Kingsley Coman köpft gegen PSG das goldene Tor zum Titel ein - © Peter Schatz/Pool/imago images
Kingsley Coman köpft gegen PSG das goldene Tor zum Titel ein - © Peter Schatz/Pool/imago images
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Kingsley Coman vom FC Bayern München: Titelsammler mit dem goldenen Tor

Der FC Bayern München hat sich durch das 1:0-Sieg gegen Paris St. Germain nach 2013 das nächste Triple gesichert. Spieler des Abends war dabei ausgerechnet Kingsley Coman, der seine Karriere einst bei PSG begann.

Es läuft die 59. Minute in einer Partie, die jederzeit in beide Richtungen hätte kippen können, als Joshua Kimmich im rechten Halbfeld genügend Platz hat, um eine seiner berüchtigten Flanken anzusetzen. Der Ball fliegt präzise auf den langen Pfosten, wo der relativ freistehende Kingsley Coman einen Kopfball gegen die Laufrichtung von PSG-Keeper Keylor Navas formvollendet ins lange Eck köpft.

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Es ist das goldene Tor an einem Abend, das später den Weg zum zweiten Triple-Gewinn des FC Bayern München nach 2012/13 ebnen wird. Dabei war es fast schon ein wenig überraschend, dass Coman überhaupt in der Startelf aufgetaucht war.

Die Hereinnahme des linken Flügelstürmers war vor allem deshalb nicht zu erwarten, weil Bayern-Trainer Hansi Flick bei den vorangegangenen Champions-League-Partien in Lissabon auf dieser Position dem erfahrenen Ivan Perisic das Vertrauen geschenkt hatte. Und da Flick ohnehin kein Freund von großer Rotation ist, war es durchaus erstaunlich, dass er seine Erfolgsformation ausgerechnet auf dieser wichtigen Position veränderte.

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Doch Flick war sich der enormen Bedeutung dieses Spiels für den Franzosen durchaus bewusst: "Paris ist der Heimatverein von Coman. Ich verspreche mir da ein bisschen mehr Motivation und er hat natürlich auch die Qualität und den Speed, eine Abwehr auszuhebeln", so der Coach vor dem Spiel über die spätere Schlüsselpersonalie. Coman, in Paris geboren, trug ab dem zarten Alter von acht Jahren das PSG-Trikot und wurde dort Anfang 2013 zum Profi. Trotz zweier Meisterschaften mit PSG blieb ihm damals der große Durchbruch verwehrt, die Hauptstädter ließen ihr Eigengewächs 2014 ablösefrei zu Juventus Turin ziehen.

Der Matchwinner mit der Trophäe - Frank Hoermann/SVEN SIMON/Pool/imago images

Einen amtlichen Torjubel ließ sich Coman nach seinem goldenen Treffer trotz seiner Biografie dann aber nicht nehmen. "Ich identifiziere mich zu 100 Prozent mit dem FC Bayern", gab er nach der Partie zu Protokoll, schob aber nach: "Es ist ein außergewöhnliches Gefühl, aber es macht mich ein bisschen traurig für PSG. Paris hat ein großartiges Spiel gemacht, aber wir auch."

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Dabei gehört eigentlich weder das Toreschießen noch das Kopfballspiel zu den Kernkompetenzen Comans. Der Franzose besticht vielmehr durch seinen Antritt und seine Ballbehandlung. In 108 Bundesliga-Spielen kommt er auf 20 Tore. Das ist für einen Außenstürmer des FC Bayern sicher noch ausbaufähig. Als Kopfballungeheuer fiel er hingegen bisher so gut wie noch gar nicht auf. Dass er nun das goldene Tor dieses Abends mit einem Kopfball aus dem Lehrbuch erzielte, passt aber wiederum sehr gut in das Portfolio des Linksaußen.

Schließlich gibt es kaum einen so konsequenten Titelsammler wie Coman. Zwei Meisterschaften in Frankreich folgten zwei weitere in Italien mit Juventus Turin. Und anschließend gleich fünf mit dem FC Bayern in der Bundesliga. Kurzum: Coman ist in jedem seiner bisher neun Profijahre Meister geworden. In allen drei Ländern hat er außerdem den Pokal und den Superpokal gewonnen.

Und eigentlich würde auch der WM-Pokal einen Platz in seiner prall gefüllten Vitrine einnehmen, hätte sich der Franzose nicht kurz vor der Weltmeisterschaft 2018 noch verletzt. Nun folgt also die vorzeitige Krönung mit dem ersten Champions-League-Titel. Es kann einem schon Angst machen, was da alles noch folgen könnte. Denn Coman ist diesen Sommer gerade erst 24 Jahre alt geworden.