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Borussia Dortmund vor dem Revierderby in der Taktik-Analyse

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Für Borussia Dortmund steht am 7. Spieltag das Spiel der Spiele auf dem Programm. Nach einem Jahr Abstinenz treffen sich der BVB und der FC schalke 04 wieder zum traditionsreichen Revierderby. Doch vor der wichtigen Partie läuft bei der Mannschaft von Edin Terzic noch nicht alles rund. bundesliga.de macht die Taktik-Analyse.

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Rein vom Tabellenbild gibt es für Borussia Dortmund eigentlich nicht allzu viel zu meckern. Nach sechs Spieltagen steht man punktgleich mit dem FC Bayern München da und liegt nur zwei Punkte hinter dem Tabellenführer 1. FC Union Berlin. Doch zur Wahrheit gehört auch: Der BVB könnte längst auf Platz eins stehen, hätte er nicht schon wichtige Punkte auf der Strecke gelassen. Wie etwa bei der 2:3-Niederlage gegen den SV Werder Bremen am 3. Spieltag, wo das Team eine 2:0-Führung nach 88 Minuten noch aus der Hand gab. Aber vor allem am vergangenen 6. Spieltag bei der klaren 0:3-Pleite gegen RB Leipzig.

Es war, da sind sich alle einig, die bisher schlechteste Saisonleistung einer neu zusammengestellten Mannschaft. Besonders auffällig war dabei die wackelige Defensive, denn eigentlich hatte Dortmund dieses Problem zu Beginn der Saison weitgehend in den Griff bekommen. Fünf der ersten sieben Pflichtspiele hatte die Terzic-Elf sogar zu Null gewonnen.

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Einfache Ballverluste in der Vorwärtsbewegung, zu große Abstände zu den attackierenden Gegenspielern, zu wenig Laufbereitschaft im Aufbauspiel: All diese Faktoren führten gegen Leipzig zu einem klaren Rückstand, der nicht mehr aufzuholen war. "Nach dem Gegentor hat uns Leipzig weiter aggressiv angelaufen und wir haben es nicht geschafft, diesem Druck standzuhalten. Wir haben versucht rauszukombinieren und dann viele Bälle verloren", analysierte Terzic das Geschehen nach der Partie.

Hinzu kommt aber auch die fehlende Durchschlagskraft in der Offensive. Acht Tore hat der BVB nach sechs Spieltagen erst erzielt. Zum Vergleich: In der letzten Saison waren es zum gleichen Zeitpunkt schon 17 Treffer! Die Gründe liegen auf der Hand: Zum einen hat Dortmund mit Erling Haaland einen Weltklasse-Stürmer verloren, zum anderen dauert die Integrationsphase von Nachfolger Anthony Modeste, der den erkrankten Sebastien Haller ersetzen soll, noch immer an. "Ich habe meinen Platz im Team noch nicht so richtig gefunden", gibt auch der Franzose zu, der in diesem Sommer aus Köln gekommen war.

Obwohl sie das Klischee der bulligen Nummer Neun eint, sind Haaland und Modeste letztlich doch zwei komplett verschiedene Stürmertypen. Während der pfeilschnelle Haaland meist mit Steilpässen in die Schnittstellen auf Reisen geschickt wurde, lebt Modeste vor allem von seinem Kopfballspiel. Ein Vorteil, der bisher noch zu wenig genutzt wurde. Nur acht Flanken schlägt der BVB im Schnitt pro Partie in dieser Spielzeit. Beim 1. FC Köln bekam Modeste in der Vorsaison, wo er von seinen 20 Bundesliga-Toren einen Großteil mit dem Kopf erzielte, noch 15 Flanken pro Spiel serviert. Gleichermaßen fehlt ohne die Waffe Haaland jetzt aber auch die Konterstärke. Nach 13 Toren im Jahr 2021/22 haben die Schwarz-Gelben in dieser Saison noch keinen einzigen Treffer nach Konter erzielt.

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Kurioserweise trafen Modeste und Haaland erst am Mittwoch in der Champions League aufeinander. Und alles, was der BVB in diesem Spiel – zumindest bis zur 80. Minute - gezeigt hat, gibt sehr viel Anlass zur Hoffnung. Deutlich fokussierter und aggressiver als gegen Leipzig ließ das Team das sonst so spielstarke Manchester City kaum zur Entfaltung kommen. Ein Sieg gegen diesen Top-Club war zum greifen nah, ehe der Mannschaft in der Schlussphase doch noch die Körner ausgingen. Ein nicht zu verteidigendes Weltklasse-Tor - ausgerechnet von Haaland - besiegelte am Ende die 1:2-Niederlage. Die Mannschaftsleistung dürfte aber ohne Zweifel zu den besten BVB-Auftritten in dieser Saison gehören.

Mit einer Leistung wie gegen Manchester City sollten zumindest beim Revierderby drei Punkte sehr wahrscheinlich sein. Und auch personell gibt es für die zuletzt stark ersatzgeschwächte Mannschaft wieder Licht am Ende des Tunnels: So hat etwa der zu Beginn der Saison verletzte verletzte Niklas Süle in der Champions League einen beeindruckenden Auftritt hingelegt und gezeigt, wie wertvoll er für die Stabilität des Teams noch sein kann. Und auch die beiden flinken Flügelstürmer Donyell Malen und Karim Adeyemi, beide für eine zweistellige Anzahl an Toren gut, feierten nach längerer Abstinenz ihr Comeback. Das Revierderby kann also kommen. Es wäre nach zwei Niederlagen in Folge der perfekte Zeitpunkt für den Turnaround!