Zusammenfassung

  • Viele Bundesliga-Stars spielen in Russland ihre erste WM

  • Allein das deutsche Team stellt zehn Debütanten

  • Benjamin Pavard hat sich bei Frankreich in den Vordergrund gespielt

Köln - Joshua Kimmich, Timo Werner, Thorgan Hazard, Alfred Finnbogason oder Benjamin Pavard. Sie spielen alle für unterschiedliche Vereine in der Bundesliga. Und doch verbindet sie ein ganz entscheidendes Detail. Zum ersten Mal in ihrer Karriere nehmen sie an einer Weltmeisterschaft teil. Und in den Kreis gesellen sich noch viele andere Bundesliga-Spieler. bundesliga.de stellt ein paar WM-Debütanten vor.

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Einer der wohl berühmtesten Bundesliga-Spieler, der zum ersten Mal bei einer Weltmeisterschaft mitspielen wird, ist Marco Reus von Borussia Dortmund. Eigentlich hätte er auch schon beim Triumph der deutschen Nationalmannschaft 2014 dabei sein sollen. Doch eine Sprunggelenkverletzung aus dem letzten Testspiel vor der Abreise nach Brasilien stoppte ihn. Diesmal fährt der Mittelfeldspieler mit nach Russland.

Timo Werner

Ein weiterer WM-Debütanten im deutschen Team ist Timo Werner. Auf dem 22-Jährigen Angreifer liegen große Hoffnungen. Zuletzt war der Mann von RB Leipzig in der Spitze von Joachim Löw gesetzt, erzielte acht Tore in 14 Spielen und zeigte schon beim Confed-Cup im vergangenen Jahr seine Qualität auf internationalem Boden. Druck spürt der schnelle Angreifer keinen, wie er gegenüber "Focus" sagte: "Neben dem Feld ist Druck da, weil es in der Wahrnehmung von außen um Tore geht und wer sie schießt. Alle denken, dass ich der entscheidende Mann in einem Spiel sein kann, und daran werde ich gemessen. Damit kann ich allerdings gut umgehen. Auf dem Feld aber spüre ich keinen Druck."

"Alle denken, dass ich der entscheidende Mann in einem Spiel sein kann." Timo Werner, RB Leipzig

Dass er diesem Druck von außen Stand halten kann, hat Werner schon häufig in der Bundesliga bewiesen. Mit 13 Toren und sieben Vorlagen war er der Top-Torjäger und -Vorlagengeber bei RB. Zwei Vorlagen, zwei Tore gab es alleine in den letzten beiden Spielen der Saison. Sein Fazit: "Die WM kann kommen."

Video: Vier Stars in Topform zur WM

Joshua Kimmich

Ebenfalls bereit für die Weltmeisterschaft ist Joshua Kimmich, der in der Bundesliga für den FC Bayern München spielt und nun mit der Nationalmannschaft bei seiner ersten WM-Teilnahme den Titel verteidigen möchte. Kimmich steuert seinen unbändigen Einsatzwillen dazu bei. Er ist unermüdlich, läuft viel und schaltet sich auf der rechten Seite immer wieder mit nach vorne ein, wo er mit nahezu perfekten Flanken in dieser Saison zehn Tore vorbereitete beim FC Bayern. Mit erst 23 Jahren verfügt Kimmich bereits über einige Erfahrung. Drei Deutsche Meistertitel, einmal DFB-Pokal-Sieger und zwei Mal Supercup-Gewinner mit den Münchnern. Hinzu kommt der Erfolg mit dem DFB-Team beim Confed-Cup im vergangenen Jahr. Seit seinem Debüt im Mai 2016 ist der Abwehrmann aus der Nationalmannschaft nicht mehr wegzudenken. 28 Spiele hat er für den DFB absolviert, nur bei seiner Premiere stand er nicht die komplette Distanz auf dem Platz. Bei der EM 2014 war Kimmich ein wichtiger Faktor beim Erreichen des Halbfinals, das gegen Frankreich verloren ging.

Benjamin Pavard

Benjamin Pavard (VfB Stuttgart) gehört erst seit dieser Saison zum Kader der französischen Nationalmannschaft, wo er sich mit herausragenden Leistungen beim VfB Stuttgart, erst in der Aufstiegssaison und dann in der Bundesliga, hereingespielt hat. Als einer der wenigen Spieler der Schwaben war der 22 Jahre alte Innenverteidiger unersetzlich und verpasste keine einzige Minute in dieser Saison. Für Frankreich hat der Abwehrspieler zwar bislang nur Freundschaftsspiele absolviert, doch in diesen hat er Trainer Didier Dechamps von sich überzeugen können. Auch als der Innenverteidiger in einem der letzten WM-Tests gegen Italien auf der Rechtsverteidigerposition spielen musste und beim 3:1-Sieg eine Vorlage beisteuerte.

Eine weitere Empfehlung des Stuttgarters für die WM. Schließlich ist die Konkurrenz in der Abwehrzentrale groß. Mit Samuel Umtiti (FC Barcelona) und dem deutlich erfahreneren Raphael Varane (Real Madrid) gibt es zwei weitere richtig starke Innenverteidiger im Kader Frankreichs. Seine Variabilität könnte Pavard also noch zu Gute kommen. Auch in der Bundesliga hat er sich schon auf anderen Positionen probiert, etwa als defensiver oder sogar rechter Mittelfeldspieler.

Video: Der Aufstieg des Benjamin Pavard

Amine Harit

Mit 20 Jahren ist Amine Harit einer der Jüngsten im Kader der marokkanischen Nationalmannschaft. Und auch wenn er seit seinem Debüt im November 2017 erst fünf Spiele für die "Atlas-Löwen" absolviert hat, er könnte bei seiner ersten WM-Teilnahme ein wichtiger Spieler für seine Mannschaft werden. Ausgebildet wurde Harit, der nahe Paris geboren wurde, in den Nachwuchsteams der französischen Nationalmannschaft, mit deren U19 er 2016 Europameister wurde. In der WM-Vorbereitung setzte sein Trainer Hervé Renard auf den jungen Mittelfeldspieler, der beim FC Schalke 04 in dieser Saison zu den aufstrebenden Talenten der Bundesliga gehörte und am Ende der Spielzeit sogar zum Rookie der Saison gewählt wurde.

Harit hat sich entschieden bei den Senioren für das Heimatland seiner Eltern aufzulaufen. Mit seinen Fähigkeiten hat er das Potenzial zu einem der Stars der Mannschaft zu werden. Er ist technisch sehr versiert, kaum vom Ball zu trennen, beweglich und schnell. Eigentlich entspricht seine Spielweise ganz und gar nicht der Malocher-Mentalität seines Clubs Schalke. Doch vielleicht auch gerade wegen der Gegensätzlichkeit kann er das Spiel der Königsblauen im Mittelfeld hervorragend antreiben und für die spielerischen Elemente sorgen. S04-Trainer Domenico Tedesco weiß jedenfalls, was er an seinem Juwel hat und stellte ihn bei seinen 31 Einsätzen 23 Mal von Beginn an auf. Auf Schalke ist Harit "sehr glücklich". Vielleicht kann er das in wenigen Wochen auch über die marokkanische Nationalmannschaft sagen, bei der er bei seiner ersten WM-Teilnahme auftrumpfen könnte.

Video: Amine Harit ist der Rookie des Jahres

Alfred Finnbogason

Auch WM-Debütant aber nicht mehr ganz so jung wie einige seiner Mitstreiter ist Alfred Finnbogason (29). Es ist nicht nur die Premiere für den Angreifer des FC Augsburg. Island nimmt zum ersten Mal in seiner Geschichte überhaupt an einer Weltmeisterschaftsendrunde teil. Dementsprechend groß ist natürlich bei allen Beteiligten die Vorfreude. Wie bereits bei der EM 2014, als Island ins Viertelfinale kam, überzeugt das Nationalteam vor allem durch seinen Teamgeist. Ohne starke Säulen und Führungsspieler wäre aber auch dies nicht möglich. Ein wichtiger Bestandteil: Finnbogason, der nach zweieinhalbmonatiger Verletzung pünktlich zur WM wieder in Topform ist. Bei der Generalprobe gegen Ghana (2:2) steuerte er einen Treffer bei.

Der 29-Jährige geht mit viel Selbstvertrauen ins Turnier. In der Bundesliga hat der Torjäger wenig Respekt gezeigt und vielen Vereinen das Fürchten gelehrt. Zwölf Mal hat er getroffen, gehörte in der abgelaufenen Saison damit zu den zehn besten Torschützen der Liga und stach auf dem Weg zum frühzeitigen Klassenerhalt des FCA heraus. Finnbogason hat einen unbändigen Willen, gibt auf dem Platz alles. Auch ein Markenzeichen der kompletten isländischen Mannschaft, die es ohne ihren Kampfgeist und Einsatzwillen wohl nicht zur WM nach Russland geschafft hätte.

Video: Finnbogason ist rechtzeitig wieder in Form

Viele weitere WM-Debütanten

Die Liste kann fortgeführt werden. Allein für Deutschland sind sieben weitere WM-Neulinge im Kader (Julian Brandt, Matthias Ginter, Jonas Hector, Marvin Plattenhardt, Sebastian Rudy, Niklas Süle und Leon Goretzka). Andrej Kramaric, Angreifer der TSG 1899 Hoffenheim, hat sich seit der vergangenen WM in Brasilien in den Kader der Kroaten gespielt und ist in Russland erstmals selbst bei einer Weltmeisterschaft dabei. Oder Youngster Denis Zakaria (Borussia Mönchengladbach), der auch bei der Schweiz ein wichtiger Mann im defensiven Mittelfeld ist. Sein Teamkollege (Verein und Nationalmannschaft) Nico Elvedi schnuppert ebenfalls erste WM-Luft. Carlos Salcedo, der gerade mit Eintracht Frankfurt den DFB-Pokal gewonnen hat, hat seine Premiere mit dem mexikanischen Nationalteam, usw...

25 von 32 Teams

Eines steht fest: Die Bundesliga ist bei der WM zahlreich vertreten. 25 von 32 Teams haben Bundesliga-Spieler in ihrem Kader. Ob zum ersten oder zum wiederholten Mal, eine Teilnahme an einer Weltmeisterschaft ist immer etwas besonderes.

Kristina Jäger

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