München - Sanogo, Bunjaku, Allagui und Co.: Beim Blick auf die Torjäger-Liste der 2. Bundesliga fällt auf, dass dort jene Stürmer oben stehen, die in der vergangenen Saison noch bei Erstligisten unter Vetrag standen. Boubacar Sanogo aus Cottbus und der Lauterer Albert Bunjaku stehen zwei mit vier Treffern sogar ganz oben (zusammen mit Dresdens Mickael Pote).

Auch die ehemaligen Bundesliga-Profis Christian Eigler, der jetzt bei Ingolstadt kickt, Herthas Sturmduo Sandro Wagner und Sami Allagui sowie Edmond Kapllani vom FSV Frankfurt starten bei ihren neuen Clubs im Unterhaus zu Saisonbeginn durch - bundesliga.de stellt die wiedererstarkten Torjäger vor.

Boubacar Sanogo

Der Ivorer kam mit der Empfehlung von 26 Toren in 100 Bundesligaspielen nach Cottbus. Zuletzt stand der Stürmer bei AS St. Etienne unter Vertrag, doch sein letztes Spiel für den französischen Erstligisten bestritt der 1,87 Meter große Sanogo im Mai 2011. So war seine Verpflichtung für Cottbus durchaus mit einem Risiko verbunden - doch die bisherige Bilanz des Mittelstürmers gibt den Lausitzern recht: Mit vier Treffern in den ersten vier Spielen erzielte der kopfballstarke Mittelstürmer die Hälfte aller Cottbuser Tore. Im Interview mit bundesliga.de sprach er über die Gründe seines Erfolgs: "Trainer Rudi Bommer hat eine gute Stimmung in die Mannschaft gebracht. Er erwartet von mir, dass ich für die Mannschaft arbeite und niemals resigniere."

Albert Bunjaku

Gleichauf mit Sanogo in der Torjägerliste liegt Lauterns Bunjaku. Beim Schweizer, der für den 1. FC Nürnberg in 48 Bundesliga-Spielen 13 Mal traf, läuft es beim FCK bedeutend besser. Zum Vergleich: In seinen letzten 27 Bundesliga-Partien gelang ihm lediglich ein Treffer - beim FCK traf er vier Mal in den ersten vier Spielen. Dabei kann der 28-Jährige eine beeindruckende Trefferquote von 66,7 Prozent hinsichtlich verwerteter Großchancen aufweisen - zu Bundesliga-Zeiten schloss er nur 30 Prozent der Großchancen erfolgreich ab. Zugleich war er an mehr als der Hälfte aller Pfälzer Tore (4 Tore, 1 Vorlage) direkt beteiligt und führt somit auch das ligaweite Topscorer-Ranking an.

Christian Eigler

Bunjaku ist nicht der einzige Ex-"Clubberer", der eine Spielklasse tiefer aufblüht: Christian Eigler verstärkte zu Saisonbeginn den FC Ingolstadt. Bei den Schanzern präsentiert sich der 28-Jährige treffsicherer als in Franken: Beim FCI erzielte der Stürmer mit elf Torschüssen zwei Tore. Im Vergleich dazu fand nur einer seiner 24 Torschüsse in der abgelaufenen Bundesliga-Saison den Weg ins Tor. Eigler, der 135 Bundesliga-Spiele für Arminia Bielefeld und den 1. FC Nürnberg absolvierte, präsentierte sich zum Saisonstart mit 52,6 Prozent gewonnener Zweikämpfe entschlossener als zu Bundesliga-Zeiten (41,6 Prozent gewonnene Duelle).

Sandro Wagner und Sami Allagui

Herthas neues Traum-Duo Sami Allagui und Sandro Wagner haben jeweils zwei Saisontore auf dem Konto. Darüber hinaus war der Ex-Mainzer Allagui an zwei weiteren Toren indirekt beteiligt. Auch Wagner präsentiert sich im Unterhaus deutlich effektiver: Bei der Hertha gelangen dem Ex-Bremer mit nur vier Schüssen zwei Tore - von seinen letzten 27 Torschüssen in der Bundesliga fand hingegen kein einziger den Weg ins Netz. Für Teamkollege Allagui ist es jedoch noch zu früh, um ein Zwischenfazit zu ziehen: "Ich kann mich mit den Zielen der Hertha voll und ganz identifizieren. Ich wurde gut aufgenommen. Jetzt müssen wir aber erst einmal die kommenden schweren Aufgaben meistern", sagte der 26-Jährige im Gespräch mit bundesliga.de.

Edmond Kapllani

Auch dank der vier Scorer-Punkte (3 Tore, 1 Vorlage) von Edmond Kapllani ist der FSV Frankfurt prächtig in die Saison gestartet. Mit seinen drei Treffern in den ersten vier Zweitliga-Partien erzielte der Albaner bereits genauso viele Tore wie in seiner gesamten Bundesligakarriere. Im Oberhaus benötigte der 30-Jährige, der für Karlsruhe und Augsburg kickte, für diese Bilanz ganze 54 Spiele. Kapllani, der in der vergangenen Saison beim FCA nur auf sechs Einsätze als Joker kam, freut sich über das Vertrauen der Verantwortlichen. "Für mich ist wichtig, dass der Trainer und der Manager hinter mir stehen. Dann kann ich meine Leistung abrufen. Das ist in Frankfurt der Fall", sagte Kapllani im Interview mit bundesliga.de.


Maximilian Lotz