Die komplette Mannschaft feiert den Treffer von Ludwig Augustinsson in der 94. Minute - © Alex Grimm/Bundesliga/Bundesliga Collection via Getty Images
Die komplette Mannschaft feiert den Treffer von Ludwig Augustinsson in der 94. Minute - © Alex Grimm/Bundesliga/Bundesliga Collection via Getty Images
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Grün-weiße Party: SV Werder Bremen feiert den Klassenerhalt

Der SV Werder Bremen bleibt nach einer turbulenten Saison in der Bundesliga. In einer packenden Relegation reichte dem Team von Florian Kohfeldt ein 2:2 im Rückspiel, um dank der Auswärtstorregel die Klasse zu halten. Nach einer Achterbahn der Gefühle fällt nun eine große Last von allen Beteiligten ab.

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Florian Kohfeldt hielt sich die Hände vor sein Gesicht, die Auswechselspieler und Betreuer des SV Werder Bremen stürmten den Platz. Nach 98 packenden Relegations-Minuten beim 1. FC Heidenheim lagen die Nerven sichtlich blank. Dank der Auswärtstorregel war Werder gerettet. "Ich bin einfach nur froh und glücklich, dass wir es geschafft haben nach so einer Saison. Wir waren so oft schon tot und nach dem Hinspiel auch nochmal tot", erklärte Kohfeldt erleichtert nach dem Spiel und fügte hinzu: "Scheiß Saison, gutes Ende und alles andere besprechen wir jetzt."

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Kohfeldt: "Für mich war das eher Free-Fall als Achterbahn"

Die große Erlösung besorgte Ludwig Augustinsson mit dem 2:1 in der Nachspielzeit (94.). Diese späte Entscheidung war sinnbildlich für die Saison der Bremer, die einer Achterbahnfahrt glich. "Ich bin schon oft in Vergnügungsparks gewesen. Für mich war das eher Free-Fall und nicht Achterbahn und wir haben uns da herausgekämpft. Die Mentalität war top. Wir wurden oft totgesagt, unser Charakter wurde in Frage gestellt. Das können wir alles ad acta legen", analysierte Kohfeldt.

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Werder-Kapitän Davy Klaassen wirkte nach dem Spiel gelöst und blickte schon auf die neue Saison: "Es war eine sehr lange Saison und wir sind glücklich, auch in der nächsten Saison wieder in der Bundesliga zu spielen. Aber wir müssen in der neuen Spielzeit einiges besser machen."

Diese fordernde Aufgabe wird auf Frank Baumann und sein Team zukommen. Und der Geschäftsführer wusste, welche Herausforderung hinter ihm lag: "Die Anspannung und der Druck waren in den letzten Wochen und Monaten sehr, sehr groß. Bei mir ist noch nicht alles abgefallen. Wir mussten bis zur letzten Sekunde kämpfen, zittern und Rückschläge wegstecken. Wir hätten es uns durchaus in der ganzen Saison leichter machen können, doch wir sind leider häufig den schweren Weg gegangen", so Baumann.

Das Team feiert seine Legende Claudio Pizarro - Pressefoto Rudel/Robin Rudel/Poo/Pressefoto Rudel/gumzmedia/nordp

Legende Pizarro sagt "Adios"

Mit dem Abpfiff von Dr. Felix Brych endete auch die Karriere einer Legende, nämlich die von Claudio Pizarro. Der 41-Jährige sagt der Bundesliga "Adios" – nach einer einzigartigen Laufbahn. Das wussten auch seine Teamkameraden zu schätzen, die Pizarro im Nachthimmel von Heidenheim hoch Leben ließen und ihm einen versöhnlichen Abschluss bescheren konnten.

Kurz nach dem Spiel fiel die große Belastung der letzten Woche von allen Beteiligten der Mannschaft ab und Kohfeldt gab den Befehl zu feiern. Mit einem lauten "Ja" verabschiedete sich der Trainer am späten Abend in den Mannschaftsbus. Ein erlösender Schrei, der diese Saison für Werder ein für alle Mal beendete.