Paderborn - Die Fußstapfen, in die Stephan Schmidt nach der Rekordsaison des SC Paderborn unter Namensvetter Roger tritt, sind nicht gerade klein. Doch der ehemalige Wolfsburger U19-Trainer kommt mit einer gesunden Portion Selbstvertrauen nach Ostwestfalen. Zudem war der Schritt in den Profibereich für den 35-Jährigen die Bestätigung seiner geleisteten Arbeit.

Die Trainerkarriere des ehrgeizigen Fußballlehrers hat seit dem Beginn als Co-Trainer der U 19 von Hertha BSC einen gezielten Verlauf genommen. Nach zwei Jahren bei der "Alten Dame" schließt Schmidt die Prüfung zum Fußballtrainer ab und übernimmt 2009 den Cheftrainerposten der U19-Junioren des VfL Wolfsbug.

Mit den Jung-"Wölfen" wird er in der Saison 2010/11 deutscher A-Jugend-Meister. "Wir haben mit dem Titel Geschichte geschrieben in Wolfsburg ", sagt der Übungsleiter im Gespräch mit "transfermark.tv". "Doch viel mehr als der reine Erfolg hat mich die Art und Weise gefreut, wie meine Mannschaft aufgetreten ist."

Schmidt trainiert und erwartet die Umsetzung eines dominanten Spielsystems, in dem schon der Torwart fußballerische Klasse besitzt und in den Spielaufbau seiner Mannschaft integriert sein muss.

Erfolgreiche "Mischung aus Schleifer und Kumpel"



"Meine Spieler müssen die Möglichkeit haben, bei eigenem Ballbesitz die Eröffnung möglichst variabel zu gestalten und spielerische Lösungen zu finden. Dies setzt ein technisch hohes Anforderungsprofil voraus." Seine Philosophie zu vermitteln soll dem gebürtigen Berliner nun auch beim SC Paderborn gelingen.

"Er hat in den Gesprächen als Fußballfachmann und als Persönlichkeit überzeugt", sagt SCP-Präsident Wilfried Finke und fügt an: "Wir sind sicher, dass er die gute Arbeit der vergangenen Saison fortsetzen und unsere junge Mannschaft erfolgreich führen wird."

Mit dem Führen junger Spieler kennt sich der neue Chefcoach exzellent aus. Er formte Talente wie Tolga Cigerci, Kevin Scheidhauer,
Akaki Gogia, Robin Knoche, Bjarne Thoelke, Patrick Drewes und Maximilian Arnold zu Profis. "Ich versuche immer, die Mischung aus Schleifer und Kumpel für die jungen Spieler zu sein, die zu jedem Zeitpunkt von ihrem Trainer überzeugt sein müssen."

"Eine logische Konsequenz"



Der vollzogene Schritt vom Nachwuchstrainer auf den Chefposten eines Zweitligisten ist sicherlich kein unproblematischer, für Schmidt aber auch ein zwangsläufiger. "Nach drei erfolgreichen Jahren im Nachwuchsbereich eines Bundesligisten ist diese Aufgabe eine logische Konsequenz", freute er sich bei seiner Vorstellung.

Schon vor einem Jahr war sich der neue SCP-Coach sicher, einmal eine Mannschaft im Profibereich zu trainieren. Dass dies jedoch so schnell gehen würde, hätte der Chefausbilder von Felix Magath wohl selbst nicht gedacht.

Von Steffen Hoss