Jadon Sancho r.) feiert mit Marius Wolf seinen Treffer zum 1:0 - © imago images / Team 2
Jadon Sancho r.) feiert mit Marius Wolf seinen Treffer zum 1:0 - © imago images / Team 2
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Borussia Dortmund hält die Meisterschaft weiter spannend

Dortmund - Mit Dortmund ist weiterhin zu rechnen im Kampf um die Meisterschaft. Am Ende des Topspiels am Samstagabend stand ein knapper 2:1-Erfolg für den BVB gegen Mainz 05, in dem die Borussia vor der Pause stark aufspielte und nach der Pause Kämpferqualitäten an den Tag legte. Am Ende waren Jadon Sancho und Roman Bürki die ausschlaggebenden Spieler.

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Zumindest dieses kleine Signal sendeten die Westfalen an die Bundesliga. "Wir haben gewonnen, das Ergebnis zählt", sagte ein halbwegs zufriedener Lucien Favre nach dem Spiel, in dem Borussia Dortmund nur in der ersten Halbezeit überzeugt hatte. "Die erste Halbzeit war gut, da können wir ein bis zwei Tore mehr schießen", so Favre. Nach dem Seitenwechsel wurde man vom 1. FSV Mainz 05 vor echte Probleme gestellt. "Nach der Pause wechselt Mainz das System, da hatten wir dann Probleme das zu verteidigen", erläuterte der BVB-Coach. Ein Angriff nach dem anderen rollte auf den Kasten des BVB zu, aber am Ende hielt die Defensive um Manuel Akanji & Co. trotz einiger Probleme weitgehend Stand. "Wir wussten, dass wir ein Zeichen setzen mussten. Für uns und auch die Fans. Vor der Pause haben wir das geschafft, mit der zweiten Hälfte können wir nicht zufrieden sein. Das darf uns nicht passieren", sagte Marco Reus.

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Hier schießt Sancho den Ball zum 2:0 in die Maschen - RONNY HARTMANN/AFP/Getty Images

In der Mainzer Drangphase brachten unter anderem Karim Onisiwo mit zwei Pfostentreffern, einer kurz vor der Pause und einer nach dem Seitenwechseln, sowie Jean-Philippe Mateta mit einem Kopfball Roman Bürki ins Schwitzen. Robin Quaison erzielte gar den 1:2-Anschluss. Der BVB hatte nach dem Seitenwechsel den Faden verloren, die Gäste agierten dann zielstrebiger, hätten den Ausgleich wohl sogar verdient gehabt. Umso bemerkenswerter, dass der Sieg auf Seiten der Borussia am Ende trotzdem stand. Auch dank eines überragenden Roman Bürki, der sein Team mit mehreren Glanztaten im Spiel hielt.

"Natürlich ist es schön, wenn man sich als Torwart auszeichnen kann", sagte Bürki nach dem Spiel, "aber ich bin über die zweite Halbzeit überhaupt nicht glücklich. Klar, in der ersten Halbzeit haben wir ein super Spiel gemacht. Nach dem 1:2 waren wir aber ängstlich, haben nur noch versucht zu verteidigen, sind nur noch hinten drin gestanden. Deshalb ist es nochmal gefährlich geworden. Das war gar nicht gut." Bürki wehrte insgesamt neun Torschüsse ab, so viele wie in keinem anderen Saisonspiel. Kurz vor Abpfiff parierte er innerhalb von Sekunden dreimal gegen Anthony Ujah, hielt am Ende den Ball auf der Linie fest.

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Marco Reus bedankte sich nach dem Spiel bei seinem Keeper: "Roman rettet uns die drei Punkte, bei ihm können wir uns bedanken. Aber das war nicht der Plan. Die erste Halbzeit war völlig in Ordnung, aber die zweite war einfach schlecht." Am Ende zehrten die Borussen von einer starken ersten Halbzeit. Angetrieben von Kapitän Marco Reus und Mario Götze setzte sich dort vor allem der britische Youngster Jadon Sancho immer wieder exzellent in Szene. Mit dem Treffer zum 1:0 beendete er zunächst seine längste Flaute dieser Bundesliga-Saison, traf nach zuvor fünf torlosen Spielen endlich wieder. Aber das war noch lange nicht das Ende.

Mit dem 2:0 setzte Sancho dann kurze Zeit später gleich zwei historische Bestmarken. Der 19-Jährige ist nun der jüngste Dortmunder der Historie, der in einer Saison zehn Bundesliga-Tore erzielte. Gleichzeitig bedeutete der zweite Treffer an diesem Abend, dass Dortmund in allen 15 Bundesliga-Heimspielen 2018/19 mindestens zwei Tore erzielt hat; 15 Heimspiele in Folge mit mindestens zwei Toren waren dem BVB noch nie gelungen. Nebenbei ist Sancho mit nun zehn Toren und 17 Torvorlagen der zweitbeste Scorer der Liga. Einzig Robert Lewandowski ist in dieser Kategorie derzeit noch stärker (33).

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Der Erfolg gegen Mainz bedeutet nun zumindest für eine Nacht die Rückkehr an die Tabellenspitze. Die Südtribüne feierte nach dem Spiel vor allem Roman Bürki, ohne den dieser Sieg nicht möglich gewesen wäre. Auch wenn der FC Bayern München am Sonntagnachmittag bei Fortuna Düsseldorf gewinnen sollte, wird der Titelkampf in der Bundesliga also spannend bleiben. "Wenn man Meister werden will, dann muss man über sich hinaus wachsen. Dann muss man - ehrlich gesagt - genau solche schweren Spiele wie heute gewinnen", gab Marco Reus am Ende zu Protokoll. "Ich gehe davon aus, dass es bis zum Ende spannend bleibt."

Dennis-Julian Gottschlich