Dass die Mainzer feiern können, wissen nicht nur die Freunde des Karnevals. Im Bruchwegstadion des 1. FSV Mainz 05 werden spätestens seit dem ersten Bundesliga-Aufstieg 2004 mindestens genau so ausgiebige und ausgelassene Partys gefeiert.

Wie am Sonntag, den 24. Mai 2009. Mit dem Schlusspfiff strömte der Großteil der 20.300 05-Fans auf den Rasen, um gemeinsam zu singen, zu jubeln und zu schunkeln. Die ersehnte Rückkehr in die Bundesliga war nach dem 4:0-Sieg gegen Oberhausen perfekt und letzte Bedenken wie weggeblasen.

"Wir sind ja schon zwei Mal am letzten Spieltag am Aufstieg gescheitert. Bei Union Berlin und in Braunschweig. Die Bilder hatten viele unserer Fans noch im Kopf und deshalb war die Anspannung riesengroß. Erst nach dem 3:0 waren wir ganz sicher und total euphorisch", sagt Christian Viering.

"Humba – das Original ist zurück"

Der Fanbeauftragte von Mainz 05 durfte nach Abpfiff im Stadion erleben, wie auch bei Trainer Jörn Andersen alle Dämme brachen. Ganz allein stimmte der sonst kühle Norweger die berühmte Mainzer "Humba" an – im eigens für den Aufstieg 2009 gefertigten T-Shirt "Humba - das Original ist zurück".

"Einige Fans haben vor der Saison natürlich Bedenken gehabt, als Jürgen Klopp ging und Jörn Andersen kam. Aber spätestens seit Sonntag ist er endgültig hier angekommen", sagt Viering über den Trainer, der auf dem Mainzer Theaterplatz mit lauten "Andersen, Andersen"-Sprechchören gefeiert wurde.

Feier bis in die Morgenstunden

Der Theaterplatz war die zweite Station auf der Mainzer Jubelstrecke, nachdem gegen 18 Uhr die Party im Stadion beendet war. Etwa 40.000 Menschen standen auf und in der Nähe des Theaterplatzes, die anschließende Feier auf Straßen und in den vielen Mainzer Kneipen dauerte für Tausende bis in die Morgenstunden.

Eitel Sonnenschein also unter den Anhängern des Clubs, der sich nach dem ersten Aufstieg drei Jahre in der Bundesliga halten konnte. Das war nicht immer so im Laufe der Saison. "Die Mainzer Fanszene ist streitlustig und diskussionsfreudig. Aber wenn es darauf ankommt, halten alle zusammen. Das war sicher auch mit ausschlaggebend für den Erfolg", meint Viering.

Vorfreude auf neues Stadion

Das Heimspiel gegen RW Ahlen am 28. Spieltag sieht der Fanbeauftragte dabei als wichtiges Ereignis. "Wir hatten vorher 1:2 in Freiburg verloren und gegen Ahlen lief es auch nicht gut. Aber wir Fans haben gemerkt, dass es jetzt auf uns ankommt und haben dann richtig Gas gegeben."

Mit noch mehr Vorfreude schauen die Fans in Mainz jetzt ihrem neuen Stadion entgegen, das Ende 2010 fertig sein soll und etwa 33.000 Plätze bieten wird. Denn die Nachfrage für Heimspiel-Karten im Bruchwegstadion überstieg zuletzt regelmäßig das Angebot. Es dürfte also keine Überraschung sein, wenn Mainz 05 in der Bundesligasaison 2009/10 vor seinen 17 Heimspielen 17 Mal "ausverkauft" melden wird.

Stefan Kusche