Robert Lewandowski ist einer der besten Mittelstürmer der Historie - © FRANCK FIFE/AFP via Getty Images
Robert Lewandowski ist einer der besten Mittelstürmer der Historie - © FRANCK FIFE/AFP via Getty Images
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Fünf Erfolgsgeheimnisse von Bayern-Star Robert Lewandowski

Talent ist die Grundvoraussetzung, um sich im Profifußball durchzusetzen. Um es aber bis an die Weltspitze zu schaffen, bedarf es wesentlich mehr, als nur einer guten Veranlagung. Robert Lewandowski muss es wissen.

Denn der Torjäger des FC Bayern München gehört zu den besten Mittelstürmern der Historie und wurde im Rahmen der Verleihung des Ballon d'Or zum besten Torjäger 2021 ausgezeichnet.

"Wichtig ist, dass ich immer die Bereitschaft habe, mich zu verbessern", hat der Pole einmal gesagt - und das ist bei ihm mehr als ein Lippenbekenntnis. Seine fünf Erfolgsgeheimnisse zeigen zudem deutlich, dass Mannschaftstraining und Spiel nur ein kleiner Teil seiner Arbeit sind.

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1) Absolute Fitness

Schon in seiner Zeit bei Borussia Dortmund wurde Robert Lewandowski aufgrund seiner überragenden Fitness von seinen Teamkollegen "The Body" genannt. Ein Spitzname, der dem Rechtsfuß alles andere als in die Wiege gelegt wurde. "Sie können sich nicht vorstellen, wie klein und schmal er als Kind war. Ganz anders als heute. Man musste sich fast Sorgen machen, dass ihm nichts passiert", erinnert sich Kamil Baczek, sein ehemaliger Mitspieler aus Jugendzeiten, an Lewandowskis fußballerische Anfänge. Dank unermüdlicher Arbeit ist aus dem schmächtigen Jungen ein Modellathlet geworden. Im eigenen Fitnessraum stählt Lewandowski sich an trainingsfreien Tagen. Unterstützt wird er dabei von seiner Frau Anna, die Karate-Weltmeisterin sowie Ernährungsberaterin und Fitnesstrainerin ist. Aber nicht nur dem Körper widmet sich der Weltfußballer 2020 bei diesen Sessions: "Manchmal arbeite ich mit speziellen Übungen auch nur an meiner Konzentration. Die ist für einen Stürmer sehr wichtig", erklärte Lewandowski gegenüber der "Welt". Diese komplette Fokussierung ist ihm in den Strafräumen der Welt schon häufig zugutegekommen.

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2) Ausgefeilte Ernährung

33 Jahre ist Lewandowski mittlerweile alt, aber in Sachen Fitness kann ihm kaum ein Profi auf der Welt das Wasser reichen. Neben dem harten Training spielt beim Torjäger des FC Bayern München dabei auch die Ernährung eine große Rolle. Die Weichen für seinen aktuellen Zustand hat er schon vor über einem Jahrzehnt gelegt. "Mit 22 Jahren habe ich meine Ernährung umgestellt, um ein paar Jahre länger spielen zu können. Damals wusste ich nicht, ob mir das helfen würde, habe es aber durchgezogen - und es zahlte sich aus. Alles, was ich damals angefangen habe, bringt heute Erfolg", verriet Lewandowski bei der Verleihung des goldenen Schuhs 2020/21 in einem Kicker-Interview.

Mitgeholfen hat seine Frau Anna, die die spezielle Lewandowski-Diät so erklärt: "Wir verzichten auf Laktose, Weizenmehl, weißen Zucker, Frittiertes. Wir essen zuerst die Nachspeise oder die Kohlenhydrate und danach Eiweiß, manchmal essen wir mehr Rohkost, manchmal nur wenig Fleisch", so Anna Lewandowska. Bei den Mitspielern hat das "rückwärts essen" schon manches mal für irritierte Blicke gesorgt, aber am Resultat gibt es keinen Zweifel: 111 seiner 291 Bundesliga-Tore hat er nach seinem 30. Geburtstag erzielt. In der Liste der Ü30-Torjäger der Bundesliga hat Lewandowski nur noch Manfred Burgsmüller (117 Tore) vor sich. Der nächste Rekord ist also nur noch ein paar Hafermilch entfernt.

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3) In der Ruhe liegt die Kraft

Guter Schlaf ist für die Regeneration im Leistungssport enorm wichtig. Das sieht auch Lewandowski so und hat die Abläufe im Schlafzimmer mit Hilfe eines Schlaftherapeuten optimiert. Eine hochwertige Matratze ist dabei nur die Basis für die perfekte Erholung. Das Schlafzimmer der Lewandowskis kann komplett abgedunkelt werden und ist auch im Sommer auf maximal 21 Grad runtergekühlt. Zudem gibt es keinen Fernseher und auch alle weiteren elektronischen Geräte werden ausgeschaltet. Selbst die Position im Bett ist nicht zufällig gewählt: "Ich soll auf der linken Seite schlafen, weil ich Rechtshänder bin und mit rechts den härteren Schuss habe", verrät der Bayern-Star einen wichtigen Tipp des Schlaftherapeuten. Dank des erholsamen Schlafes ist Lewandowski dann auf dem Platz immer hellwach.

4) Totale Detailversessenheit

"Elfmeter kann man nicht trainieren", heißt es häufig nach Elfmeterschießen im Pokal oder bei Welt- und Europameisterschaften. Verdächtigerweise wird diese Äußerung häufig von unterlegenen Teams getätigt. Robert Lewandowski hat diese Bahuptung in seiner Karriere ziemlich deutlich widerlegt. Seine Elfmetertechnik ist ein Paradebeispiel dafür, dass der Pole auch auf dem Platz nichts dem Zufall überlässt. Immer wieder hat er an Technik und Ablauf seiner Strafstöße gefeilt und ist so zu einem der besten Elferschützen der Bundesliga-Historie geworden. 41 Mal trat der Torjäger vom Punkt an, 37 Mal zappelte der Ball anschließend im Netz. Nur vier Spieler erzielten in der Bundesliga-Geschichte mehr Elfmetertore - und alle vier hatten eine schwächere Quote als Lewandowski. Rekordhalter Manfred Kaltz brauchte für seine 53 Strafstoßtreffer 60 Versuche.

Aber nicht nur bei der Elfmetertechnik ist in Lewandowskis Karriere eine erstaunliche Evolution zu beobachten. Auch die Präzision und Gefährlichkeit seiner direkten Freistöße hat der 33-Jährige sich in unzähligen Trainingsstunden im wahrsten Sinne des Wortes erarbeitet. Ohne diesen Arbeitsethos wäre Lewandowski vermutlich nie in der absoluten Weltspitze angekommen. Dabei läuft er nicht Gefahr, "satt" zu werden. "Es ist nicht wichtig, was man gewonnen hat, sondern was man noch gewinnen kann", erklärt der Stürmer seinen Antrieb.

5) Gesunder Geist und gesunder Körper

Neben seiner Karriere als Fußballprofi hat Lewandowski an der Warschauer Sporthochschule Training und Management des Sports studiert und 2018 erfolgreich seine Bachelor-Arbeit verteidigt. Mit dem Thema ist der Angreifer vermutlich so vertraut wie kein Zweiter, denn seine Arbeit trug den Titel: "RL9. Der Weg zum Ruhm". "Die Arbeit erzählt die Geschichte seiner Fußballkarriere vom kleinen Jungen in den Straßen zu einem großen Star des internationalen Fußballs", erklärte Prüfer Marek Rybinski gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. In seiner Freizeit hat der Pole zudem der Spielkonsole abgeschworen und liest nun lieber Bücher. Vor allem die Biografien großer Sportler haben es ihm angetan: "Michael Jordan, Tiger Woods, Usain Bolt. Das sind Superstars, die ihren Sport geprägt haben. Ich schaue, ob ich von ihnen etwas lernen kann", so der Bayern-Star, der unermüdlich daran arbeitet, dass seine Biografie in Zukunft in einem Atemzug mit den Größten der Historie genannt wird. Er ist auf dem besten Wege dorthin.