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FC Bayern München: Jamal Musiala, der Unberechenbare

Mit Jude Bellingham, Jamal Musiala, Giovanni Reyna und Florian Wirtz standen vier Bundesliga-Stars zur Wahl, um zum besten Nachwuchsspieler des Jahres gekürt zu werden. Auch wenn letztlich Pedri der "Golden Boy 2021" und damit Nachfolger von Erling Haaland geworden ist - bundesliga.de zeigt, warum Jamal Musiala vom FC Bayern die Auszeichnung verdient gehabt hätte.

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Jüngster Bundesliga-Debütant, jüngster Bundesliga-Torschütze und jüngster Champions-League-Torschütze in der Geschichte des FC Bayern München, außerdem jüngster DFB-Nationalspieler bei einer Europameisterschaft! Wer sich über Jamal Musiala schlau machen will, dem springen reihenweise Superlative entgegen. Die bemerkenswerteste Leistung aber: Der gebürtige Stuttgarter, der bis 2019 neun Jahre in England lebte und Fußball spielte, hat es beim Rekordmeister vom Nachwuchsspieler zur festen Größe bei den Profis geschafft. Dieser Schritt war beim FCB seit Thomas Müller und David Alaba in der Saison 2009/10 zehn Jahre lang keinem mehr gelungen.

Dabei wirkt der ruhige Junge mit dem britischen Akzent auf den ersten Blick nicht unbedingt wie ein Ausnahmetalent. Highspeedwerte wie bei Erling Haaland ("Golden Boy 2020"), Muskelberge wie von Ex-Bayer Renato Sanches (Sieger 2016) oder den schier unendlichen Aktionsradius wie bei seinem Kumpel und Co-Nominierten Jude Bellingham sucht man bei Musiala vergeblich. Wegen seiner langen, dünnen Beine wird er an der Säbener Straße auch "Bambi" genannt.

Den Spitznamen wollen Serge Gnabry und Co. aber ausdrücklich positiv verstanden wissen. Die Bayern-Stars brauchten im Mai 2020 nämlich keine halbe Trainingseinheit, um zu merken, dass sie es mit einem besonderen Talent zu tun hatten, selbst unter ihresgleichen. Furchtlos, wie entfesselt dribbelte der 1,82 m große Rechtsfuß vom ersten Tag an durch die millionenschweren Abwehrbeine im Bayern-Training, verdiente sich einen Kaderplatz, auch beim siegreichen Champions-League-Turnier in Lissabon. Das Niveau, das die Bayern-Bosse in der Münchner U23 hatte aufmerken lassen, transportierte Musiala scheinbar mühelos rüber zu den "Großen".

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Wenn er sich den Ball schnappt, sich mutig ins Dribbling stürzt, seine ansatzlosen Haken schlägt, die er nicht selten mit punktgenauen Abschlüssen vollendet, scheint es für Musiala keinen Unterschied zu machen, ob er in der Regionalliga oder der Champions League spielt. Oder eben bei einer Europameisterschaft. Mit einem typischen Musiala-Dribbling leitete er im letzten DFB-Gruppenspiel gegen Ungarn das überlebenswichtige 2:1 durch Leon Goretzka ein, das emotionale Highlight des deutschen EM-Sommers.

Unter Julian Nagelsmann legte er im Sommer einen überragenden Saisonstart hin, sammelte vier Torbeteiligungen in den ersten vier Spielen, drei davon als Einwechselspieler. Diese Joker-Qualitäten schätzen Trainer grundsätzlich, in einem Starensemble aber umso mehr, erleichtern sie ihnen doch die Aufgabe, einen Top-Spieler auf die Bank zu setzen. So findet sich der Jüngste in der Bayern-Offensive regelmäßig an der Seitenlinie wieder. Zwischen internationalen Titelträgern wie Gnabry, Müller, Leroy Sane und Kingsley Coman auf seiner Position braucht Musiala neben Qualität auch Geduld.

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"Er ist halt Spieler bei Bayern München", erklärt Nagelsmann. "Da ist die Konkurrenz eben ein bisschen größer, als bei dem einen oder anderen Verein." Trotzdem lässt der Trainer keinen Zweifel an seinem Supertalent aufkommen: "Er wird einer der besten Spieler, die es gibt."