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Hertha BSC: Mit Südamerika-Power aus dem Tabellenkeller

Mit dem 3:0-Heimsieg gegen Bayer 04 Leverkusen hat Hertha BSC ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. Die Botschaft der Berliner: Mit uns ist im Kampf um den Klassenerhalt zu rechnen. Grund dafür ist auch die Leistung der Südamerikaner, von denen zwei im Duell mit der Werkself zu Matchwinnern avancierten.

Ein Schuss aus dem Hintergrund, der Ball klatschte an den Innenpfosten - und schon war Hertha BSC auf dem rechten Weg. Deyovaisio Zeefuiks Treffer zum 1:0 im Heimspiel gegen Bayer 04 Leverkusen war nicht nur sehenswert, er leitete auch den wichtigen 3:0-Erfolg über die Werkself ein. Der wiederum sendete ein ganz besonderes Zeichen nach draußen: Mit der Alten Dame ist auf der Zielgeraden der Saison noch immer zu rechnen. Hertha BSC schöpft im Kampf um den Klassenerhalt neue Hoffnung. Dank Zeefuiks Tor und dank der Südamerika-Connection beim Hauptstadtclub.

Angefangen beim Brasilianer Matheus Cunha, der beim unerwarteten, aber gnadenlos effizient herausgespielten Sieges gegen Leverkusen Taktgeber, Antreiber und auch Torschütze der Mannschaft von Trainer Pal Dardai war. "Ich habe immer gesagt, dass er unser Genie ist", sagte der Coach nach dem Abpfiff sichtlich zufrieden.

Dardai hatte seinem Team zudem eine neue taktische Ausrichtung verordnet. Bereits in den vier Partien vor dem Leverkusen-Spiel hatte der 45-Jährige seine Elf mit einer Dreierkette verteidigen lassen. "Damit kommen wir gut zurecht", betonte Hertha-Eigengewächs Maximilian Mittelstädt, der von sich selbst behauptet, bei Offensivaktionen mehr Rückendeckung zu erhalten.

>>> Endspurt im Kampf um den Klassenerhalt

In der Tat präsentierten sich die Berliner defensiv solide. Trotz beeindruckender 65 Prozent Ballbesitzphasen kam Leverkusen lediglich zu einem Schuss aufs Tor - während die über die gesamte Spieldauer eher passiven Berliner es zehnmal probierten. "So hätten wir schon die ganze Saison spielen sollen", fand der Kolumbianer Jhon Cordoba, der den dritten Treffer erzielt hatte und damit zu einem weiteren Hauptakteur der Berliner geworden war.

Da sich das Auftreten in anderen Spielen mitunter jedoch deutlich von dem in der Partie vom 26. Spieltag unterschied, stecken die Berliner in den letzten acht Spielen der Saison mittendrin im Kampf um den Klassenerhalt. Ein Punkt trennt die Hertha vom Relegationsrang, es geht eng zu auf der Zielgeraden.

"Es wird schwer, aber wir müssen an uns glauben. Wir wissen, was wir haben. Wir müssen weiter hart an uns arbeiten", gibt Angreifer Cordoba die Marschroute für das Saisonfinale vor. Dann wird es auf ihn ebenso ankommen wie auf den Argentinier Santiago Ascacibar, der ihn in der Schlussphase des Spiels gegen Leverkusen ersetzte.

Mit den drei Südamerikanern in der zuletzt gezeigten Form ist mit Hertha BSC wieder zu rechnen. Matheus Cunha unterstreicht: "Ich hatte immer die höchsten Ziele. Auch in Zeiten wie jetzt, wo es bedrohlicher für uns ist. Bleibe fest bei meinen Träumen, mit der Hertha eines Tages einmal Großes zu erreichen." Im Augenblick bedeutet das, dass die Dardai-Elf den eingeschlagenen Weg fortsetzt.