Fokussiert: Schalkes neuer Angreifer Benito Raman - © imago images / Team 2
Fokussiert: Schalkes neuer Angreifer Benito Raman - © imago images / Team 2
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Benito Raman - das ist Schalkes neuer Hoffnungsträger im Angriff

Gelsenkirchen - Der FC Schalke 04 freut sich auf Benito Raman. Der 24 Jahre alte Belgier kommt vom Liga-Konkurrenten Fortuna Düsseldorf ins Ruhrgebiet. Der pfeilschnelle Angreifer soll die Offensive beleben. Sein neuer Trainer David Wagner ist zuversichtlich. Obwohl Ramans erste Aktion auch ihn zum Schmunzeln brachte.

Es könnte eine Szene mit Nachhall sein, das wusste Benito Raman sofort. Zwar war die Bühne eine deutlich kleinere als die Bundesliga — dem Neu-Schalker unterlief das humorige Missgeschick „nur“ in einem Testspiel beim Regionalligisten Rot-Weiß Oberhausen. Doch bekanntlich vergisst das Internet nicht, und so dürfte der Fehlschuss aus fünf Metern Entfernung zum Tor das eine ums andere Mal Quell des Frohmuts für Schadenfrohe sein. Der 24-Jährige konnte aber selbst darüber lachen und nahm sich im Anschluss selbst aufs Korn. „Die Szene ist typisch. Wenn du dir ganz sicher bist, dass der Ball rein geht, dann geht er daneben.“

Doch Raman, gerade von Fortuna Düsseldorf zum FC Schalke 04 geholt, weiß, dass von ihm erwartet wird, die Offensive der Königsblauen mit deutlich mehr zu bereichern als mit derartigen Einlagen. „Besser, so etwas passiert mir jetzt in der Vorbereitung als später in der Saison. Ich habe noch fünf Wochen Zeit, um mich mit meiner neuen Mannschaft auf die Spielzeit vorzubereiten“, erklärte der Belgier nach seinem dritten Tag als Schalker.

Sein neuer Trainer David Wagner, der nach Ramans Wechsel nach Gelsenkirchen erklärt hatte, dass der Offensivspieler „mit dieser Spielweise auch die Fans auf Schalke für sich gewinnen wird“, nahm das Gesehene ebenfalls gelassen und ordnete es in den gesamten Kontext ein. Schließlich sind die Königsblauen erst seit dem 1. Juli im Training, konnten vor dem Freundschaftsspiel beim Viertligisten nur eine Woche trainieren. „Das, was man erwarten darf, haben wir bekommen“, befand Wagner.

Ramans Rückennummer trägt auf Schalke — und das kommt schon beinahe einem Versprechen gleich — die traditionell für Torjäger und Mittelstürmer reservierte „9“. Der pfeilschnelle Angreifer, in der vergangenen Saison mit 42 Spurts pro Partie ligaweit der sprintfreudigste Spieler, hat für seine Leistungen im Trikot der Fortuna reichlich Vorschusslorbeeren erhalten. Er erzielte zehn Tore für die Landeshauptstädter, war mit Dodi Lukebakio bester Düsseldorfer Torschütze. Beide überholten den bisher besten Bundesliga-Torjäger des Clubs. Dani Schahin hatte in der Spielzeit 2012/13 acht Tore erzielt.

Auf Herz und Nieren geprüft: Schalkes Neuer Benito Raman - imago images / DeFodi

„Meine Art zu spielen passt hier perfekt hin“, versicherte Raman, der der Hoffnungsträger der Gelsenkirchener ist. Von ihm erwarten Trainer David Wagner und natürlich auch die Fans Torabschlüsse en masse. Auch hier greift das beim Liga-Konkurrenten Geleistete. Alle 30 Minuten verzeichneten die Statistiker einen Torabschluss des Rechtsfußes. Und offenbar ist er mit einem guten Nervenkostüm ausgestattet: Vier Tore erzielte er jeweils in der letzten Viertelstunde einer Partie. Raman soll den S04 gefährlicher machen als in der vergangenen Saison. Und weniger berechenbar.

Denn der Neu-Schalker kann es auch als Joker. In dieser Statistik reihte er sich in der vergangenen Spielzeit hinter überaus prominenten Namen ein. Elfmal war Raman Joker, vier seiner zehn Treffer erzielte er, als er von der Düsseldorf Bank kam. Erfolgreicher waren nur Paco Alcacer von Borussia Dortmund mit zwölf - und Werder Bremens Claudio Pizarro mit fünf Toren. Raman hat sich damit nicht nur in der Bundesliga nach vorn gearbeitet, sondern auch clubintern. Vier Joker-Tore erzielten auch Günter Thiele 1984/85 und Dani Schahin 2012/13.

Bei aller Kaltschnäuzigkeit, die der Belgier vor dem gegnerischen Tor mitbringt: Er ist darüberhinaus auch ein mannschaftsdienlicher Spieler. 2018/19 sammelte er 14 Scorer-Punkte, bereitete vier Treffer der Fortunen vor. Wenig überraschend bei einem Spieler mit einer Spitzengeschwindigkeit von 33,9 km/h: Sechsmal beteiligte sich Raman an einem Düsseldorfer Kontertor.

Macht er auf Schalke so weiter, dann vergisst auch das Internet ganz schnell, welch erheiterndes Missgeschick ihm vor der Saison in Oberhausen passiert ist. Übrigens: Schalke gewann das Spiel gegen Oberhausen mit 3:1.

Dominik Hamers