
"Lust könnte nicht größer sein": Jürgen Klopp mit erstem Arbeitstag als Bundestrainer
Am Samstag hat Bundestrainer Jürgen Klopp seinen ersten offiziellen Arbeitstag beim Deutschen Fußball-Bund absolviert. Die ersten Eindrücke waren durchweg positiv.
"Bundestrainer Klopp" – selbst für den 59-Jährigen klingt das noch etwas ungewohnt. "WhatsApp-Nachrichten von Freunden habe ich auch schon beantwortet mit: 'Bundestrainer Klopp'. So würde sich ja kein Mensch nennen, das klingt auch sehr unangenehm. Aber mit Kumpels fand ich es ganz angemessen", schmunzelte Klopp.
Auf Instagram gewährte der Hoffnungsträger des deutschen Fußballs einen kleinen Einblick in seinen neuen Alltag, zeigte stolz die DFB-Geschäftsräume, die Frankfurter Skyline und die Trainingsplätze. Dazu schrieb er: "Heute geht’s offiziell los … Vorfreude und Lust könnten nicht größer sein!"
"Das ist echt schön"
Und diese Vorfreude war ihm auch im ersten DFB-Interview deutlich anzumerken. Gemeinsam mit seinem Trainerteam hat Klopp bereits erste Abläufe kennengelernt, Kontakte geknüpft und Termine mit Bundesligatrainern vereinbart. "Es geht jetzt Schritt für Schritt", erklärte der neue Bundestrainer. Mit Spielern habe er erstmal noch keinen Kontakt gehabt, "viele waren bis jetzt in der ganzen Welt unterwegs."
Besonders angetan ist Klopp von seinem neuen Umfeld. "Es hat sich echt gut angelassen. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die wir bis jetzt kennengelernt haben, haben uns ganz, ganz toll aufgenommen. Danke dafür! Es fühlt sich nicht fremd an, das ist echt schön."
Auch einen kompletten Neustart sieht der Ex-Liverpool-Coach nicht als notwendig an. Im Gegenteil: "Man denkt ja, wenn eine WM nicht gelaufen ist: Jetzt muss man überall einmal feucht durchwischen und bei null wieder anfangen. Aber das ist völlig unnötig", so Klopp. Vielmehr habe er schnell gemerkt, dass die Menschen, mit denen er künftig arbeiten wird, "richtig gute Leute" seien.
"Jetzt können wir anfangen"
Nun richtet sich der Blick nach vorne. "Zwei große Aufgabenbereiche" hat Klopp dabei ausgemacht: "Nummer eins ist die A-Nationalmannschaft. Nummer zwei ist alles andere."
Anfangen will er bei der A-Nationalmannschaft und eben den Spielern. "Ich versuche, ein paar Vereine und Spieler noch zu besuchen, bevor es losgeht. Aber das wird nicht mit allen gelingen. Und dann muss man sich die Zeit auch geben. Denn die Spieler kenne ich, aber nicht immer die Personen hinter den Spielern. Es ist aber eine wichtige Information für mich, zu erfahren, was den jeweiligen Kerl antreibt, wo er herkommt, wo er hinwill", betont der neue Bundestrainer.
Stressen will er sich trotzdem nicht, denn Klopp denkt langfristig: "Es ist ja zum Glück kein Short-Term-Experiment, sondern auf ein paar Jahre angelegt. Und jetzt können wir anfangen." Seine wichtigste Botschaft an die Trainer im DFB lautet derweil: "Wir gemeinsam trainieren die deutsche Nationalmannschaft!" Egal, in welcher Altersklasse.
Noch fünf Wochen bis zum Debüt
Bis zu Klopps Premiere an der Seitenlinie bleiben knapp fünf Wochen. Zwischen dem dritten und vierten Bundesliga-Spieltag nominiert er seinen ersten Kader, ab dem 20. September geht es für das DFB-Team ins Trainingslager nach Herzogenaurach. Dann wartet das erste große Kapitel seiner neuen Ära: Am 24. September trifft Deutschland in Amsterdam auf die Niederlande. Es folgen Griechenland (27. September), Serbien (1. Oktober) und erneut Griechenland (4. Oktober).
Doch jetzt ist der erste Arbeitstag erst einmal geschafft. Neue Gesichter, neue Eindrücke, eine neue Aufgabe – und "ganz viel Vorfreude" auf das, was vor ihm liegt. Bundestrainer Jürgen Klopp ist endgültig im Amt!