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Manuel Neuer führt seine große Karriere fort
Manuel Neuer führt seine große Karriere fort - © Bundesliga
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Manuel Neuer: Ein stiller Revolutionär macht weiter

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Manuel Neuer ist noch nicht fertig. Der Ausnahmekeeper hat seinen Vertrag beim FC Bayern noch einmal verlängert. Es folgt das nächste Kapitel einer Karriere, die das Torwartspiel weltweit grundlegend verändert hat.

374 Siege in 544 Bundesliga-Partien, in denen er 246 Mal die Null hielt. Dazu 13 Meisterschaften, sechs Pokalsiege, zwei Champions-League-Triumphe und ein Weltmeistertitel. Fünffacher Welttorhüter, zweifacher Fußballer des Jahres, Nationalspieler des Jahres, dazu der Goldene Handschuh 2014. All das hat Manuel Neuer gewonnen. Und damit ist noch lange nicht alles aufgezählt.

Dass Neuers Trophäenschrank reich bestückt ist, ist kein Geheimnis. Noch beeindruckender als die vielen Zahlen ist die Art und Weise, wie der Torwart zum Größten seines Fachs wurde. Der Junge aus Gelsenkirchen revolutionierte das Torwartspiel wie kein Zweiter.

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Debüt als 20-Jähriger

Der Torwart gab sein Bundesliga-Debüt am 19. August 2006 für den FC Schalke 04 im Alter von 20 Jahren. Am zweiten Spieltag der Saison 2006/07 ersetzte er den verletzten Frank Rost beim Spiel in Alemannia Aachen. Nach starken Leistungen entwickelte er sich schnell zum damals jüngsten Stammtorhüter der Bundesliga.

Den deutschen Fans war schnell klar, wem sie da bei der Arbeit zuschauten. Dem internationalen Publikum stellte sich der junge Blondschopf am 5. März 2008 vor, als er Schalke im Champions-League-Achtelfinale beim FC Porto im Spiel hielt und im Elfmeterschießen zum Helden wurde. Noch heute kann man auf Youtube dabei zusehen, wie Portos Legenden um Quaresma und López mit jeder Parade ratloser, ihre Blicke zunehmend ungläubiger wurden.

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Skepsis beim Wechsel nach München

Damals waren es noch andere Zeiten im königsblauen Teil des Ruhrgebiets. 2010 schloss Schalke die Liga auf dem zweiten Tabellenplatz ab, auch dank eines aufstrebenden Manuel Neuers. Trotzdem zog es den inzwischen auch im DFB-Dress zur Nummer eins gereiften Torwart nach fünf Jahren als Profi beim Jugendverein zum FC Bayern München.

Die Fans waren zunächst kritisch. Rund um den sich anbahnenden Wechsel hielten Teile des bayrischen Anhangs die Schilder "Koan Neuer", also Dialekt für "Kein Neuer", hoch. Der Torwart selbst sagte nichts dazu. Er wusste, dass die Skepsis bei entsprechenden sportlichen Leistungen ohnehin schnell verfliegen würde. Neuer wurde sofort zur festen Größe und blieb es bis heute.

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Buffon: "Ein Torwart, der das Spiel versteht"

Beim FC Bayern war Neuer dann über verschiedene Umbrüche hinweg eine Konstante. Er spielte noch mit Robben und Ribéry, später mit Thomas Müller oder Lewandowski – und zuletzt mit Spielern wie Jamal Musiala oder Michael Olise. Mit seiner offensiven Spielweise führte er den FC Bayern in den modernen Fußball.

Was es heißt, ein mitspielender Torhüter zu sein, zeigte er beim WM-Spiel gegen Algerien 2014 er auf der größten Bühne. "Er hat damals den Eindruck vermittelt, ein Torwart zu sein, der das Spiel versteht", ordnete Gianluigi Buffon diese Leistung jüngst für 51, das Vereinsmagazin des FCB, ein. "Er wusste, was passieren würde, er hat mit der Mannschaft interagiert. Mit seinem Timing, mit seiner Kraft, mit einer wundervollen Persönlichkeit hat er bewiesen, dass dies die Zukunft ist."

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Die Ära geht weiter

Der mitspielende Torhüter ist heute Standard auf Topniveau. Keeper müssen heute mit den Füßen präzise spielen und perfekt 70 bis 80 Meter weit werfen können. Und gleichzeitig dürfen sie ihre Kerndisziplin nicht aus den Augen verlieren. Neuer schaffte diesen Spagat wie vor ihm kein anderer.

Neuer blieb auf und neben dem Platz ein Ruhepol, während die Medienlandschaft um ihn herum spekulierte, wie es wohl mit ihm weitergehen würde. Nun ist es offziell: Die Ära von Neuer geht weiter. Und es ist die Ära eines Mannes, der den Fußball weit über die deutschen Grenzen hinaus verändert hat.