
Conté: Vom Lachanfall zum DFB-Debüt
Erst lachte Bambasé Conté vor Überraschung am Telefon, wenige Tage später vor Freude auf dem Platz: Nach Klopps überraschender Nominierung feierte der 23-Jährige gegen Griechenland sein DFB-Debüt.
Es gibt Anrufe, bei denen man einfach nur lachen muss. Als Jürgen Klopp Bambasé Conté erstmals am Telefon seine Nominierung für die Nationalmannschaft mitteilte, lachte der 23-Jährige zwei Minuten am Stück. So lange, dass der neue Bundestrainer zunächst kaum zu Wort kam.
Wenig später war aus dem ungläubigen Lachen längst Gänsehaut geworden. "Die letzten Tage waren sehr emotional für mich", sagte der Hoffenheimer. "Es ist eine Riesenehre. Ich freue mich auf das, was kommt. Ich werde alles aufsaugen." Und dann stand Conté gegen Griechenland tatsächlich im DFB-Trikot auf dem Platz.

"Er war sehr überrascht"
"Bisher hat er keinen nervösen Eindruck gemacht", stellte Klopp vor dem Anpfiff fest. Dass der 23-Jährige trotzdem nicht ganz mit seiner ersten Startelf-Nominierung gerechnet hatte, verriet der Bundestrainer: "Er war sehr überrascht." Einen zweiten Lachanfall wie beim Nominierungsanruf gab es diesmal nicht, eher ein Grinsen vor dem Spiel. "Ich soll einfach Spaß haben und ich selbst sein. Ich habe riesigen Bock drauf", so Conté.
Und "Bamba" machte genau das, was Klopp ihm mit auf den Weg gegeben hatte. Nach gerade einmal zwei Minuten suchte der Hoffenheimer erstmals den Abschluss. Später zeigte er auf engem Raum seine technische Klasse und eröffnete auch die zweite Hälfte mit einem starken Ballgewinn am griechischen Strafraum, auf den ein weiterer Abschluss folgte. Und als er nach 65 Minuten vom Platz ging, war da wieder dieses Lachen – diesmal über einen besonderen Abend und eine insgesamt gelungene Premiere.
"Ein wundervoller Fußballer"
Für Klopp kommt das nicht von ungefähr. "Er ist ein wundervoller Fußballer, technisch hervorragend", schwärmte der Bundestrainer zuvor. Besonders angetan hat es ihm Contés Mentalität gegen den Ball: Pressing auslösen, Bälle klauen, zwischen den Linien spielen. "Davon gibt's auch nicht so viele", sagte Klopp.
Viele gibt es auch nicht, die einen ähnlichen Weg ins Nationaltrikot gegangen sind. Geboren in Saarbrücken, ausgebildet in Hoffenheim, an den Karlsruher SC und an die SV Elversberg verliehen, dort entscheidend am Aufstieg beteiligt – und im Sommer zurück zur TSG Hoffenheim. Und plötzlich ging für Conté alles ganz schnell: Drei Startelfeinsätze an den ersten vier Bundesliga-Spieltagen, drei Assists in sechs Pflichtspielen – darunter die Vorlagen zum 1:0 in Köln und gegen Stuttgart.
Vom Zweitliga-Aufsteiger zum DFB-Debütanten in wenigen Monaten. Vom Lachen am Telefon zum Lachen im Deutschland-Trikot in wenigen Tagen. Für die deutschen Fans gab es an diesem Abend wenig Grund zur Freude. Contés DFB-Debüt darf dennoch positiv für die Zukunft stimmen. Und vielleicht gibt es schon bald wieder etwas zum Lachen.