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Enges Rennen an der Spitze: So spannend ist die Bundesliga

Zwei Punkte trennen die Teams auf Platz eins und Rang sieben. Für Tabellenführer Borussia Mönchengladbach gibt es keine Zeit, beruhigt durchzuatmen. Der Start in die Bundesliga-Saison 2019/20 könnte spannender nicht sein.

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Borussia Mönchengladbach grüßt von der Bundesliga-Spitze. "Einsam" würde man am Niederrhein wohl gern hören - der Konkurrenz enteilt klänge sicher auch nicht schlecht. Doch die Fans der Fohlenelf dürfte beim Anblick der Bundesliga-Tabelle nicht sofort ein wohliges Gefühl, das ein komfortabler Vorsprung gemeinhin verursacht, beschleichen. Denn von Rang eins bis sieben - dort steht aktuell Bayer 04 Leverkusen - sind es gerade einmal zwei Punkte Differenz.

Dazwischen tobt ein Kampf um die Spitzenplätze, wie ihn die Bundesliga lange nicht erlebt hat. Genau genommen: Seit Einführung der Drei-Punkte-Regel in der Saison 1995/96 hat es zwischen diesen beiden Plätzen am 7. Spieltag nur einmal eine so geringe Differenz gegeben. In der Saison 2006/07 war es: Da stand der SV Werder Bremen mit 13 Punkten auf Rang eins, der VfB Stuttgart lauerte als Achter mit lediglich zwei Zählern Rückstand auf Ausrutscher der Hanseaten. Übrigens nicht vergebens: Die Schwaben wurden am Ende tatsächlich Deutscher Meister. Wer macht wohl das Rennen in dieser Spielzeit?

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Gladbach erstmals Erster seit Saisonstart 2011

Ein klarer Favorit hat sich nach sieben Spieltagen noch nicht hervorgetan, obschon die Bilanz der Gladbacher beeindruckt: Als einziges Bundesliga-Team haben sie fünf Siege errungen haben, dazu kommen ein Remis und eine Niederlage bei 15:9 Toren. Am vergangenen Wochenende kletterte das Team von Trainer Marco Rose mit einem 5:1 gegen den FC Augsburg an die Tabellenspitze. Für die Elf vom Niederrhein ist das ein ungewöhnliches Gefühl: Seit dem 3. Spieltag der Saison 2011/12 war die Borussia nicht mehr Tabellenführer gewesen.

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Und überhaupt: Seit dem 4. Spieltag der Saison 2014/15 heißt der Spitzenreiter der Bundesliga erstmals nicht FC Bayern München, RB Leipzig oder Borussia Dortmund. Doch diese drei Clubs durften ja in dieser Saison schon von ganz oben grüßen. Dortmund, Leipzig und Bayern waren bereits Tabellenführer, Mönchengladbach ist der vierte der Saison. So viel Varianz an der Spitze gab es an den ersten 7 Spieltagen zuletzt 2014/15 (damals die TSG 1899 Hoffenheim, Leverkusen, der SC Paderborn 07 und Bayern) – in den vergangenen vier Spielzeiten (seit 2015/16) gab es insgesamt nur drei unterschiedliche Tabellenführer (Dortmund, Bayern, Leipzig). Gibt das Rose-Team den Platz noch her? Und wenn ja, an wen?

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Wolfsburg als einziges Team noch ungeschlagen

Der VfL Wolfsburg spielt derzeit eine starke Rolle. Unter dem neuen Trainer Oliver Glasner sind die Wölfe nach sieben Spielen noch ungeschlagen. So eine makellose Bilanz konnte der VfL in den vorherigen 22 Spielzeiten nicht nachweisen. Einen besseren Start jedoch haben die Niedersachsen schon einmal erwischt: In der Saison 2004/05 holte Wolfsburg in den ersten sieben Partien 18 Punkte. Aber: In der Meistersaison 2008/09 startete der VfL schlechter. Da standen zum gleichen Zeitpunkt fünf Zähler weniger als in dieser Saison (15).

Basis der Wolfsburger Stärke ist die stabile Defensive: Die Wölfe kassierten bislang nur vier Gegentore - das ist Vereinsrekord nach sieben Spieltagen - und stellen damit die stärkste Abwehr der Bundesliga. Kein Wunder: Casteels-Vertreter Pavao Pervan machte seinen Job bislang exzellent und parierte 88 Prozent der Torschüsse auf sein Tor – das ist ganz klar Bundesliga-Bestwert. Und vorne geben sich die Wolfsburger pragmatisch: Kein Team der Spitzengruppe hat weniger Tore geschossen als die Glasner-Elf (10).

Bayern mit Super-Lewy in Schlagdistanz

Dicht hinter dem Deutschen Meister von 2009 steht der FC Bayern. Der stellt wie gewohnt das offensivstärkste Team der Bundesliga, hat bereits 20 Tore erzielt. Ganze elf davon schoss Robert Lewandowski, der damit einen neuen Bundesliga-Rekord aufstellte. Erstmals in der Liga-Historie traf ein Spieler an den ersten sieben Spieltagen elf Mal. Trotz der Niederlage gegen Hoffenheim - die Bayern dürften keine Meisterschafts-Panik verspüren, wenn sie sich die Tabelle der Vorsaison zum selben Zeitpunkt anschauen. Damals lagen die Münchner als Tabellen-Sechster bereits vier Punkte hinter Spitzenreiter Dortmund. Nun sind es zwei Punkte auf Mönchengladbach – ein Klacks für das prominent besetzte Starensemble aus der bayerischen Landeshauptstadt.

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Eines der Teams mit einem Abo auf die vorderen drei Plätze in der jüngsten Vergangenheit ist RB Leipzig. Die Sachsen sind derzeit Vierter, haben zunächst fünf Spiele zum Auftakt nicht verloren und anschließend eine 1:3-Niederlage gegen Schalke kassiert. Zuletzt gab es ein hart erkämpftes 1:1-Remis bei Bayer 04 Leverkusen.

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Was bemerkenswert ist bei der Mannschaft von Julian Nagelsmann: Der Leipziger Erfolg verteilt sich auf viele Schultern. Für die 15 Tore sind acht verschiedene Spieler verantwortlich, ligaweit weist kein Team mehr unterschiedliche Torschützen auf als die Leipziger. Und ganz nebenbei bedeuten 15 Tore die zweitbeste Ausbeute der noch jungen Bundesliga-Historie von RBL. In der Vorsaison gab es einen Treffer mehr. Allerdings sind die Leipziger auch die Mannschaft mit den meisten Aluminium-Treffern (5).

Freiburg und Schalke mit Rekord-Starts

Punktgleich mit den Leipzigern hat sich der Sport-Club Freiburg zu den Top-5 gesellt. Die Breisgauer haben mit 14 Zählern nach sieben Spieltagen einen Bundesliga-Vereinsrekord auf- und einen anderen eingestellt. Denn 15 Freiburger Tore gab es zuletzt vor 20 Jahren in der Saison 1999/2000. Ebenfalls 14 Zähler hat der FC Schalke 04. Die Königsblauen erwischten einen Sahnestart in die neue Bundesliga-Saison. Für die Knappen ist der Wert die zweitbeste Ausbeute im Zeitalter der Drei-Punkte-Regelung. Nur 2015/16 holte man aus den ersten sieben Spielen mehr Punkte (16) als in der laufenden Saison – 2017/18, als man Vizemeister wurde, waren es zum selben Zeitpunkt nur zehn Punkte, 2018/19 sogar nur sechs.

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Beachtlich ist auch, wie Bayer 04 gestartet ist. Leverkusen ist unter Peter Bosz spielerisch zum Gradmesser in der Bundesliga geworden. Die im Schnitt 66 Prozent der Ballbesitzphasen der Leverkusener sind ebenso Bundesliga-Bestwert wie die im Schnitt 119,1 gelaufenen Kilometer pro Spiel. Was bei dem hohen Ballbesitz auch kein Wunder ist: Leverkusen ließ ligaweit die wenigsten gegnerischen Torschüsse zu (58).

Und bei Platz sieben ist noch nicht einmal Schluss mit den Spitzenteams in der Bundesliga: Borussia Dortmund lauert nach drei Remis in Serie auf Platz acht und will die (zugegeben noch kleine) Lücke nach oben natürlich möglichst schnell schließen – schon am nächsten Spieltag im Heimspiel gegen Spitzenreiter Mönchengladbach ist die Chance für den BVB vorhanden, den Abstand zu verringern.

Das will auch Eintracht Frankfurt, das auf Rang neun liegt und um ein Haar am vergangenen Wochenende die Bundesliga noch spannender gemacht hätte. Nur der bittere Last-Minute-Ausgleich gegen Werder Bremen verhinderte das Andocken der Hessen an die Spitzenclubs. Spannung satt ist also garantiert in den nächsten Partien!