Mit Peter Neururer kam der Erfolg zurück nach Duisburg. Er brachte die "Zebras" wieder auf Trab. Seit seinem Amtsantritt - seit elf Spielen - ist der MSV in der 2. Bundesliga ungeschlagen. Das Selbstbewusstsein ist riesig, dennoch hebt keiner ab.

Auch und vor allem nicht Ivica Grlic. Seit 2004 spielt er in Duisburg und hat jede Menge Höhen und Tiefen miterlebt. Die aktuelle Erfolgsserie erinnert den Kapitän des MSV an die Aufstiegssaison 2004/05 und weckt Hoffnungen.

Im Gespräch mit bundesliga.de ergründet Grlic das Geheimnis des Erfolges von Trainer Neururer, schaut zurück auf den 2:0-Sieg gegen Tabellenführer Freiburg und warnt vor dem Gastspiel beim FC Ingolstadt.

bundesliga.de: Herr Grlic, muss man den MSV Duisburg spätestens nach dem 2:0-Sieg gegen Freiburg als Aufstiegskandidaten handeln?

Ivica Grlic: Wir versuchen Woche für Woche den Abstand, der durch eine nicht so erfolgreiche Hinrunde entstanden ist, zu verringern. Allerdings ist es trotz elf Spielen ohne Niederlage immer noch ein ganz weiter Weg. Um uns wirklich als ernsthaften Aufstiegskandidaten beschreiben zu können, brauchen wir weitere Siege.

bundesliga.de: Was war Ihrer Meinung nach ausschlaggebend für den Sieg gegen den SCF?

Grlic: Von allem etwas. Ein Quäntchen Glück, da Freiburg auch sehr gute Torchancen herausgespielt hat, ein bisschen Geduld, die wir momentan im Erfolg haben, und eiskalte Entschlossenheit im Torabschluss. Und natürlich die sensationelle Unterstützung unserer Fans, die uns 90 Minuten nach vorne gepeitscht haben. Ich glaube auch für die Zuschauer war der Sieg nach der verkorksten Hinrunde ein Befreiungsschlag.

bundesliga.de: Seit elf Spielen ist Duisburg nunmehr ungeschlagen. Haben Sie solch eine beeindruckende Serie zuvor jemals miterleben dürfen?

Grlic: Die hatte ich in meinem ersten Duisburger Jahr. In unserer Aufstiegssaison 2004/05 waren es auch elf Spiele ohne Niederlage. Also müssen wir jetzt dringend weitermachen.

bundesliga.de: Peter Neururer hat den Spielern ganz offensichtlich Selbstbewusstsein und Siegeswillen zurückgegeben. Wie genau hat der Trainer es geschafft, den Hebel bei der Mannschaft umzulegen?

Grlic: In dem er jeden Einzelnen von uns stark redet. Von Spiel zu Spiel konnten wir uns steigern und mit jedem Erfolg steigt natürlich auch das Selbstbewusstsein. Dann macht man in der Nachspielzeit plötzlich ein Tor oder schlägt den Tabellenführer. Es passt einfach.

bundesliga.de: Was zeichnet Neururer Ihrer Meinung nach aus, was macht ihn so einzigartig?

Grlic: Er ist ein absoluter Motivator und hat eine Ansprache, die bei der Mannschaft ankommt. Er ist im positiven Sinne ein einzigartiger Typ.

bundesliga.de: Erst sieben Gegentore kassierte der MSV unter Neururer. Warum steht Duisburg jetzt sattelfester in der Defensive als noch vor einigen Monaten?

Grlic: Wir standen auch in der Hinrunde gut in der Defensive. Entscheidend ist, dass sich in den letzten Wochen kaum ein Spieler verletzt hat und wir gerade im Defensivbereich eingespielt sind und seit vielen Wochen unverändert auflaufen können.

bundesliga.de: Cedrik Makiadi hat sechs Mal in den vergangenen sechs Partien getroffen und den Fürther Sami Allagui in der Torschützenliste der 2. Bundesliga eingeholt. Wie wichtig ist er für den MSV?

Grlic: Der Blick auf die Torjägerliste sagt schon alles. Makiadi ist zudem neben seinem Abschluss noch lauf- und dribbelstark und außerdem ein glänzender Vorbereiter.

bundesliga.de: Der kommende Gegner lautet Ingolstadt. Der FCI ist in der Rückrunde noch ohne Sieg. Wie muss Duisburg auftreten, um den vermeintlich "kleinen" Aufsteiger zu schlagen?

Grlic: Ganz ehrlich - das wird unser schwierigstes Spiel in der Rückrunde. Schwerer noch als die Spiele gegen Nürnberg oder Freiburg. Wir können uns keinen Ausrutscher mehr erlauben und müssen hochkonzentriert sein, wenn wir unsere Serie weiter ausbauen wollen. Aber ich bin mir sicher, dass unser Trainer die richtigen Worte finden wird, damit niemand den Gegner unterschätzt.

bundesliga.de: Im Hinspiel feierte der MSV den höchsten Saisonsieg. 6:1 hieß es am Ende und Sie haben zwei Ihrer bislang drei Saisontore gegen Ingolstadt erzielt. Erwarten Sie erneut ein solches Schützenfest?

Grlic: Nein, absolut nicht. Ein knapper Sieg in Ingolstadt würde mir absolut reichen.

bundesliga.de: Wie fällt Ihr ganz persönliches Saisonfazit bislang aus?

Grlic: Das ziehe ich am Saisonende. Vorher bringt es nichts.

Die Fragen stellte Sebastian Stolz