
Der Mann mit dem Hammer: Muheim macht's schon wieder
Normalerweise stehen Stürmer für Tore und Schusskraft, nicht so beim Hamburger SV: Miro Muheim erzielte als gelernter Linksverteidiger gegen Gladbach beim 3:1-Erfolg am Freitagabend bereits sein drittes Saisontor - wie schon bei seinen ersten beiden Saisontoren traf er auch dieses Mal mit einem regelrechten Strahl ins Netz. Der Defensivmann stellte damit einen neuen Rekord für diese Saison auf.
Miro Muheim spielte Anfang der Saison kaum eine Rolle und kam an den ersten vier Spieltagen nicht zum Einsatz. Dann, an Spieltag Nummer fünf im Spiel gegen die TSG Hoffenheim, schlug seine Stunde. Er kam für den am Kreuzband verletzten Nicolai Remberg rein und erzielte in der Nachspielzeit per feiner Direktabnahme aus 20 Metern den späten Siegtreffer zum 3:2-Endstand.
Nur eine Woche später legte er gegen den VfB Stuttgart nach und traf wieder kurz vor dem Ende zum 1:0-Siegtreffer. Dieses Mal gab er aus 25 Metern eine regelrechte Rakete ab, sein Schuss schlug mit 116,74 km/h in den Maschen ein. Damit liegt dieser Schuss auf Platz zwei im Ranking der Tore mit der höchsten Schussgeschwindigkeit.
Überboten wurde dieser Treffer nun gegen Borussia Mönchengladbach von ihm selbst, sein Distanzknaller aus 30 Metern zum zwischenzeitlichen 1:0 schlug mit 129,43 km/h im Tor ein und ist damit mit großem Abstand auf Platz eins in dieser Kategorie. Außerdem liegt dieses Fernschusstor auch auf Platz eins in Bezug auf die xGoals - mit einer Wahrscheinlichkeit von gerade einmal 1,9 Prozent!

"War ein geiler Moment"
"Im Moment scheint fast jeder reinzugehen, auch aus der Distanz. Es war ein schöner Treffer und ich bin überglücklich, dass er reingegangen ist. Ich hatte viel Platz und treffe ihn dann perfekt, er geht schön in die Ecke. Das war ein geiler Moment", so der Weitschuss-Experte über seinen Führungstreffer gegen die Fohlenelf.
Neben Muheim hatte auch Albert Grønbæk einen Sahnetag gegen die Gladbacher, er bereitete nämlich das 2:1 vor und erzielte das 3:1 selbst. Beim Tor zum Endstand aus rund 27 Metern brachte auch Grønbæk ordentlich Druck hinter die Murmel, sein Schuss schlug mit 112,51 km/h im Netz ein.
Die Hamburger stehen in dieser Spielzeit ganz klar für Distanzknaller, von den bislang zehn erzielten Saisontoren fielen vier Treffer aus über 20 Metern oder mehr. Die Rothosen haben dadurch im Angriff eine enorme Variabilität und sind immer für ein Tor gut, egal aus welcher Position.

Schon jetzt besser als letzte Saison
Muheim traf übrigens in der vergangenen Saison kein einziges Mal, damit hat er bereits jetzt nach neun Spieltagen schon eine bessere Statistik vorzuweisen als in der gesamten letzten Spielzeit. Auch in der Saison 2024/25 brachte er es nur auf einen einzigen Treffer in der 2. Bundesliga, allerdings bestach er dort durch starke 13 Torvorlagen.
Seine torgefährlichste Saison hatte der Schweizer 2023/24, dort kam er im Unterhaus auf fünf Tore und fünf Assists in 28 Einsätzen. Diese Marke könnte der Abwehrmann, bei jetzt noch 25 ausstehenden Ligaspielen, in diesem Spieljahr klar überbieten.
Nach der jetzt anstehenden Länderspielpause müssen die Hanseaten zum Nordduell beim SV Werder Bremen ran, da kann Muheim dann erneut seinen Torriecher unter Beweis stellen. Womöglich ja mit einem weiteren Distanzhammer und einem noch härteren Schuss.