Im Fokus: Luan Candido (RB Leipzig), Dejan Joveljic (Eintracht Frankfurt), Jonathan Burkardt (1. FSV Mainz 05), Rabbi Matondo (FC Schalke 04) und Luca Kilian (SC Paderborn) - © DFL Deutsche Fußball Liga
Im Fokus: Luan Candido (RB Leipzig), Dejan Joveljic (Eintracht Frankfurt), Jonathan Burkardt (1. FSV Mainz 05), Rabbi Matondo (FC Schalke 04) und Luca Kilian (SC Paderborn) - © DFL Deutsche Fußball Liga
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Vor dem Durchbruch: Die Top-Talente Candido, Joveljic, Burkardt, Matondo und Kilian

Köln - Es gibt sie in jeder Spielzeit: Die Akteure, die man vor der Saison nicht so richtig auf dem Zettel hat, die aber dann die Bundesliga im Sturm erobern. Wir haben einen Blick auf die Kader der 18 Clubs geworfen und pro Club einen Kandidaten für den großen Durchbruch. Im dritten Teil werfen wir einen Blick auf die Kader von RB Leipzig, Eintracht Frankfurt, dem 1. FSV Mainz 05, dem FC Schalke 04 und dem SC Paderborn.

>>> Die Top-Talente der Bundesliga - Teil 1

>>> Die Top-Talente der Bundesliga - Teil 2

>>> Die Top-Talente der Bundesliga - Teil 4

Luan Candido (RB Leipzig)

Der Spieler: Eines der größten Talente des brasilianischen Fußballs konnte sich RB Leipzig sichern. Luan Cândido de Almeida, kurz Luan Candido, kam im Sommer von Palmeiras São Paulo zu den Sachsen und soll auf der linken Außenbahn für Furore sorgen. Dabei hat der 18-Jährige, den der britische „Guardian“ im vergangenen Herbst unter den 60 größten Talenten seines Jahrgangs 2001 führte, noch kein Profispiel absolviert. Candido kann als Linksverteidiger als auch im Mittelfeld und sogar als offensiver Flügelspieler eingesetzt werden.

Die Perspektive: Einen durchaus gewagten Schritt ist Candido in diesem Sommer gegangen: Ohne Profierfahrung in die Bundesliga zu wechseln ist nicht ohne Risiko. Doch in Leipzig kann sich der pfeilschnelle und körperlich robuste Youngster in Ruhe weiterentwickeln - und erste Schritte im deutschen Fußball machen. Candido bringt alle Voraussetzungen mit, in der Bundesliga für Furore zu sorgen. Dynamik, Zweikampfstärke, Technik, Torgefährlichkeit: Der Brasilianer ist ein ziemlich kompletter Spieler auf der Außenbahn. Dennoch sieht er abseits der Anpassung an die höhere Intensität in Deutschland noch Steigerungsbedarf bei sich: „Ich will meine Flanken, Eckbälle und Kopfbälle verbessern. Besonders bei den Standards muss ich noch besser werden.“

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Dejan Joveljic (Eintracht Frankfurt)

Der Spieler: Den nächsten "Balkan-Knipser" konnte sich Eintracht Frankfurt im Sommer sichern: Der serbische U21-Nationalspieler Dejan Joveljic, zuvor beim Renommierclub Roter Stern Belgrad aktiv, schloss sich den Hessen an und soll in der Offensive an die Erfolge seines Vorgängers Luka Jovic (nun: Real Madrid) anknüpfen. Im Sturmzentrum oder auf den Flügeln: Joveljic ist nicht auf eine Position festgelegt und freut sich auf die neue Herausforderung in der Bundesliga. Besonders gefürchtet ist der 19-Jährige als Vollstrecker: "Ich bin ein hart arbeitender Stürmer, der weiß, wie man das Tor trifft. Und ich kann von überall treffen."

Die Perspektive: Nach den Abgängen von Jovic und auch Sebastien Haller (West Ham United) werden im Eintracht-Angriff die Karten völlig neu gemischt. Und Joveljic konnte in der Vorbereitung bereits eindringlich auf sich aufmerksam machen. Die Verantwortlichen hat er bereits von sich überzeugen können. "Er ist ein interessanter Junge", sagt SGE-Trainer Adi Hütter über den abschlussstarken Stürmer. Auch Sportvorstand Fredi Bobic lobt: "Er macht einen sehr gefestigten und reifen Eindruck, ist ein sehr angenehmer Typ. Er ist total hungrig, das sieht man in seinen Augen. Aber er braucht noch Zeit, die wird er bekommen. Ich bin sicher, dass er schnell lernen wird", so der ehemalige Bundesliga-Torschützenkönig. Es würde allerdings nicht verwundern, wenn Joveljic schon bald in die großen Fußstapfen von Luka Jovic und Sebastien Haller tritt.

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Jonathan Burkardt (1. FSV Mainz 05)

Der Spieler: 2014 aus dem Nachwuchs des SV Darmstadt 98 zum 1. FSV Mainz 05 gewechselt avancierte Angreifer Jonathan Burkardt schnell zur großen Hoffnung bei den Rheinhessen. Der Jugendnationalspieler konnte in der vergangenen Saison sogar schon Bundesliga-Luft schnuppern - und schnuppert jetzt an seinem endgültigen Durchbruch bei seinen "Nullfünfern". Schnell, mit großem Zug zum Tor und extrem lernwillig: Der 19-jährige Burkardt präsentiert sich auf Augenhöhe mit der prominenten Konkurrenz im Mainzer Sturm.

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Die Perspektiven: Im Frühjahr hatte Sandro Schwarz den Youngster noch aus dem Profibetrieb genommen, um ihm nach einigen Verletzungen die nötige Ruhe zu geben. Diese ungewöhnliche Maßnahme zahlt sich für Burkardt aus: Der Angreifer ist die große Entdeckung der Mainzer Vorbereitung. "Er präsentiert sich in sehr gutem Zustand. Quote hatte Johnny in allen U-Teams immer. Jetzt hat er aber auch körperlich richtig zugelegt", lobt ihn sein Trainer. Der Nachwuchsstürmer wittert seine Chance: "Ich sehe schon meine Lücke und hoffe, dass ich dieses Jahr auf ein paar mehr Minuten komme als letzte Saison."

Rabbi Matondo (FC Schalke 04)

Der Spieler: Im Winter aus der U23 von Manchester City zum FC Schalke 04 gewechselt hat Rabbi Matondo in der vergangenen Spielzeit schon Bundesliga-Erfahrung gesammelt. Der pfeilschnelle Offensivallrounder, der auf beiden Außenbahnen zuhause ist, konnte dabei schon andeuten, weshalb die "Königsblauen" ihn verpflichtet haben. "Schalke ist eine riesige Chance. Ich habe meine Entscheidung keine Sekunde bereut", sagt der 18-jährige walisische Nationalspieler, der als Sohn eines Kongolesen in Liverpool geboren wurde, aber in Cardiff aufwuchs. Nun soll Matondo mit seinen Qualitäten im Eins-gegen-Eins, seinem Tempo und seiner Unbekümmertheit den Schalker Angriff beleben.

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Die Perspektive: Unter dem neuen S04-Trainer David Wagner stehen die Chancen gar nicht so schlecht, dass der Offensivyoungster mehr Spielzeit erhält als noch in der Vorsaison. Gemeinsam mit Neuzugang Benito Raman und Nationalspieler Mark Uth kann Matondo eine schlagkräftige Offensivreihe bilden. Das deutete der Waliser in den Testspielen auch bereits an: Bei der 1:2-Niederlage gegen Norwich erzielte Matondo den einzigen Schalker Treffer. Nun gilt es für den 18-Jährigen, diese Frühform auch über die Vorbereitung hinaus zu zeigen. Und sich stetig weiterzuentwickeln: "Ich weiß, dass ich noch sehr viel lernen muss“, betonte er bereits am Ende der Vorsaison. Gelingt das schon in den kommenden Monaten, ist Matondos Durchbruch nur eine Frage der Zeit.

Luca Kilian (SC Paderborn)

Der Spieler: Einen Aufstieg durfte nicht nur der SC Paderborn feiern, Neuzugang Luca Kilian übersprang im Sommer gleich mehrere Spielklassen. Mit der Reserve von Borussia Dortmund spielte der 20-jährige Innenverteidiger in der Vorsaison noch in der viertklassigen Regionalliga West, nun darf sich der talentierte Abwehrmann mit Gardemaß von 1,90 Meter mit Bundesliga-Stürmern wie Robert Lewandowski oder Paco Alcacer messen. Der Enkel des einstigen Profis Amand Theis (fast 300 Bundesliga-Spiele für Nürnberg, Offenbach, Dortmund und Düsseldorf) gilt als spiel- und kopfballstarker Abräumer mit Perspektive. Für den ostwestfälischen Aufsteiger überzeugende Gründe, in der kommenden Bundesliga-Saison auf den Youngster aus dem BVB-Nachwuchs zu setzen.

>>> Aufsteiger Köln, Paderborn und Union: Drei Wege zum Glück

Die Perspektive: Drei Ligen innerhalb eines Sommers überspringen? Für Luca Kilian offensichtlich kein Problem. Dem 20-jährigen Innenverteidiger werden nach starken Auftritten in der Vorbereitung gute Chancen eingeräumt, zum Saisonauftakt in der Startelf des SC Paderborn zu stehen. „Er macht seine Sache sehr, sehr gut und kann sicherlich auf einem hohen Niveau spielen", lobte ihn beispielsweise SCP-Sportgeschäftsführer Martin Przondziono. Im Schatten von erfahrenen Abwehrrecken wie Uwe Hünemeier und Christian Strohdiek ist Kilian mittlerweile nicht nur Lehrling, sondern durchaus eine wichtige Alternative für den Aufsteiger. Seine Schnelligkeit, sein Spielverständnis und seine Kopfballstärke könnten den Dortmunder Jungen mit BVB-Dauerkarte in Paderborn bald schon zum Stammspieler werden lassen.

Thomas Reinscheid