David Wagner - © imago images / Team 2
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FC Schalke 04: Mit neuer Euphorie sogar an die Spitze?

Zwei Siege mit 8:1 Toren haben die Welt beim FC Schalke 04 auf den Kopf gestellt. Das Krisengerede ist verstummt und neuer Euphorie gewichen, es wird wieder gelacht, und nach einer bitteren Vorsaison winkt plötzlich die Tabellenführung für eine Nacht.

"Wir wissen, dass wir uns in eine gute Position bringen können", sagte Trainer David Wagner vor dem Heimspiel am Freitag (20.30 Uhr/DAZN) gegen den 1. FSV Mainz 05.

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Doch der neue Schalke-Coach, der wesentlich zum Umschwung beigetragen hat, bleibt seiner Linie treu und steuert gegen. Nach dem schwierigen Start mit einem Punkt und keinem Tor aus den ersten beiden Spielen hatte der 47-Jährige das Positive betont, jetzt warnte er, man sei "weit weg von optimal".

"Köpfe sind wieder frei" - erste Tabellenführung seit Frühjahr 2010?

Das 5:1 in Paderborn, höchster Bundesliga-Auswärtssieg seit 42 Jahren, vertrieb aber die Zweifel und Bedenken, die der Absturz in der Vorsaison gesät hatte. "Die Köpfe sind wieder frei", stellte Torwart Alexander Nübel fest und machte den "neuen Trainer" als Hauptgrund aus.

Wagner, bei den legendären Schalker Eurofightern beim UEFA-Cup-Triumph 1997 nur Ersatzspieler, hat in wenigen Wochen als Chef auf der Bank die Stimmung extrem verbessert und die Spielweise umgekrempelt. Die Profis, die noch vor einem halben Jahr frustriert im Abstiegskampf steckten, haben jetzt "wahnsinnig Lust" auf Fußball, wie er immer wieder betont.

Nach dem Gerumpel der vergangenen Saison ist die Spielkultur zurückgekehrt. In Paderborn waren Kombinationen zu besichtigen, wie sie lange nicht auf den Platz gebracht worden waren. Der Lohn: Am Freitag könnte Schalke mit einem Sieg mit mindestens drei Toren Unterschied an die Tabellenspitze springen. Dort standen die Königsblauen zuletzt im Frühjahr 2010.

Mit einem hohen Sieg gegen Mainz winkt Schalke sogar die Tabellenführung - Oliver Hardt/Bundesliga/Bundesliga Collection via Getty Images

Wagner spricht Sprache der Fans und Spieler

Wagner ist das "alles wurscht", dem Deutsch-Amerikaner geht es nur um "das eigene Spiel, unsere Leistung". Mit seiner hemdsärmeligen Art kommt er auf Schalke bestens an, er spricht die Sprache der Fans - und offenbar auch die der Spieler.

Amine Harit und Wagner verstehen sich auf jeden Fall hervorragend. Der Marokkaner, in Paderborn der überragende Spieler, blüht auf - vorläufiger Höhepunkt einer Entwicklung, die der neue Coach mit einem Vier-Augen-Gespräch vor dem ersten Training angestoßen hatte.

"Er hat von Tag eins umgesetzt, was wir von ihm verlangt haben", berichtet Wagner und beschreibt das einstige Sorgenkind als "total aufgeweckten, aufgeschlossenen, fröhlichen jungen Menschen, der Witz und Charme hat". Ganz neue Töne auf Schalke.

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