Sabitzer, Sildillia, Moukoko, Dietz und Ahamada (v.l.n.r.) sind überraschende Hauptdarsteller bei ihren Clubs - © DFL Deutsche Fußball Liga
Sabitzer, Sildillia, Moukoko, Dietz und Ahamada (v.l.n.r.) sind überraschende Hauptdarsteller bei ihren Clubs - © DFL Deutsche Fußball Liga
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Moukoko, Sabitzer und Co.: Fünf positive Überraschungen der Saison 2022/23

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Die ersten beiden Spieltage der Bundesliga hatten schon zahlreiche spektakuläre Begegnungen mit teils überraschenden Ergebnissen zu bieten. Auch personell spielen einige Akteure eine viel wichtigere Rolle, als es die meisten noch in der Sommerpause geglaubt hatte. bundesliga.de nennt fünf positive Überraschungen der ersten beiden Spieltage.

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Youssoufa Moukoko (Borussia Dortmund)

Das riesige Talent des 17-jährigen Angreifers ist schon lange kein Geheimnis mehr, aber wie große seine Bedeutung in der Startphase für den BVB sein würde – damit hätten wohl die wenigsten gerechnet. An drei der vier Dortmunder Tore war Moukoko entscheidend beteiligt. Beim 1:0 gegen Leverkusen spielte er Adeyemi mit einem starken Pass frei und ermöglichte so das Abstaubertor von Marco Reus.

Beim 3:1 in Freiburg stellte er dann gleich einen Europarekord auf: Nach seiner Einwechslung in der 70. Minute kam der Linksfuß zwar nur auf vier Ballbesitzphasen, nutzte diese aber zu einem Assist und einem Tor. Das hatte es in den Top-5-Ligen Europas seit lückenloser Datenerhebung 2015/16 nie zuvor gegeben. "Youssoufa ist ein wichtiger Teil dieser Mannschaft - das hat er uns diesmal bewiesen", lobte Coach Edin Terzic nach der Partie. In der Tat hätte der BVB ohne den formstarken Torjäger wohl keinen perfekten Start hingelegt.

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Florian Dietz (1. FC Köln)

Wahrlich märchenhaft kommt der Aufstieg von Florian Dietz daher. Der bullige Mittelstürmer war eigentlich für die zweite Mannschaft des 1. FC Köln vorgesehen, überzeugte Steffen Baumgart aber mit guten Leistungen in der Vorbereitung und durfte bei den Profis bleiben. Für den Bundesliga-Auftakt war der bereits 24-Jährige, der in den letzten beiden Jahren viel mit Verletzungen zu kämpfen hatte, dennoch nicht vorgesehen. Am Tag des Heimspiels gegen den FC Schalke 04 nahm die Personalie Modeste dann aber Fahrt auf und Dietz rutschte nicht nur in den Kader, sondern sogar direkt in die Startelf.

"Ich hatte mir vorgenommen, es auch zu genießen. Ich wollte Gas geben", erklärte Dietz nach seinem ersten Bundesliga-Spiel, in dem er seinen ersten Treffer noch liegen ließ. Dieses Erfolgserlebnis holte er dann beim 2:2 in Leipzig nach, als er eine Kainz-Flanke in echter Mittelstürmer-Manier ins Netz grätschte. "Mich freut es sehr für Flo. Er hat sich erneut aufgerieben und jetzt auch sein Tor gemacht hat", erklärte Kapitän Jonas Hector. Auch vom FC-Coach gab es ein dickes Lob: "Er ist ein gefährlicher Spieler - gerade in der Box. Wie er vorne arbeitet, macht er sehr gut", so Baumgart. Dietz ist nun nach Stationen bei Carl Zeiss Jena, Werder Bremen II und der SpVgg Unterhaching endlich in der Bundesliga angekommen.

Marcel Sabitzer (FC Bayern München)

Daraus, dass seine erste Saison im Trikot des FC Bayern für ihn persönlich enttäuschend war, macht Marcel Sabitzer keinen Hehl. Der Österreicher kam mit dem System des Rekordmeisters nicht wirklich zurecht, gegenüber seinen Leistungsdaten bei Ex-Club RB Leipzig las sich seine Bilanz nach 32 Pflichtspielen nicht besonders gut. Ein Tor und eine Vorlage standen am Ende - das gesetzte Mittelfeld-Duo, bestehend aus Leon Goretzka und Joshua Kimmich, war davon nicht besonders beeindruckt.

In dieser Saison aber zeigt sich der Nationalspieler deutlich verbessert: Im Supercup gegen Leipzig spielte er von Beginn an, und auch in den ersten beiden Bundesliga-Partien gegen Eintracht Frankfurt und den VfL Wolfsburg war er in der Startelf gesetzt. Und das, obwohl die Bayern den begehrten Ryan Gravenberch an die Isar gelotst haben. Der wäre eigentlich ein Kandidat für Sabitzers Position gewesen.

Aus der unglücklichen Verletzung von Goretzka hat Sabitzer nun seinem Club helfen können - und sich im Team etabliert. Er bildet derzeit mit Kimmich das Duo im Mittelfeld, und sowohl im Angriff, als auch in der Abwehr hat er bisher glänzen können. Für Trainer Julian Nagelsmann, der den Mittelfeldspieler noch aus der gemeinsamen Zeit in Leipzig kennt, ist Sabitzer somit besser als früher. Und sowieso besser als in der vergangenen Saison: "Er hat mir im letzten Jahr einen Tick zu viel nach hinten gespielt, zu verhalten. Er ist jetzt defensiv sehr wichtig für uns und ein sehr guter Gegenpressingspieler."

Naouirou Ahamada (VfB Stuttgart)

Drei Bundesliga-Einsätze verteilt auf 58 Minuten – das war die Bilanz von Ahamada in der Vorsaison. Nach nur zwei Spieltagen hat der 20-jährige Mittelfeldspieler seine Einsatzzeit nun schon mehr als verdreifacht, denn beim Stuttgarter 1:1 gegen Leipzig und dem unglücklichen 2:2 in Bremen verpasste er jeweils keine Minute. Vom Bankdrücker hat es der zentrale Mittelfeldspieler zum wichtigen Puzzleteil geschafft.

Gegen RBL gelang Ahamada mit einem platzierten Schlenzer von der Sechzehnerkante sein erstes Bundesliga-Tor. In Bremen war er dann eine extrem zuverlässige Anspielstation. Ahamada war hinter Endo der Stuttgarter Mittelfeldspieler mit den meisten Ballaktionen und brachte überragende 94 Prozent seiner Pässe zum Mitspieler - die beste Quote beim VfB. "Naoui ist laufstark und hat ein gutes Tempo, wenn er anfängt durch das Mittelfeld zu laufen. Das macht richtig Spaß", beschreibt Sportdirektor Sven Mislintat die Stärken seines Schützlings, die er auch in den kommenden Wochen in der Bundesliga zeigen darf.

Kiliann Sildillia (SC Freiburg)

Der 20-jährige Franzose wechselte vor zwei Jahren aus Metz zum Sport-Club und kam in der vergangenen Spielzeit schon auf sieben Einsätze. Nun nutzte der Rechtsverteidiger die Gunst der Stunde und ersetzte zum Saisonstart den verletzten Platzhirsch Lukas Kübler in der Breisgauer Viererkette. Diese Chance packte er gerade beim 4:0-Erfolg in Augsburg zum Auftakt mit viel Offensivdrang beim Schopfe. Bei seinem zweiten Startelfeinsatz in der Bundesliga war er gleich der Freiburger mit den meisten Ballbesitzphasen (58) und bereitete das 1:0 durch Michael Gregoritsch mustergültig vor. Als Belohnung gab es sofort eine Nominierung ins Fantasy Team der Woche.

Gegen Dortmund bekam es Sildillia dann hauptsächlich mit Donyell Malen zu tun und machte gegen den Niederländer eine richtig gute Figur. Erst nach der Einwechslung von Jamie Bynoe-Gittens und Youssouffa Moukoko kippte die Partie. "Es überrascht mich nicht, dass er so gute Leistungen gebracht hat", erklärt Christian Streich, der vor allem die Zweikampf- und Kopfballstärke des 1,86 Meter großen Verteidigers schätzt.