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Starke French Connection beim FC Bayern München

Allgemein gilt ja Englisch als Weltsprache, aber in München kann man sich auch exzellent mit Französisch verständigen - zumindest in der Kabine des FC Bayern München. Gleich acht Franzosen stehen derzeit beim Rekordmeister unter Vertrag, Benjamin Pavard, Dayot Upamecano und Lucas Hernandez gewannen kürzlich die diesjährige Nations League. Kein anderer Club der Bundesliga baut auf so eine starke French Connection. Dabei verlief die erste Verbindung zwischen französischen Stars und dem FC Bayern eher unglücklich.

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Am 20. August 1994 bestritt Jean-Pierre Papin, immerhin Europas Fußballer des Jahres 1991, als erster Franzose eine Bundesliga-Partie für die Münchner. Es folgten 26 weitere, in denen der Mittelstürmer lediglich drei Tore erzielte. 1996 war das Kapitel Papin beim FC Bayern dann beendet, aber die Ära der erfolgreichen Franzosen sollte kurze Zeit später erst so richtig beginnen. Bixente Lizarazu bearbeitete ab 1997 äußerst erfolgreich die linke Außenbahn beim FCB und wurde in seinen neun Spielzeiten bei den Münchnern sechs Mal Deutscher Meister, fünf Mal Pokalsieger und gewann 2001 die Champions League.

Ab der Jahrtausendwende waren dann beide Außenverteidiger-Positionen fest in französischer Hand, denn was Lizarazu auf der linken, war Willy Sagnol, der Meister der Halbfeldflanke, auf der rechten. 40 Torvorlagen gelangen Sagnol in 184 Bundesliga-Spielen - eine herausragende Quote für einen Rechtsverteidiger. Und auch seine Titelsammlung konnte sich sehen lassen (fünf Mal Deutscher Meister, vier Mal Pokalsieger, ein Mal Champions-League-Sieger.

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Ab 2007 regierte dann Kaiser Franck an der Säbener. Franck Ribery ist mit 86 Toren (in 273 Bundesliga-Spielen) französischer Rekordtorschütze der Bundesliga. Zudem bereitete er Arjen Robbens Siegtor im Champions-League-Finale 2013 gegen Borussia Dortmund vor. Sein insgesamt großer Anteil am Triple 2012/13 wurde im selben Jahr mit dem Titel zur Europas Fußballer des Jahres honoriert. Ribery prägte über ein Jahrzehnt beim FC Bayern und in der Bundesliga - das gelang auf diesem Niveau selbst beim Rekordmeister nur ganz wenigen.

Auch der Triple-Gewinn 2020 hatte einen starken französischen Touch. Corentin Tolisso, Benjamin Pavard und Lucas Hernandez - allesamt Weltmeister - spielten damals schon für den FC Bayern, Kingsley Coman erzielte sogar das goldene Tor im Finale gegen Paris St. Germain. Kein Wunder also, dass die Münchner auf dem Transfermarkt weiter nach französischen Spielern ausschau hielten. Dayot Upamecano war im Sommer der letzte Franzose, der in die bayrische Landeshauptstadt wechselte.

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Neben dem 22-jährigen Innenverteidiger stehen noch seine Landsmänner Coman, Hernandez, Pavard, Tolisso, Tanguy Nianzou, Bouna Sarr und Mickael Cuisance bei der Nagelsmann-Truppe unter Vertrag. Auch Leroy Sane hat neben dem deutschen einen französischen Pass. Bei Niklas Süle sitzt das Schul-Französisch noch, er unterhält sich mit den Kollegen in ihrer Landessprache, ebenso der Deutsch-Kameruner Eric Maxim Choupo-Moting. Am 6. Spieltag stellte Julian Nagelsmann mit Pavard-Süle-Upamecano-Hernandez sogar eine komplett frankofone Abwehrreihe auf.

Zuletzt hat sich vor allem Hernandez wieder in den Vordergrund gespielt. Der Linksfuß ist nach der Rückkehr nach Meniskusriss am 4. Spieltag kaum mehr aus der Mannschaft wegzudenken, hat seitdem keine Einsatzminute mehr verpasst. Als aggressiver Zweikämpfer hat er großen Anteil an der makellosen Münchner Bilanz der letzten Wochen.

Die Bayern haben in dieser Saison noch viel vor und ihr französischer Block ist ein Schlüssel zu Erfolgen in allen drei Wettbewerben. Die Fußstapfen von Lizarazu, Sagnol und Ribery sind groß, aber gemeinschaftlich kann die aktuelle Franzosen-Fraktion bei den Bayern dieses Erbe antreten.