
2. Bundesliga: Favoriten auf den Aufstieg
Die 2. Bundesliga ist mal wieder an Spannung kaum zu überbieten: Spitzenreiter Schalke 04 hat mit Elversberg und Darmstadt gleich zwei formstarke Teams im Nacken, die beide nur einen Zähler weniger als die Knappen auf dem Konto haben. Paderborn und Hannover machen das Treiben völlig verrückt, auch sie befinden sich in Schlagdistanz zu den Aufstiegsplätzen.
1. Platz: FC Schalke 04 (39 Punkte)
Kein Frage: Der Herbstmeister der 2. Bundesliga kam zuletzt etwas ins Stolpern, holte aus den letzten vier Partien nur zwei Punkte. Schalke 04 ist zwar noch Tabellenführer – und das bereits durchgehend seit dem 14. Spieltag –, doch der Vorsprung auf Rang drei betrug mal fünf Punkte, mittlerweile ist es nur noch einer.
Mit Edin Džeko, Adil Aouchiche, Moussa N'Diaye und weiteren Neuverpflichtungen verbesserten sich die Knappen in der seit Montagabend abgelaufenen Winter-Transferperiode laut S04-Sportvorstand Frank Baumann nun jedoch "sowohl in der Spitze als auch in der Breite" des Kaders. Schalke könnte dies neue und entscheidende Energie im Kampf um den Aufstieg geben, zumal es doch den Zahlen nach eigentlich so gut für die Königsblauen läuft.
Sie haben die meisten Siege (zwölf) und die beste Defensive (14 Gegentore) aller Zweitliga-Teams – auch in der Bundesliga und der 3. Liga gibt es kein so defensivstarkes Team. Zehn Zu-Null-Spiele sind (gemeinsam mit Hertha BSC) ebenfalls Top-Wert. Zu verdanken hat man das einem bärenstarken Loris Karius, der starke 77 Prozent der Bälle auf seinen Kasten parierte (Bestwert unter den Zweitliga-Stammtorhütern). Was in aller Welt spricht also noch gegen einen Schalker Aufstieg?!

2. Platz: SV Elversberg (38 Punkte)
Etwas besser, wenn auch nicht perfekt, startete Elversberg ins neue Jahr: Niederlage, Unentschieden, Sieg – der Trend ist klar erkennbar. Ohnehin ist es bemerkenswert, dass der Fast-Aufsteiger der Vorsaison trotz Personal-Umbruch inklusive Trainerwechsel auch jetzt wieder ein heißer Bundesliga-Kandidat ist – und sogar fleißig neue Vereinsrekorde purzeln lässt: Elf Siege und 38 Punkte toppen sogar noch die acht Siege beziehungsweise 29 Zähler aus der Vorsaison.
Zudem ist die "Elv" eine echte Heimmacht und hat noch kein Spiel im eigenen Stadion in dieser Saison verloren (fünf Siege, vier Unentschieden). Am kommenden Wochenende will die SVE diese Serie gegen Mitkonkurrent Hertha BSC natürlich aufrechterhalten. Dass sich Elversberg in diesem Spiel über Tore wird freuen können, ist fast schon sicher, mit 37 Toren stellen die Saarländer bislang nämlich die beste Zweitliga-Offensive.
Auch ohne den bisherigen Top-Torjäger Younes Ebnoutalib (wechselte nach Frankfurt) gelangen nach der Winterpause in drei Spielen sogar schon sechs Treffer (nur Darmstadt erzielte in der Rückrunde einen Treffer mehr). Außerdem: Die ersten beiden Gastspiele der Hertha in Elversberg endeten torreich mit 4:2 bezeiehungsweise 4:0 für Elversberg!

3. Platz: SV Darmstadt 98 (38 Punkte)
Nur die punktgleichen Darmstädter haben sogar eine noch bessere Heimbilanz als Elversberg vorzuweisen: Sieben Siege, drei Unentschieden und keine Niederlage sprechen Bände. Folgerichtig stehen sie mit 24 Punkten auf Rang eins der Heimtabelle und begrüßen ihren nächsten Gegner aus Kaiserslautern mit umso größerer Vorfreude.
Und ebenso wie die Saarländer kommen auch die Hessen über ihre Torgefährlichkeit: Die sieben Treffer in den drei Spielen nach der Winterpause sind Zweitliga-Bestwert, außerdem stellt der SVD sowohl den besten Hinrunden-Torjäger (Isac Lidberg, zwölf Tore, wie Ebnoutalib) und aktuell auch den besten Rückrunden-Torschützen (Fraser Hornby, drei Treffer, wie Kaiserslauterns Ivan Prtajin).
Die Formkurve beim Team von Trainer Florian Kohfeldt zeigt dabei stetig nach oben: In der 2. Bundesliga ist Darmstadt seit zehn Spielen ungeschlagen (fünf Siege, fünf Remis) – und damit aktuell am längsten von allen Zweitligisten. Und das, obwohl die Hessen zuweilen mit Pech zu kämpfen haben: 15 Aluminium-Treffer unterliefen keinem anderen Zweitliga-Team...

4. Platz: SC Paderborn 07 (36 Punkte)
Mit zwei Niederlagen (und einem Sieg) schielt Paderborn wohl etwas neidisch zu so manchem Konkurrenten, zumal die Ostwestfalen sogar der letzte Tabellenführer in der 2. Bundesliga waren, bevor Schalke sich an die Spitze setze. Aus den letzten acht Spielen holte der SCP allerdings nur noch sieben Punkte und kämpft mittlerweile darum, den Anschluss an die Top drei zu halten.
Dabei gelangen Paderborn sogar nach Schalke die zweitmeisten Siege (elf) aller Zweitligisten. Außerdem hat das Team von Ralf Kettemann den drittbesten xGoals-Wert (39,0) – wäre die Abschluss-Effizienz besser (bisher -8,0), dann stünden wohl noch mehr als die aktuellen 36 Punkte zu Buche.
Knapp die Hälfte der Zähler (17) holten die Ostwestfalen in der Fremde. Damit belegen sie nach Elversberg und Hannover (jeweils 19 Punkte) Platz drei der Auswärtstabelle, die beide sogar noch ein Spiel mehr auf fremdem Rasen auf dem Konto haben. Am Wochenende jedoch steht für Paderborn erst einmal ein Heimspiel an: Es gilt, den 1. FC Nürnberg zu schlagen.

5. Platz: Hannover 96 (35 Punkte)
Die 96er feierten von den genannten Aufstiegsaspiranten punktetechnisch den besten Start ins neue Jahr. Mit zuletzt zwei Siegen ist Hannover zurück in der Spur, nachdem es zuvor vier sieglose Spiele (zwei Unentschieden, zwei Niederlagen) zu verkraften galt. Im Saisonendspurt könnte es Christian Titz und seinen Mannen entgegenkommen, dass man noch acht Heim- und nur sechs Auswärtsspiele vor der Brust hat. Ärgerlich nur, dass die Niedersachsen in der Auswärtstabelle auf Platz zwei (19 Punkte), in der Heimtabelle aber nur auf Platz acht (16 Punkte) ranigeren. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.
Denn auch die "Roten" haben ein paar Zahlen auf der Habenseite, auf denen sie aufbauen können: Die Niedersachsen sind das zweikampfstärkste Team der 2. Bundesliga (51 Prozent gewonnene Duelle), hatten ligaweit die zweitmeisten Großchancen (38) und machten aus ihren Großchancen mehr Tore (18) als jedes andere Team. Außerdem haben sie mit Benjamin Källman den Drittbesten der Torschützenliste in ihren Reihen (elf Tore, neun davon auswärts). An den letzten elf Spieltagen traf der Finne siebenmal. Folgt gegen Holstein Kiel Tor Nummer acht?

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