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Taktik-Analyse: Florian Wirtz vs. Thomas Müller

Sie sind sich so ähnlich – und doch so verschieden: Florian Wirtz und Thomas Müller. bundesliga.de hat die beiden Spielmacher vor dem Spitzenspiel zwischen Bayer 04 Leverkusen und dem FC Bayern München einer Taktik-Analyse unterzogen.

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Wenn es am Sonntagnachmittag zum Spitzenspiel zwischen Tabellenführer FC Bayern München und dem punktgleichen Verfolger Bayer 04 Leverkusen kommt, dann kommt es vor allem auf jene Akteure an, die den Unterschied ausmachen können. Absolute Schlüsselspieler sind dabei die beiden Spielmacher Florian Wirtz und Thomas Müller, die beide von der Zehnerposition aus agieren und sowohl als Vorbereiter als auch als Vollstrecker überzeugen.

Vom Positionsprofil sind sich beide auf den ersten Blick recht ähnlich. Der größte Unterschied liegt aber schon beim Alter. Als Müller in der Bundesliga erstmals auf dem Rasen stand, ging Wirtz noch in den Kindergarten. 13 Jahre später sind sie gemeinsam im Kader der deutschen Nationalmannschaft und stehen sich in der Bundesliga als Rivalen im Kampf um die Tabellenführung gegenüber.

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Für Müller spricht natürlich die immense Erfahrung. Der 32-Jährige blickt auf 390 Bundesliga-Partien zurück, in denen er nicht weniger 271 direkte Torbeteiligungen, verteilt auf 130 Tore und 141 Assists, geliefert hat. Dabei ist er stets bis unter die Haarspitzen motiviert, ein lustloser Thomas Müller, das gab es in all den Jahren noch nie. "Ich spiele Fußball, weil es Spaß macht. Doch was macht am Fußball Spaß? Tore schießen, Spiele gewinnen! Dafür starte ich den Tag", sagt Müller im Interview mit bundesliga.de.

Müller ist kein Sprinter oder Dribbler, aber er versteht es wie kaum ein anderer, das Umschaltspiel der Bayern mit geradelinigen Pässen in Sekundenschnelle anzukurbeln. Seine größte Stärke ist bei seiner eher unkonventionellen Spielweise aber das Gespür für den freien Raum. Müller hat es perfektioniert, sich von seinen Gegenspielern davon zu schleichen und so die entscheidenden Meter Vorteil zu haben. Und dass er seine Kollegen dann perfekt in Szene zu setzen weiß, versteht sich bei der Anzahl von Torvorlagen von ganz alleine. Mit 18 Assists war er 2020/21 ligaweit der beste Zuarbeiter.

Florian Wirtz steht diesen Attributen aber in nichts nach. In dieser Saison weist der 14 Jahre jüngere Leverkusener sogar noch beeindruckendere Werte auf als Müller. Der 18-Jährige führt mit fünf Assists die Statistik der besten Torvorbereiter an, hat aber auch selbst schon vier Mal getroffen. Alle 41 Minuten war Wirtz 2021/22 schon an einem Treffer seiner Mannschaft direkt beteiligt. Eine unfassbare Effizienz, die sich auch in den Daten widerspiegelt: Mit 2,6 Toren über seinem xGoals-Wert ist Wirtz der ligaweit beste Spieler bei der Abschluss-Effizienz. Zudem war er der historisch jüngste Spieler mit zehn Bundesliga-Toren.

Aber auch Führungsqualitäten bringt der Youngster trotz seines zarten Alters schon mit: "Der Trainer erwartet von mir, dass ich vorangehe. Dass ich andere Spieler auf ein besseres Niveau bringe, indem ich sie mitziehe", sagt Wirtz.

Am kommenden Sonntag (Anstoß 15:30 Uhr live auf DAZN) könnte die Tagesform von Wirtz oder Müller am Ende entscheidend sein, welche Mannschaft fortan von der Tabellenspitze grüßt. Langfristig wird Wirtz seinen Kontrahenten Müller aber gewiss beerben: Als Spielmacher der deutschen Nationalmannschaft.