizigen Vereine ist lang. Für uns kann das Ziel natürlich nur der Wiederaufstieg sein. Aber wir wissen auch, wie schwer das wird.

Das Gespräch führte Christoph Ruf

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