
RB Leipzig: Der steile Aufstieg von Yan Diomande
In kürzester Zeit hat Yan Diomande den Sprung aus dem Nachwuchsfußball in den europäischen Profibereich – und die internationale Spitzenklasse – geschafft. Dabei musste der erst 19-Jährige bereits einige Rückschläge überwinden.
Ein, zwei Haken auf der linken Seite, ein schneller Antritt, dann das Tor. Bei diesem Mann sieht alles so einfach aus. Wie zuletzt gegen Augsburg, als er fast von der Mittellinie mit dem Ball startete. Oder in Hamburg, als er vor seinem Treffer gleich drei Männer stehen ließ. Bei seinem Distanzschuss auf St. Pauli. Seinem Dreierpack gegen Frankfurt.
Die Liste der Tore ist lang, die Diomande in dieser Saison schoss. Zehn Stück sind es schon, und allesamt sind sie wunderschön. Keine Elfer oder Standards zeichnen den Flügelflitzer aus, sondern die pure Explosivität aus dem laufenden Spiel.

Tränen beim ersten Treffer
Diomande war zu Beginn der Saison wohl kaum einem Bundesliga-Fan ein Begriff. Zu Leipzig wechselte der Ivorer vom spanischen Zweitligisten CD Leganés. Dort debütierte er vor ziemlich genau einem Jahr, am 29. März 2025, gegen keinen Geringeren den damaligen Champions-League-Sieger Real Madrid.
Als Diomande kurz darauf sein erstes Profitor gegen Espanyol Barcelona erzielte, brach er in Tränen aus. Sie galtern seiner kurz zuvor verstorbenen jüngeren Schwester. "Mein Traum war es, sie glücklich und stolz zu machen", sagt der heutige Nationalspieler der Elfenbeinküste.
Wie ein Komet
Insgesamt markierte Diomande in Spanien nur zwei Treffer. Die Verantwortlichen von RBL waren trotzdem von seinem Talent überzeugt und lotsten ihn nach Leipzig. Über die Unterschrift habe der Linksaußen nicht lange nachdenken müssen: "Ich kannte Leipzig schon lange aus der Champions League wegen Amadou Haidara."
Die Saschsen ließen ihren Rohdiamanten von Beginn an auf die Gegner los. Sein Debüt für RBL feierte Diomande im ersten Pflichtspiel, im DFB-Pokal beim SV Sandhausen. Dann schlug er wie ein Komet in die Bundesliga ein: In 26 Einsätzen sammelte er zehn Tore und sechs Vorlagen, gewann 333 Zweikämpfe und erreichte einen Top-Speed von 36,6 km/h.

"Dankbar, dass ich so gesegnet bin"
Es ist schon ein Wahnsinn, wie schnell alles bei Diomande ging. 2006 wurde er wurde in Abidjan geboren, einer Großstadt in der Elfenbeinküste mit knapp sechs Millionen Einwohnern. Schon in jungen Jahren zog Diomande in die Vereinigten Staaten, um dort in einer Akademie Fußball zu spielen.
Von der DME Academy in Florida machte er den Schritt nach Europa vergleichweise spät. Erst 2025 kam Diomande in Spanien an, um anderthalb Jahre später Leganés in Richtung Leipzig zu verlassen. "Nicht viele Menschen bekommen so eine Gelegenheit. Ich bin Gott dankbar, dass ich so gesegnet bin", erklärt er über seinen steilen Karriereweg.
Nächster Halt: Weltmeisterschaft
Mit den Roten Bullen soll nun erst einmal der Einzug in die Champions League gelingen. Das 5:0 gegen den direkten Konkurrenten aus Hoffenheim war ein großer Schritt, am 28. Spieltag reist RBL nach Bremen.
Nach der Saison folgt für Diomande dann das nächste – große – Highlight:. Die WM steht an, wo er mit der Elfenbeinküste in der Gruppenphase unter anderem auf Deutschland trifft. Es ist der nächste Meilenstein in der noch jungen Karriere des Wunderkinds.
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