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Max Kruse und Milot Rashica harmonieren im Bremer Offensivspiel immer besser
Max Kruse und Milot Rashica harmonieren im Bremer Offensivspiel immer besser - © imago images / Nordphoto
Max Kruse und Milot Rashica harmonieren im Bremer Offensivspiel immer besser - © imago images / Nordphoto
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Kruse und Rashica halten Werder Bremen auf Kurs Richtung

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Köln - Dank drei Siegen in Serie hat sich der SV Werder Bremen erstmals seit dem 10. Spieltag wieder auf einen Europapokalplatz nach vorne geschoben. Neben Eintracht Frankfurt ist die Kohfeldt-Truppe das einzige Team, das in 2019 noch ungeschlagen ist. Das weckt an der Weser Erinnerungen an goldene Zeiten - und die Parallelen zur Bremer Glanzzeit lassen sich nicht von der Hand weisen.

Erstmals seit der Meistersaison 2003/04 ist Werder nach zehn Rückrundenspielen noch ungeschlagen. Damals führte Johan Micoud hinter den beiden Spitzen Ivan Klasnic und Ailton virtuos Regie. Der Micoud der Gegenwart heißt Max Kruse. Genau wie vor 15 Jahren agierte Werder zuletzt in einem 4-4-2-System mit einer Mittelfeldraute. Florian Kohfeldt zog seinen Kapitän aus dem Sturmzentrum auf die "Zehn" zurück und sorgte damit für einen Leistungsschub.

Werder im Grün-Weißen Rausch

Kruse "in neue Dimension vorgedrungen"

In den ersten sieben Partien in diesem Jahr blieben die Bremer zwar ungeschlagen, spielten aber auch fünf Mal Remis. Auch, wenn Werder als einziges Team neben Paris St. Germain in den fünf europäischen Topligen bislang in jedem Spiel getroffen hat, konnten die Grün-Weißen 2019 zunächst eigentlich nur gegen Eintracht Frankfurt (2:2) sowie den FC Augsburg (4:0) wirklich überzeugen. Nun scheint sich das Team von der Weser aber endgültig gefunden zu haben. Mit einem Max Kruse, der derzeit wohl in der besten Form seines Lebens ist.

Das sieht auch Werders Meister-Manager Klaus Allofs so. "Ein Max Kruse ist für mich in eine neue Dimension vorgedrungen", befindet der 62-Jährige auf deichstube.de. Die Daten der letzten Spiele stützen diese These: Erstmals in seiner Karriere hat der filigrane Linksfuß in vier Bundesliga-Spielen in Serie getroffen. In den letzten fünf Partien war er an zehn der elf Bremer Treffer direkt beteiligt. In Europas Topligen kommt nur Lionel Messi in diesem Zeitraum auf mehr Scorerpunkte.

deichstube.de: Deichblick-Kolumne von Klaus Allofs

Als Spielmacher im Bremer System darf sich der 31-Jährige nach Herzenslust austoben. Mal lässt er sich tief fallen und holt die Bälle im Spielaufbau ab, mal geht er selbst in die Spitze und kommt zum Abschluss. "Max hat ein unglaubliches Gespür für Räume und Positionen", lobt Kohfeldt seinen Kapitän, der dieses Urteil mit seiner fantastischen Vorlage zum 1:0 gegen Mainz eindrucksvoll bestätigte. Praktisch aus dem Stand spielte er einen weiten Ball hinter die Abwehr. Abnehmer war Milot Rashica, dem geführt von Kruse und Kohfeldt ein bemerkenswerter Leistungssprung gelungen ist.

Werder schlägt Mainz dank Kapitän Kruse

"Rakete" Rashica in der Ailton-Rolle

Der Kosovare wurde vor einem Jahr eigentlich als Flügelspieler verpflichtet, aber ist mit seinem explosiven Antritt jetzt zu einer wichtigen Waffe im Angriffszentrum geworden. Wenn man so will hat er die Rolle von "Kugelblitz" Ailton übernommen. "Es hat ein bisschen gedauert, bis Max und Milot wussten, was sie voneinander haben. Jetzt funktioniert es aber sehr gut – Max mit seinem Auge und Milot mit seinen Läufen", so Kohfeldt.

Sieben Mal war Rashica in der Rückrunde schon erfolgreich. Das übertreffen in der Bundesliga nur Robert Lewandowski (neun) und Andrej Kramaric (acht). Zu drei der sieben Treffer hat ihm Kruse mustergültig aufgelegt. "Es ist schön, dass nicht mehr alles nur auf Max fokussiert ist, sondern wir in Milot einen weiteren Unterschiedsspieler haben", freut sich Werder-Sportdirektor Frank Baumann über diese Entwicklung.

Geben und nehmen: Gegen Mainz legt Rashica in aussichtsreicher Position noch einmal quer - imago images / Jan Huebner

Werder-Restprogramm hat es in sich

Die Parallelen zu Ailton enden aber praktisch schon beim unnachahmlichen Antritt. Während der exzentrische Brasilianer Bremen auch abseits des Rasens in Atem hielt, ist Rashica außerhalb des Platzes ein zurückhaltender Zeitgenosse. Und gegen Mainz offenbarte sich noch ein weiterer gravierender Unterschied zum Torschützenkönig von 2004: Als er in der 63. Minute frei aufs Tor von Florian Müller zulief, legte er uneigennützig quer und Kruse erzielte das 3:1. Das wäre Ailton niemals passiert.

Es war das erste Tor in dieser Spielzeit, das Rashica für Kruse vorbereitete. "Wir haben einen guten Draht zueinander. Ich hoffe, dass es so weitergeht", erklärte der 22-Jährige, der an der Weser den Spitznamen "Rakete" trägt. Das Restprogramm hat es für Werder nun in sich, denn mit Bayern, Dortmund, Leipzig, Mönchengladbach und Hoffenheim kommen fünf der letzten sieben Gegner aus den Top 7 der Tabelle. Mit dem neuen Traumduo in der Offensive muss Bremen vor den kommenden Aufgaben aber nicht angst und bange werden.

Florian Reinecke

Für den Kapitän war sein zehntes Saisontor dann Formsache - imago images / Jan Huebner

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