
Schlotterbeck-Duell: Wenn die Familie für 90 Minuten zur Konkurrenz wird
Am Samstag kommt es in der Bundesliga wieder zu einem besonderen Familienduell: Wenn Borussia Dortmund auf den FC Augsburg trifft, stehen sich mit Nico und Keven Schlotterbeck zwei Brüder gegenüber, die beide mehr als nur eine tragende Säule in ihrem Team sind. Während Nico bereits viermal für Schwarz-Gelb traf, verpasste Keven bislang unter Baum keine einzige Minute.
Nico Schlotterbeck hat sich in dieser Saison erneut als Abwehrchef bei Borussia Dortmund etabliert. Zwar gewann er bislang "nur" 58 Prozent seiner Zweikämpfe, doch damit liegt er gemeinsam mit Jobe Bellingham sogar an der Spitze der Dortmunder Statistik. Besonders wertvoll ist der Nationalspieler im Spielaufbau: Mit durchschnittlich 88 Ballaktionen pro 90 Minuten ist er häufig in das Dortmunder Aufbauspiel eingebunden.
Auch offensiv setzt Bruder Nico Akzente. Vier Bundesliga-Tore stehen in dieser Saison bereits zu Buche, drei davon nach Standards per Kopf. Damit stellte der Innenverteidiger seinen persönlichen Bundesliga-Saisonrekord ein. Insgesamt gab er 28 Torschüsse ab – so viele wie kein anderer Verteidiger der Liga, etwa die Hälfte davon nach Eckbällen. Zwei weitere Versuche landeten zudem am Aluminium.

FCA nie ohne Keven
Sein Bruder Keven Schlotterbeck ist beim FC Augsburg ebenfalls eine feste Größe – besonders seit dem Trainerwechsel. Unter Manuel Baum trägt der Innenverteidiger sogar die Kapitänsbinde und hat seitdem keine einzige Minute verpasst. Zuvor hatte er unter Sandro Wagner noch einen etwas schwereren Stand im Team.
In den Zweikämpfen ist Keven mit einer Erfolgsquote von 63 Prozent sogar etwas stärker als sein Bruder, auch wenn er damit nicht ganz an seine 67 Prozent aus der Vorsaison herankommt. Innerhalb der Augsburger Mannschaft ist er damit nach Chrislain Matsima der zweitbeste Zweikämpfer. Offensiv wartet der eigentlich kopfballstarke Verteidiger allerdings noch auf seinen ersten Saisontreffer. Dabei sucht er gerade bei Standards häufig den Abschluss: Acht seiner Torschüsse gab er per Kopf ab – mehr als doppelt so viele wie jeder andere Augsburger Spieler.
Die Rivalität bleibt dabei sportlich. "Natürlich versucht man, sich ein bisschen anzustacheln, damit man das Maximale aus sich herausholt", sagte Keven Schlotterbeck einmal über Duelle mit seinem Bruder.
Die Bundesliga und ihre Zwillinge
Zwillinge haben in der Bundesliga immer wieder besondere Geschichten geschrieben. Zu den bekanntesten Brüderpaaren gehören die Altintop-Zwillinge: Stürmer Halil brachte es auf 351 Bundesliga-Spiele, sein Bruder Hamit auf 192 Einsätze im Mittelfeld. Gemeinsam standen sie unter anderem für FC Schalke 04 auf dem Platz. Das bislang letzte Zwillingspaar, das regelmäßig zusammenspielte, waren Lars und Sven Bender bei Bayer 04 Leverkusen. Lars Bender absolvierte seine gesamte Bundesliga-Karriere bei Bayer und kam auf 256 Einsätze. Sein Bruder Sven wechselte 2017 dazu und bestritt 57 seiner insgesamt 265 Bundesliga-Spiele gemeinsam mit ihm.
Zwillinge als Rekordhalter
Auch andere Brüderpaare prägten die Liga nachhaltig. Klaus und Thomas Allofs halten bis heute den Rekord für die meisten Bundesliga-Spiele eines Brüderduos: Zusammen kommen sie auf 802 Partien (424 für Klaus, 378 für Thomas). 86 dieser Spiele bestritten sie gemeinsam für Fortuna Düsseldorf und den 1. FC Köln, zehnmal standen sie sich sogar als Gegner gegenüber. Beide wurden zudem Torschützenkönig – Klaus in den Spielzeiten 1978/79 und 1984/85, Thomas 1988/89.
Nur knapp konnte Nico mit seinem BVB das Spiel der Hinrunde mit 1:0 in Augsburg gewinnen. Am Spieltag 26 kann sich Keven revanchieren. Anpfiff des Bruderduells zwischen Dortmund und Augsburg ist am Samstagnachmittag um 15.30 Uhr.
