Kann die Freiburger Defensive erneut die Dortmunder Angriffswucht um Erling Haaland bändigen? - © Pressefoto Rudel/Herbert Rudel via www.imago-images.de/imago images/Sportfoto Rudel
Kann die Freiburger Defensive erneut die Dortmunder Angriffswucht um Erling Haaland bändigen? - © Pressefoto Rudel/Herbert Rudel via www.imago-images.de/imago images/Sportfoto Rudel
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Borussia Dortmund empfängt SC Freiburg: Verfolderduell zweier unterschiedlicher Teams

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Der Auftakt des 19. Spieltags am Freitagabend (20:30 Uhr auf DAZN) hält direkt einen Kracher bereit. Beim Verfolgerduell zwischen Borussia Dortmund und dem SC Freiburg treffen zwei Teams aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

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Auf der einen Seite steht da die Drama-Queen Borussia Dortmund. Eine Mannschaft, die derzeit nur schwer zu greifen ist. So ging der BVB mit Punktverlusten gegen Teams wie den VfL Bochum und Hertha BSC mit einem bitteren Beigeschmack in die kurze Winterpause und meldete sich auch im neuen Jahr nicht wesentlich besser zurück. Zumindest über weite Strecken war die Darbietung der Mannschaft von Marco Rose zuletzt in Frankfurt alles andere als eine Augenweide.

Doch zur Wahrheit gehört: Die Schwarz-Gelben sammeln 2021/22 insgesamt so solide ihre Punkte ein, dass der 2. Tabellenplatz zumindest zum Jahresbeginn mit sechs Punkten Vorsprung auf Verfolger TSG Hoffenheim in Stein gemeißelt ist.

Und mit einem Sieg am Freitagabend würde der BVB den Rückstand auf den FC Bayern auf drei Punkte verringern und den Druck auf den Rekordmeister, der am Samstagnachmittag beim 1. FC Köln antritt, noch einmal erhöhen.

Haaland als Antreiber und Vorbereiter

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Ein 0:2-Rückstand nach 70 Minuten wie am vergangenen Samstag gegen Frankfurt noch aufzuholen, das wäre vor einem Jahr noch undenkbar gewesen. Jetzt ist dieser Mannschaft alles zuzutrauen. Vor allem dank Mentalitätsspielern wie Erling Haaland oder Jude Bellingham, ohne deren Engagement, das bisweilen an den Rand der Legalität reicht, es unmöglich gewesen wäre, diese Partie noch erfolgreich zu drehen. Bezeichnend, wie Haaland sich gegen Ende der Partie vor Eintrachts Doppeltorschütze Rafael Borre aufblies und sich auf die Brust trommelte und später jedes Mal lautstark feierte, als er für seine Elf noch eine Ecke herausholte, statt den Frankfurtern auch nur noch einmal den Ballbesitz zu überlassen.

"Fußball besteht aus Emotionen, es war insgesamt ein emotionales Spiel, das hat sich so entwickelt", sagte Rose über Haalands Scharmützel mit Borre, wo dem Dortmunder Top-Torjäger beinahe noch die Ampelkarte gedroht hätte. "Da standen viele Menschen, die sich was zu sagen hatten. Wir sind alle unversehrt davongekommen, es gab keine Rote Karte. Das freut mich vor allen Dingen", ergänzte Rose erleichtert nach dem Spiel.

Dass Haaland am Ende bei allen drei Toren dieser Aufholjagd als Antreiber und Assist-Lieferant entscheidend involviert war, demonstriert aber einmal mehr die sportliche Bedeutung des 21-Jährigen für Dortmund. Auch, wenn er diesmal selbst gar nicht getroffen hatte.

Freiburger Defensiv- und Standardstärke

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Der Sport-Club Freiburg hingegen verfolgt einen komplett anderen Stil. Im Sturm gibt es im Breisgau keinen Haaland, sondern den unaufgeregten Arbeiter Lucas Höler, der diese Saison zwar erst vier Treffer erzielt hat, dafür aber mehr Zweikämpfe gewonnen hat als jeder andere Spieler ligaweit (244). Grundsätzlich unterscheidet sich in erster Linie die Defensiv-Arbeit eklatant vom BVB. Dortmund hat mit 28 Gegentoren mehr kassiert als etwa der Tabellen-17. Arminia Bielefeld. Freiburg stellt dafür mit 18 Gegentreffern noch immer die beste Defensive der Liga. Und während der BVB gefühlt schon seit Jahren mal wieder auf einen Treffer nach einer Ecke wartet, sind die Freiburger Standards mit nunmehr 16 Toren nach ruhenden Bällen eine regelrechte Waffe.

Und dennoch ließ die Mannschaft von Christian Streich zum Jahresbeginn gegen die vom Abstieg bedrohten Bielefelder zwei wichtige Punkte im Kampf um die Champions League, was der stets auf Understatement bedachte Trainer selbstverständlich nie so artikulieren würde. Denn zu Beginn der Partie hatte alles danach ausgesehen, als würden die Freiburger um den umtriebigen Offensivakteur Wooyeong Jeong die Bielefelder mit einem Kantersieg nach Hause schicken. Am Ende hätte Bielefeld das Spiel beinahe noch gedreht. Auch, weil mit Abwehrchef Nico Schlotterbeck und Mark Flekken zwei entscheidende Defensiv-Kräfte wegen Corona nicht verfügbar waren. Flekken-Vertreter Benjamin Uphoff war an beiden Gegentreffern nicht ganz unbeteiligt.

BVB will Revanche fürs Hinspiel

Nun steht fest für Flekken und Nico Schlotterbeck wird es auch bis Freitag nicht reichen. Das ist besonders bitter, denn wenn es einem Verteidiger in dieser Saison gelungen war, Erling Haaland aus dem Spiel zu nehmen, dann war es Nico Schlotterbeck im Hinspiel. Freiburg gewann mit 2:1 und für Haaland war es in der Hinserie eines von nur drei Spielen ohne eigenen Torerfolg. Ohnehin ging der Norweger in drei seiner vier Spiele gegen den Sport-Club leer aus.

Ob sich am Freitag nun die zweitbeste Offensive oder beste Defensive durchsetzen kann, ob sich die heimstarken Dortmunder (in den letzten 13 Heimspiele immer mindestens zwei Tore) oder die auswärtsstarken Freiburger (nur acht Gegentore auf fremdem Rasen) behaupten können, ob Drama oder Unaufgeregtheit letztendlich zum Dreier führt - das werden wir am Freitag gegen 22:30 Uhr wissen nach Abpfiff des Verfolgerduells zweier so unterschiedlicher Teams.

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