v.l.n.r. Sebastian Stolze (H96), Steve Breitkreuz (REG), Pascal Testroet (SVS), Stefan Kutschke (FCI), Brandon Borrello (SGD), Ridge Munsy (HRO) - © DFL Deutsche Fußball Liga
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2. Bundesliga

Vorschau-Check: Hannover, Regensburg, Sandhausen, Dresden, Rostock, Ingolstadt

Am 23. Juli beginnt endlich die neue Saison der 2. Bundesliga! Wer schlägt sich 2021/22 wie? Die Aufsteiger und die Teams, die in der vergangenen Spielzeit um den Klassenerhalt kämpften: Hannover 96, Jahn Regensburg, SV Sandhausen, Dynamo Dresden, Hansa Rostock und der FC Ingolstadt im Teamcheck.

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Hannover 96

Knapp zwei Wochen, nachdem sich Hannover 96 und Trainer Kenan Kocak getrennt hatten, stand der neue Mann schon vor der Tür. Und Jan Zimmermann kam mit einer starken Empfehlung. Denn gerade erst hatte er den Regionalligisten TSV Havelse über die Relegation in die 3. Liga geführt. Nun soll er bei den Niedersachsen, die als 13. der vergangenen Saison ihren Erwartungen etwas hinterherliefen, vieles neu richten. Und die ersten Wochen unter dem 41-Jährigen waren vielversprechend. Für das Team und auch den gebürtigen Hannoveraner, der zunächst feststellte, dass seine neue Mannschaft in einem ordentlichen Fitnesszustand sei. Dann erklärte er: „Ich bin ein Freund davon, viel mit Ball, mit fußballerischen Elementen und im Wettkampf zu machen.“ In Hannover sorgte er damit für Aufbruchstimmung - was den Club zu einer echten Wundertüte machen kann. Sebastian Stolz, Sebastian Ernst und Sebastian Kerk gehören zu den prominenteren Zugängen, Marcel Franke ist neuer Kapitän. Auch wenn vieles noch unbekannt scheint und der Abgang von Genki Haraguchi schwer wiegen dürfte: Hannover 96 wird mit neuem Anstrich eine bessere Rolle spielen als zuletzt.

SSV Jahn Regensburg

Kurz vor Saisonstart vermeldete der Jahn den Zugang einer weiteren Verstärkung: Von Excelsior Rotterdam stieß Angreifer Joel Zwarts zum SSV Jahn Regensburg. Ein Stürmer, der nach Aussagen der Verantwortlichen eine echte Bereicherung sein wird. Zwarts ließ verlauten, er wolle schnell auf das Niveau der 2. Bundesliga kommen - was beim Erreichen des großen Ziels unumgänglich ist. Denn die Mannschaft von Trainer Mersad Selimbegovic strebt einmal mehr den Klassenerhalt an. Zum fünften Mal in Folge soll das gelingen, und wenn es nach Fans und Spielern geht, dann doch bitte etwas früher als in der vergangenen Saison. Denn erst am 34. Spieltag war klar, dass der Jahn auch in dieser Spielzeit Zweitligist sein würde. Obwohl die 2. Bundesliga in der kommenden Saison wohl die bestbesetzte in der Geschichte sein wird, hat Trainer Selimbegovic kaum Zweifel daran, dass das Ziel früh unter Dach und Fach sein wird. Wenn möglich, dann mit der Hilfe der Fans, wie er beim Trainingsauftakt sagte: „Man hat bei den Jungs auch diese Freude gespürt. Ich hoffe, dass wir nie wieder auf dieses Zusammenspiel zwischen Fans und Mannschaft verzichten müssen.“

>>> Der Sommerfahrplan der 2. Bundesliga

SV Sandhausen

Am letzten Spieltag der vergangenen Saison war der SV Sandhausen bei der Aufstiegsfeier des VfL Bochum zu Gast. Erst als erster Gratulant, dann mit einer eigenen Party, denn ebenso wie Regensburg retteten sich die Kurpfälzer erst im Schlussspurt. Um auch in der kommenden Saison am Ende wieder zufrieden sein zu können, hat die Mannschaft Zuwachs bekommen. Zwar haben Diego Contento und Kevin Behrens den SVS verlassen, dafür sind Gianluca Gaudino (FC St. Gallen), Patrick Drewes (VfL Bochum) und Pascal Testroet (FC Erzgebirge Aue) nun mit an Bord. Auch sie sollen es richten in einer Saison, die auch für den SVS eine besondere ist. Es ist die zehnte Zweitliga-Spielzeit in Serie, und zum Jubiläum erhalten die Sandhäuser ein Gegner-Ensemble, das eher Bundesliga-Niveau hat: Schalke, Bremen, aber auch die Traditionsvereine wie Düsseldorf, Hamburg oder Hannover machen die Saison 2021/22 ebenso zu einer speziellen wie die mit reisefreudigen Fans gesegneten Dresden und Rostock.

Dynamo Dresden

Anschauungsunterricht für die Marschroute der kommenden Saison gab es für die Spieler von Dynamo Dresden auf höchster europäischer Ebene. Beim Spiel zwischen dem späteren Europameister Italien und Favorit Spanien fand sich Trainer Alexander Schmidt in seiner Idee bestätigt: „Nicht weiter hurra, hurra, hurra, sondern auch mal schließen“, sei ein Vorgehen, das in kritischen Situationen für Erfolg sorgen könne. Dem tränenreichen Abschied aus der 2. Bundesliga folgte zwar der direkte Wiederaufstieg. Doch in der stark besetzten Spielklasse werden die Sachsen vom ersten Spieltag an noch mehr gefordert sein als in der vergangenen Saison, die mit der Drittliga-Meisterschaft endete. Das Fundament steht, auch wenn der 31 Mann starke Kader aus höchst unterschiedlichen Charakteren besteht. Schmidt: „Die Mannschaft wächst immer besser zusammen. Sie war ja eh schon eine gute Gemeinschaft und ich habe ein gutes Gefühl, das Klima ist gut. Es ist harmonisch, ohne dass wir uns nur in den Armen liegen und alles Friede, Freude, Eierkuchen ist – es geht schon auch zur Sache auf dem Platz. So soll es sein.“

>>> Die Kapitäne der 2. Bundesliga

Hansa Rostock

Die 2. Bundesliga hat den FC Hansa Rostock vermisst. Und umgekehrt sieht es genauso aus. Neun Jahre ist es inzwischen her, dass die Hanseaten zuletzt zu den 36 Profi-Teams gehörten - das soll nun ein Dauerzustand werden. Sagt zumindest Vorstand Martin Pieckenhagen: „Wir alle haben ein großes Ziel vor Augen. Es wird für uns eine riesige Herausforderung, den Klassenerhalt zu schaffen. Jetzt gilt es, vom ersten Tag an zu liefern.“ Im Umfeld hat die lang ersehnte Rückkehr in die 2. Bundesliga Euphorie ausgelöst. 11.500 Dauerkarten hat Rostock bereits abgesetzt, die Fans brennen auf die Partien gegen Bremen, Hamburg und Dresden. Der große Erfolg ist Resultat ruhiger und bedächtiger Arbeit, die Vorstand Pieckenhagen und Trainer Jens Härtel in den vergangenen Jahren geleistet haben. Zweimal wurde Hansa Sechster, im Sommer gelang mit Platz zwei der direkte Aufstieg. Große Veränderungen wird es in diesem Jahr nicht geben, denn Beständigkeit war zuletzt Trumpf beim einstigen Bundeligisten. Hanno Behrens, Ridge Munsy, Streli Mamba und Thomas Meißner sind neu an Bord.

FC Ingolstadt 04

Mit der Transferbilanz haben die Ingolstädter ein Versprechen gehalten. Yassin Ben Balla und Jan-Hendrik Marx stoßen zum Aufsteiger, der sich selbst eine neue Kultur verordnet hat. Zukünftig will der Aufsteiger vermehrt auf eigene Talente setzen. Im eigenen Nachwuchsleistungszentrum hat es immerhin einen beachtlichen Erfolg gegeben: Die U17 schaffte den Bundesliga-Aufstieg, die U19 hielt in der höchsten Liga die Klasse. Da passt zur Philosophie, dass auch Trainer Roberto Pätzold nicht von irgendwoher kommt, sondern ebenfalls aus der eigenen Jugend. Die Durchlässigkeit im Club selbst ist Programm, was auch daran zu erkennen ist, dass sich der FCI eine gut gefüllte U23 leistet. „Wir sind auf einem super Weg. Es hätte ja nicht besser laufen können“, sagte Geschäftsführer Manuel Sternissa zwischen den beiden Spielzeiten und deutete damit auf die Erfolge der Fußball-Abteilung. Ingolstadt gehört wieder zu den 36 besten Teams Deutschlands - da ist die Vorfreude groß. Sternissa aber warnt: „Es wird natürlich nicht nur die beste, sondern auch die schwerste zweite Liga.“