BVB-Kapitän Marco Reus während der Partie gegen Union Berlin - © RHR-FOTO / Dennis Ewert via www.imago-images.de/imago images/RHR-Foto
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Kapitän Marco Reus von Borussia Dortmund im Interview: "Mitnehmen und genießen"

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Nach dem 5:0-Sieg gegen den 1. FC Union Berlin sprach Marco Reus, Kapitän von Borussia Dortmund, über die Treffsicherheit seines Teams, die BVB-Neuzugänge und über sein Tor gegen die Köpenicker.

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Frage: Marco Reus, 5:0 gegen den 1. FC Union Berlin - mit dem Ergebnis dürften Sie sehr zufrieden sein, mit dem Spiel auch?
Marco Reus: Generell war es ein verdienter Sieg, auch in dieser Höhe. Und das, obwohl wir in den letzten zehn Minuten vor der Halbzeit und auch in der ersten zehn Minuten danach nicht mehr den Fußball gespielt haben wie zuvor. Aber generell kann man damit leben. Jetzt drei Spiele mit je fünf Toren in der Rückrunde, das läuft ganz gut für uns. Wir sind auf einem guten Weg - mehr aber auch nicht.

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Frage: Welche Aussagekraft haben diese drei Siege und diese 15 Tore mit Blick auf die nächsten Aufgaben, die auf die Borussia warten? Gibt das den nötigen Schwung auch für die erwartet schwereren Spiele gegen Leverkusen, Frankfurt und Paris?
Reus: Ich hoffe, dass wir uns diesen Schwung geholt haben. Es war wichtig, dass wir uns selbst gezeigt haben, dass wir es draufhaben, wenn wir mit Schwung spielen. Die ersten drei Spielen gehen absolut in Ordnung, auch wenn es natürlich immer Verbesserungsmöglichkeiten gibt. Und ist auch bewusst, dass wir in den nächsten Wochen auf Mannschaften treffen, die noch mehr Qualität haben. Aber das ist auch gut für uns, weil sie auch nach vorne spielen und wir so mehr Räume bekommen als in den letzten Spielen.

Erling Haaland: Sein herausragender Start bei Borussia Dortmund

Frage: Sie haben in Ihrer Karriere schon mit einigen herausragenden Stürmern zusammengespielt. Wie würden Sie da Erling Haaland einsortieren? Ist er mit einem seiner Vorgänger zu vergleichen?
Reus: Ich glaube, vergleichen muss man Erling mit keinem anderen. Was ihn auszeichnet ist die Gier, Tore unbedingt erzielen zu wollen. Viele haben in den letzten Wochen schon gesagt, dass er unheimlich gierig darauf ist, Tore zu machen und dafür zu arbeiten auch vor dem Training und nach dem Training. So kommen dann solche Spiele zustande. Wir wollen ihn da auch gar nicht bremsen. Er soll das mitnehmen und genießen und versuchen, diese Unbekümmertheit in den nächsten Wochen weiter zu zeigen.

Frage: Wie profitiert die Mannschaft davon, dass Haaland jetzt vorne in der Spitze spielt?
Reus: Durch Siege! (lacht) Fußballerisch gibt er uns einfach noch ganz andere Möglichkeiten. Auch wenn es gegen Union nicht immer ganz optimal geklappt hat. Erling muss seine Rolle auch erst einmal finden, er muss sich an uns gewöhnen und wir uns an ihn. Das wird im Laufe der Saison hoffentlich noch besser. Ich glaube, er ist auch körperlich noch nicht bei 100 Prozent. Aber er hatte es sich verdient, gegen Union von Beginn an zu spielen, damit er auch den Rhythmus bekommt, den er braucht.

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Frage: Sie selbst wirkten bei Ihrer Auswechslung verärgert, laut Lucien Favre lag das aber nicht an dem Wechsel an sich. Was war los?
Reus: (grinst) Ich habe schon gehört, dass der Trainer gesagt hat, dass die Sache zwischen uns bleibt. Dabei will ich es dann auch belassen.

Frage: Aber kurz vor Ihrer Auswechslung noch den Strafstoß zu verwandeln, dürfte in jedem Fall gut getan haben? Den letzten Elfmeter gegen Barcelona hatten Sie im Herbst nicht getroffen.
Reus: Wenn du einen Strafstoß bekommst, ist es immer fifty-fifty. Aber ich habe ein bisschen daran gearbeitet und bin froh, dass ich der Mannschaft mit dem Tor helfen konnte.

Emre Can verstärkt Borussia Dortmund auf mehreren Positionen

Frage: Der BVB hat sich kurzfristig in den letzten Tagen noch mit Emre Can verstäkt, den Sie aus der Nationalmannschaft gut kennen. Was ist er für ein Typ und wie kann er den BVB weiterbringen?
Reus: Er gibt uns spielerisch mehr Möglichkeiten und dem Trainer mehr Möglichkeiten in Sachen Aufstellung. Er kann hinten in der Dreierkette spielen, er kann auch im defensiven Mittelfeld spielen. Er ist ein sehr robuster Spieler, der auf dem Platz eine gewisse Körpersprache mitbringt. Das sind alles Dinge, die wir in einer langen Saison brauchen. Für ihn ist die Situation jetzt zwar nicht ganz einfach, weil wir schon drei Partien der Rückrunde gespielt haben. Aber ich denke, der Trainer hat mit ihm einiges vor – und wir auch.

Aus Dortmund berichtet Dietmar Nolte