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Jürgen Klopp beobachtet das DFB-Spiel gegen Griechenland von seinem eigenen Sitz aus
Jürgen Klopp beobachtet das DFB-Spiel gegen Griechenland von seinem eigenen Sitz aus - © IMAGO/Steffie Wunderl
Jürgen Klopp beobachtet das DFB-Spiel gegen Griechenland von seinem eigenen Sitz aus - © IMAGO/Steffie Wunderl
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DFB-Team: Der Anfang vom Anfang

Wer braucht schon Emojis, wenn man Jürgen Klopps Gestik und Mimik bei seinem Heimdebüt als Bundestrainer beobachten konnte? Freude, Ungeduld, Aufbruch – die Gefühlspalette des 59-Jährigen gegen Griechenland steht sinnbildlich für den Neuanfang der DFB-Elf.

Freude. Schon lange bevor das DFB-Team zum Aufwärmen kam, stand Jürgen Klopp in Augsburg auf dem Platz, schaute sich um, saugte die Atmosphäre auf – und grinste beim Song "Major Tom" schließlich hochmotiviert in Richtung Tribüne.

Ein neuer Trainer, neue Spieler, neue Ideen. Genau dafür ist diese erste Phase da: ausprobieren, kennenlernen, beobachten, Erkenntnisse sammeln. Klopp wollte in dieser Länderspielpause möglichst viele Spieler sehen – und herausfinden, welche Optionen ihm sein neuer Kader bietet. Beim Remis gegen die Niederlande und der Niederlage gegen Griechenland lieferten Debütanten wie Philipp Treu oder Bambasé Conté erste positive Signale. 

Gegen Griechenland sollte daraus der nächste Schritt werden. "Die Stimmung war absolut top, wie sie sein soll. Die Wirkung wird natürlich kommen", so Klopp über die ersten Tage in Herzogenaurach. 

Ungeduld. Die Arme des neuen Trainers gingen immer wieder nach oben oder zur Seite. Deutschland hatte viel Ballbesitz, fand gegen den tiefen griechischen Block aber zu selten Lösungen. "Dafür braucht man feste Abläufe. Die haben wir uns in der Kürze der Zeit nicht so erarbeiten können, wie es notwendig wäre. Das überrascht mich nicht", erklärte Klopp.

Die Niederlage und ein Gegner, der Deutschland vor neue Aufgaben stellte, waren also eine Lektion. Eine, die sich der Bundestrainer nicht ausgesucht hatte, die er aber zähneknirschend annahm. "Es ist Teil des Prozesses", sagte Klopp. Schließlich "geht es darum, dass wir seit einer Woche zusammen sind". Das perfekte Team kann und soll zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht stehen.

Seine Gewinnermentalität ließ dabei trotzdem keinen Raum fürs Schönreden. "Das Spiel nicht zu gewinnen, damit hätte ich leben können, aber verlieren darfst du es nicht." Gleichzeitig stellte er erneut klar: "Wir sind eine Fußballmannschaft, die sich finden muss."

Jürgen Klopp leicht Zähne knirschend in Augsburg
Jürgen Klopp leicht Zähne knirschend in Augsburg - IMAGO/Bernd Feil/M.i.S.

Aufbruch. Trotz der Niederlage klatschte Klopp nach dem Schluspfiff aufmunternd und bleibt überzeugt vom eingeschlagenen Weg. "Ich bin frei vom Ergebnisdruck, solange wir die richtigen Schlüsse ziehen, der Rest ist nur eine weitere Information." Ernüchtert sei er deshalb nicht. Jeder könne besser spielen, als an diesem Abend. "Es gibt für mich keinen Grund, in Depressionen zu verfallen. Aber wir sind auch noch nicht dort, wo wir gerne wären."

Die nächste Gruppe wartet nun bereits, die nächsten Eindrücke, die nächsten Experimente. Sechs Spieler aus dem ersten Kader bleiben, 19 neue kommen dazu. "Die sind ausgeruht, dadurch können wir ein bisschen mehr machen - aber wir werden in München gegen Serbien wahrscheinlich wieder auf einen tief stehenden Gegner treffen."

Doch Klopp blickt weiter nach vorne: "Es kommt der Moment, in dem wir für jeden ein unangenehmer Gegner sind, davon bin ich hundertprozentig überzeugt." Und vielleicht passen deshalb sein eigenes Motto und sein breites Grinsen am besten zu diesem Start. "Lieber ein schlechter Anfang als ein schlechtes Ende."

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