Timo Werner, Marius Bülter und Robert Lewandowski waren die prägenden Figuren des 3. Bundesliga-Spieltags - © imago images (2) / Getty Images (1)
Timo Werner, Marius Bülter und Robert Lewandowski waren die prägenden Figuren des 3. Bundesliga-Spieltags - © imago images (2) / Getty Images (1)
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3. Spieltag im Fokus: Darüber spricht die Bundesliga

Köln - Der 1. FC Union Berlin stürzt den Tabellenführer Borussia Dortmund, RB Leipzig stürmt dank "Dreierpacker" Timo Werner an die Spitze, der FC Bayern München kommt nach frühem Rückstand gegen den 1. FSV Mainz 05 ins Rollen – das sind die Themen des 3. Spieltags.

1) Die Bayern marschieren

Im Auftaktmatch hatte es für den FC Bayern München noch gehakt, am Ende hieß es 2:2 gegen Hertha BSC. Eine Woche später lief es beim 3:0 beim FC Schalke 04 schon deutlich besser. Und am 3. Spieltag nun zeigten die Münchner, dass sie wieder heiß und richtig gut drauf sind. Zwar erzielte der 1. FSV Mainz 05 überraschend das frühe 1:0 in der Münchner Allianz Arena. Doch schon zur Pause hatten die Münchner den anfänglichen Ausrutscher begradigt. Am Ende war es ein mehr als deutliches 6:1 für den deutschen Rekordmeister.

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Und erstmals in dieser Saison hießen die Torschützen für den FCB nicht ausschließlich Robert Lewandowski. Nachdem der Pole die ersten fünf Treffer marktiert hatte, reihten sich diesmal fünf neue Namen in die Liste ein, darunter mit Benjamin Pavard und Ivan Perisic auch zwei Sommerzugänge der Münchner. Und natürlich ließ sich auch Lewandowski nicht lumpen, der seine Ausbeute auf sechs Tore nach drei Spieltagen ausbaute. Schon sind die Bayern ganz oben mit dabei und haben die meisten Treffer aller Clubs erzielt.

2) Werner schießt Leipzig zum Rekord

Einer hatte nach dem perfekten Start ganz besonders gut lachen. Erster Bundesliga-Dreierpack seiner Karriere, damit drei wichtige Auswärtspunkte eingefahren und mit RB Leipzig die Tabellenführung erobert. Besser hätte der Abend für Timo Werner beim 3:1 bei Borussia Mönchengladbach nicht laufen können. Zumal die Sachsen damit mit perfekten neun Punkten aus den ersten drei Spielen den besten Start in eine Saison in ihrer noch kurzen Bundesliga-Geschichte hingelegt haben.

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Das Gesicht dieses Leipziger Aufschwungs ist ganz eindeutig der Nationalstürmer in Diensten der Sachsen. In jedem Spiel in dieser Saison hat der Stürmer getroffen, war damit erstmals in seiner Karriere zum Start in drei Partien in Serie erfolgreich - und liegt mit fünf Toren nur knapp hinter Lewandowski auf Platz zwei der Torjägerliste. Werner führte den Leipziger Höhenflug indes besonders auch auf Neu-Coach Julian Nagelsmann zurück: "Wir spielen den Fußball, den wir mit dem Trainer eingeübt haben. Das ist der Fußball, den wir im Blut haben." Und der sehr erfolgreich ist.

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Gleich drei Treffer schenkt Timo Werner von RB Leipzig Borussia Mönchengladbach ein - imago images / Horstmüller

3) Historischer Sieg für Union Berlin

Wer hätte das gedacht? Der 1. FC Union Berlin feiert den ersten Bundesliga-Sieg der Vereinsgeschichte ausgerechnet gegen einen der Titelfavoriten im Meisterkampf in dieser Saison. Die "Eisernen" zeigten vor einem leidenschaftlichen Publikum eine starke Leistung und schlugen Borussia Dortmund schlussendlich sogar deutlich mit 3:1. Während das Spiel also ohnehin in die Geschichtsbücher eingehen wird, dürfte insbesondere Marius Bülter den Abend in Köpenick nicht vergessen: Der Neuzugang erzielte gegen die Schwarz-Gelben einen Doppelpack - und stellte danach nüchtern fest: "Das war mein größtes Spiel." Die Berliner Fans zeigten sich da nicht ganz so sachlich und verabschiedeten den BVB mit "Auf Wiedersehen"-Gesängen.

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Ausruhen will man sich bei Union jedoch nun nicht - zumindest nicht, wenn es nach Trainer Urs Fischer geht. "Wir wussten, dass das wirklich sehr harte 90 Minuten werden, dass wir über die Grenzen gehen müssen", erklärte der Schweizer nach dem Sieg. Merkte aber eben direkt auch an: "In der ein oder anderen Situation hätte ich mir gewünscht, dass wir den Ball mehr laufen lassen. Da haben wir noch viel zu tun." Am Samstagabend musste dem Vernehmen nach aber keiner der Berliner Profis noch nachsitzen.

4) Lehrreiche Niederlage für den BVB

Borussia Dortmund hat auf dem Weg zum erklärten Ziel Deutsche Meisterschaft einen ersten Rückschlag hinnehmen müssen. Das 1:3 beim Aufsteiger 1. FC Union Berlin hat BVB-Kapitän Marco Reus nachdenklich gestimmt. „Wir haben uns im Zusammenspiel einfach komplett dumm angestellt. Wir haben zwischendurch eigentlich ein paar gute Aktionen gehabt, doch wir haben es im vorderen Drittel zu schlecht ausgespielt“, erklärte der 30-Jährige nach dem Spiel.

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Wenn man beim BVB etwas Positives aus der Niederlage ziehen kann, dann vielleicht, dass sie zu einem nicht so schlechten Zeitpunkt kommt. Die Saison fängt gerade erst richtig an und die Dortmunder Spieler haben bereits jetzt die Erfahrung gemacht, dass sie sich nicht nur auf ihre zweifelsohne im Überfluss vorhandene Klasse verlassen dürfen.  Reus weiß: „Wir müssen einfach die Tugenden an den Tag legen, die uns letzte Saison ausgezeichnet haben. Das sind Wille und Leidenschaft - und danach kommt das Spielerische.“ Dass die BVB-Profis dies bereits am dritten Spieltag vor Augen geführt bekommen haben, kann in der Endabrechnung noch wichtig werden.

Bas Dost feiert bei Eintracht Frankfurt einen perfekten Einstand mit einem Tor - Alex Grimm/Bongarts/Getty Images

5) Frankfurt nimmt Europapokal-Euphorie mit

Nur drei Tage nach dem hart erkämpften Einzug in die Europa-League-Gruppenphase hat Eintracht Frankfurt erneut mit viel Willen und Leidenschaft einen weiteren Erfolg eingefahren: Im Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf gewannen die Hessen nach zwischenzeitlichem Rückstand zur Pause noch mit 2:1 (0:1), versüßten damit wie gefordert den Kraftakt gegen Straßburg mit weiteren drei Punkten in der Bundesliga. Ohne den kroatischen Angreifer Ante Rebic, der voraussichtlich die Eintracht Richtung Italien verlassen wird, musste die SGE gegen aufmüpfige Düsseldorfer lange auf die Zähne beißen. "Das war ein absoluter Kraftakt, aber meine Mannschaft hat nach dem 0:1 großartige Mentalität gezeigt", lobte Eintracht-Trainer Adi Hütter seine "Eurofighter", die sich bei Neuzugang Bas Dost bedanken durften. Der Niederländer erzielte bei seinem Debüt mit der Adler auf der Brust den Ausgleich und war der gewünschte Zielspieler im Angriff. Sein Sturmkollege Goncalo Paciencia war dann der umjubelte Held, der gegen nachlassende Gäste den Siegtreffer kurz vor Schluss erzielte und die Frankfurter Fans abermals jubeln ließ.

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