
"Der beste Torwart der Welt": Neuer mit Weltklasse-Leistung im Bernabéu
Vor nicht einmal zwei Wochen feierte Manuel Neuer seinen 40. Geburtstag. Im Hinspiel des Champions-League-Viertelfinals bei Real Madrid zeigte die Torwart-Legende des FC Bayern München, dass sie noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Mit einer Weltklasse-Leistung ließ der Ausnahme-Schlussmann die Superstars der "Königlichen" reihenweise verzweifeln.
Wie riesig Manuel Neuers Ehrgeiz ist, ließ der gebürtige Gelsenkirchener nur kurz nach Abpfiff im Bernabéu durchblicken. "Schade, dass es kein 2:0 geworden ist", betonte der 40 Jahre alte Torwart nach dem 2:1-Auswärtssieg im Champions-League-Viertelfinals bei Real Madrid. Man wisse, wie gefährlich die "Königlichen" seien – trotz des knappen Erfolgs in der spanischen Hauptstadt. Trotz des überragenden Auftritts des Ausnahme-Schlussmanns.
"Wir sind froh über den Sieg auswärts, aber wir wissen, dass es trotzdem noch eine schwierige Aufgabe in München wird nächste Woche", strahlte Neuer nach dem ersten Münchner Sieg im Bernabéu seit 2001 so ruhig wie zuvor in den über 90 spektakulären Minuten im Duell der Giganten. Dass es überhaupt dazu kam und die Bayern mit einem knappen Vorsprung zurückreisen, daran hatte der Weltklasse-Torhüter gehörigen Anteil.
Neuer lässt Real-Superstars reihenweise verzweifeln
Reihenweise ließ Neuer die Superstars der "Königlichen" verzweifeln: Im Eins-gegen-Eins gegen Kylian Mbappé (16.), beim Distanzschuss von Vinícius Júnior (18.) und Mbappés wuchtigen Abschluss (29.) – schon in der ersten Hälfte bewies der seit wenigen Tagen 40-jährigen Keeper, dass er trotz seiner gehobenen Alters noch längst nicht zum alten Eisen gehört. Die 1:0-Pausenführung der Münchner – sie war auch das Verdienst des verdienten Routiniers zwischen den Pfosten.
Auch nach dem Seitenwechsel war Neuer bestens aufgelegt – und schien so gar nicht durch die Diskussionen um ein mögliches Karriereende und die Debatten um eine Rückkehr in die Nationalmannschaft beeinflusst zu sein. Vinícius Júnior drängte er bei dessen Alleingang nach einem kapitalen Bock von Dayot Upamecano entscheidend ab (61.), kurz danach verhinderte er mit einem Weltklasse-Reflex gegen Mbappé (65.) den mittlerweile verdienten Anschlusstreffer der Madrilenen.

Hummels und Kramer schwärmen von Neuer
Dass dieser in der 74. Minute dann doch fiel, hatte wenig mit den Künsten des 40 Jahre alten Schlussmanns zu tun. Gegen Mbappé kratzte er den Ball aus kurzer Distanz fast noch von der Linie, spätestens im Nachsetzen war er dann überwunden. "Torwartfehler", analysierte Neuer im Anschluss am "Prime"-Mikrofon mit einem selbstbewussten Lächeln. Nach dem Anschlusstreffer war er in einer hitzigen Schlussphase dann mehrfach gefordert – und bestand den Test auch außerhalb des Strafraums bravourös.
Neun Paraden standen am Ende zu Buche für den Bayern-Keeper. Kein Wunder, dass alle Beteiligten nach dem Abpfiff aus dem Schwärmen nicht mehr herauskamen. "Eins mit Sternchen, eine absolute Weltklasse-Leistung", befand sein ehemaliger Teamkollege Mats Hummels. Und dessen Sidekick Christoph Kramer ging in der Analyse noch einen Schritt weiter. "Manuel ist der der beste Torwart der Welt. Immer noch. Und das wird er auch bleiben, solange er noch spielt", verkündete der ehemalige Nationalspieler, der 2014 gemeinsam mit dem Ausnahme-Schlussmann Weltmeister wurde.
Tah: "Überrascht euch das?"
Neuers Mitspieler stimmten in die Lobeshymnen auf ihren Torwart nach dessen Leistung, die an frühere Großtaten erinnerte, gerne mit ein: "Überrascht euch das?", fragte Jonathan Tah angesprochen auf "Vintage-Neuer" rhetorisch und fügte hinzu: "Wir können solche Leistungen nicht als selbstverständlich ansehen, aber bei Manuel ist das Tagesprogramm", so Münchens Abwehrchef. Eines ist aber selbstverständlich: Mit diesem Manuel Neuer ist für den FC Bayern in dieser Champions-League-Saison alles drin!
Thomas Reinscheid
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