Paco Alcacer führt mit 12 Toren die Torjägerliste an - 2018 Getty Images
Paco Alcacer führt mit 12 Toren die Torjägerliste an - 2018 Getty Images
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BVB-Torjäger Paco Alcacer: "Ich möchte nicht der Joker bleiben"

Köln - Paco Alcacer hat beim BVB einen überragenden Start hingelegt und führt mit zwölf Treffern die Torjägerliste an. Im Interview spricht er über seine Geheimnisse als Super-Joker, sein schönstes Tor und die Atmosphäre in Dortmund.

bundesliga.de: Paco Alcacer, das neue Jahr ist noch recht jung. Was wünschen Sie sich privat, aber auch sportlich für 2019?

Paco Alcacer: Privat wünsche ich mir Gesundheit für meine Familie. Sportlich gesehen wünsche ich mir, dass wir als Mannschaft unsere gesetzten Ziele erreichen, dann wäre es ein großartiges Jahr.

bundesliga.de: Was blieb Ihnen von 2018 besonders in Erinnerung?

Paco Alcacer: Da waren zunächst die zwei Titel, die ich noch mit Barcelona gewonnen habe, dann kam ich nach Dortmund und wir wurden Tabellenführer und ich bester Torschütze der Liga. Das Jahr so zu beenden, ist sehr schön und wichtig. Aber man sollte das nicht überbewerten, was zählt ist die Gegenwart.

bundesliga.de: Wie verlief das erste Training des Jahres mit dem BVB für Sie?

Paco Alcacer: Im Moment bin ich etwas angeschlagen, aber es fehlt nicht viel, dann kann ich wieder mit der Mannschaft trainieren. Das ist kein Problem, da ich jetzt ja auch kein Spiel verpassen werde und die Zeit nutzen kann, um topfit zu werden. Ich freue mich schon darauf, wieder mit der Mannschaft zu trainieren.

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Gegen Frankfurt bejubelte Paco Alcacer sein erstes Tor in der Bundesliga - 2018 DFL

bundesliga.de: Zum Rückrundenstart bekommt es der BVB mit starken Gegnern zu tun. Sind diese Spiele schon in den Köpfen der Spieler?

Paco Alcacer: Ja klar denken wir daran. Das sind wichtige Spiele, die können richtungsweisend sein. Aber auch in den Vorbereitungsspielen können wir uns Schwung und Vertrauen holen. Ein wichtiges Spiel direkt zu Beginn ist natürlich auswärts in Leipzig und darauf bereiten wir uns vor.

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bundesliga.de: Schon lange war Dortmund nicht mehr so erfolgreich wie in dieser Saison. Haben Sie sich die ersten Monate beim BVB so vorgestellt?

Paco Alcacer: Nein, ehrlich gesagt nicht. Aber es ist so, dass die ganze Mannschaft und der Club mich hervorragend aufgenommen haben. Das macht es einem natürlich einfach, sich wohl zu fühlen. Das gibt dir Selbstvertrauen. Und die hohe Qualität der Mitspieler macht auch mich besser.

bundesliga.de: Wie haben Sie die erste Zeit in der Bundesliga wahrgenommen?

Paco Alcacer: Es ist eine anspruchsvolle Liga, die Spaß macht. Die Fans tragen Ihren Teil dazu bei und unterstützen die Mannschaft, wo es nur geht. Das belebt unser Spiel, es macht ist eine große Freude, für Dortmund zu spielen.

bundesliga.de: Wie haben Sie die Spiele im Signal Iduna Park erlebt?

Paco Alcacer: Da muss man nicht viel zu sagen. Man muss sich die Spiele einfach anschauen wie die Fans die Mannschaft bis zur letzten Minute unterstützen. Das gibt dem Team Sicherheit und darum läuft es auch so gut.

Video: Torjäger-Phänomen Paco Alcacer

bundesliga.de: Ihr erstes Tor für Dortmund schossen Sie gegen Eintracht Frankfurt. Wie war das für Sie?

Paco Alcacer: Es war ein toller Moment. Ein Tor nach so langer Zeit ohne Spielpraxis zu erzielen, war für mich etwas Besonderes. Wir haben das Spiel gewonnen und ich konnte mit dem Tor dabei helfen.

bundesliga.de: Zehn Tore erzielten Sie als Joker. Was ist Ihr spezielles Geheimnis?

Paco Alcacer: Es geht um das ganze Team! Am Ende lebt der Stürmer natürlich von seinen Toren, aber ohne die Unterstützung der Mannschaft geht es nicht. Du bist von guten Pässen aus der Hintermannschaft abhängig, und davon gibt es bei der Qualität dieser Mannschaft mehr als genug.

bundesliga.de: Mit zwölf Toren sind Sie einer der besten Torschützen der Liga. Ist das Ziel die Torjägerkanone?

>>> Zur aktuellen Torjägerliste

Paco Alcacer: Das wäre natürlich schön, aber es ist nicht mein Ziel. Tore schießen ist nicht alles. Gegen Ende der Saison muss man sehen, ob das ein Ziel ist, aber zunächst steht die Mannschaft an erster Stelle. Ich will durch harte Arbeit und Tore die Mannschaft weiterbringen. Und wenn die Mannschaft gut da steht, hilft mir das auch.

bundesliga.de: Als Joker stellten Sie Ihre Qualitäten unter Beweis. Kommen Sie eigentlich gerne von der Bank ins Spiel?

Paco Alcacer: Für mich ist klar: ich will spielen. Und von Anfang an zu spielen, ist mein Ziel. Auch wenn ich schon zehn Tore von der Bank erzielt habe, möchte ich nicht der Joker bleiben. Ich möchte von Anfang an auf dem Platz stehen und der Mannschaft mit Toren und Vorlagen weiterhelfen.

Hier trifft Paco Alcacer zum 3:2-Endstand gegen Bayern München - Joosep Martinson/Bundesliga/DFL via Getty Images

bundesliga.de: Was war Ihr bisher wichtigstes Tor für Dortmund?

Paco Alcacer: Da muss ich lange überlegen. Von der Wichtigkeit her würde ich sagen das Tor gegen Bayern, da es am Ende das 3:2 bedeutet hat und somit den Sieg. Dank eines großartigen Passes von Axel (Witsel, Anm. d. Red.), durch den ich ins Eins-gegen-Eins mit dem Torwart kam. Aber ich erinnere auch an das Spiel gegen Augsburg mit dem Hattrick von der Bank, letztlich sind es alles schöne Momente und ich konnte damit der Mannschaft helfen, Spiele zu gewinnen.

bundesliga.de: Wie war es, den wichtigen Siegtreffer gegen den FC Bayern zu erzielen?

Paco Alcacer: Wenn ich vor dem Tor stehe, bin ich nicht nervös oder frage mich was die Leute denken. Du denkst nur daran, das Tor zu machen. Am Ende war es dann ein Tor und alle waren aus dem Häuschen, das hat man gespürt und gesehen.

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bundesliga.de: War der Sieg gegen den Rekordmeister ein Schlüsselmoment für den BVB?

Paco Alcacer: Es war ein wichtiger Moment, aber man muss auf die Gegenwart blicken und nicht auf die Vergangenheit oder die Zukunft. Dabei ist es egal ob im Fußball oder privat. Wenn man nur an die Zukunft denkt, verliert man die Gegenwart aus den Augen - und das ist nicht gut. In diesem Fall ist natürlich alles Bisherige schön anzuschauen, wir sind Erster und haben einen guten Lauf. Darauf dürfen wir uns nicht ausruhen, wir müssen von Spiel zu Spiel denken und so weitermachen.

bundesliga.de: Welchen Einfluss hat Trainer Lucien Favre auf die Spieler?

Paco Alcacer: Die kurze Zeit, die ich den Trainer kenne, schätze ich ihn als einen guten Menschen ein, der alles perfekt machen will. Er redet viel mit den Spielern und hilft dir, auch wenn mal Zweifel aufkommen. Das finde ich sehr gut. Er vermittelt den Spielern seine Vorstellung von erfolgreichem Fußball und das ist gut für den Einzelnen und für die Mannschaft.