Köln - Ungewohnte sechs Spiele werden am Sonntag in der 2. Bundesliga angepfiffen (ab 13.15 Uhr im Live-Ticker), der fußballfreie 1. Mai macht es möglich. Und fast überall wird der Rasen brennen, denn viele Teams vom oberen und unteren Ende der Tabelle sind gefordert.

Erzgebirge Aue - Karlsruher SC

Der Karlsruher SC hat die große Chance, sich selbst als Gewinner des 31. Spieltags auf Platz 2 zu katapultieren. Nach dem 3:2-Sieg des SV Darmstadt 98 über den 1. FC Kaiserslautern kann der KSC den FCK überholen, muss dafür aber in Aue siegen. "Der Sieg gegen Fürth hat uns noch einmal beflügelt, wir fahren frohen Mutes ins Erzgebirge", sagt Karlsruhes Trainer Kauczinski. "Wir wollen weitermachen und werden am Sonntag auf Sieg spielen."

Im Erzgebirge wartet allerdings ein heißer Tanz auf den KSC. Dem Schlusslicht rennen Zeit und Spieltage davon, selbst ein Remis wäre für Aue fast schon zu wenig. Aue muss auf Novikovas verzichten, dem KSC fehlen die verletzten Mauersberger und Yabo.

FC St. Pauli - RB Leipzig

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Auch in Hamburg sind die Rollen ähnlich verteilt wie in Aue. Hier der Gastgeber, der ums sportliche Überleben kämpft und dort der Gegner, der den Bundesliga-Aufstieg anpeilt. St. Pauli verlor zuletzt 1:2 in Heidenheim und verpasste somit die Chance, sich von Aue und Aalen abzusetzen. Aber: Am Millerntor gab es zuletzt ein 4:0 gegen Fortuna Düsseldorf und ein 1:0 gegen den 1. FC Nürnberg für das Team von Ewald Lienen, der nach Armbruch wieder am Rand stehen wird.

RBL, das auf den gesperrten Kaiser verzichten muss, ist sich bewusst, dass wohl nur vier Siege im Aufstiegsendspurt helfen können. Leipzigs Abwehrspieler Marvin Compper erwartet alles andere als einen Spaziergang in Hamburg: "St. Pauli steht mit dem Rücken zur Wand und muss unbedingt gewinnen. Dass sie das vor allem zu Hause können, haben sie mit dem 4:0 gegen Fortuna Düsseldorf schon eindrucksvoll bewiesen."

VfR Aalen- VfL Bochum

Der VfR stemmt sich beispielhaft gegen den drohenden Sturz aus der 2. Bundesliga und ist inzwischen seit sieben Spielen ungeschlagen. Die Lauf- und Kampfstärke des VfR macht es jedem Gegner schwer; das soll auch der VfL Bochum spüren, der auch noch nicht aller Abstiegssorgen ledig ist. "Die von uns gestartete Serie von sieben Spielen ohne Niederlage war sehr wichtig. Die Stimmung wird immer besser, ohne dass wir aber die Spannung verlieren würden", so VfR-Trainer Stefan Ruthenbeck.

Beim VfL kommen einige zuletzt fehlende Spieler wie Latza und Eisfeld zurück, Trainer Gertjan Verbeek hat wieder mehr Auswahl. "Es ist immer sehr schwer, gegen Mannschaften zu spielen, die nach dem letzten Strohhalm greifen. Aalen steckt richtig drin im Abstiegskampf, sie müssen gewinnen. Das wird ein schwieriges Spiel, aber jedes Spiel in der 2. Bundesliga ist schwierig", meint Verbeek.

TSV 1860 München - 1. FC Union Berlin

Die turbulente Saison der Münchner Löwen biegt auf die Zielgerade. Zwei Punkte liegen zwischen 1860 und dem Trio dahinter, das kann aus Sicht der Sechziger gerne so bleiben. "Wir müssen am Sonntag unsere Leistung abrufen und unsere Hausaufgaben machen, um unserem Ziel näher zu kommen", sieht es Löwen-Coach Torsten Fröhling ganz nüchtern. Die Bilanz gegen Union stimmt: Bisher haben die Münchner in elf Zweitliga-Partien noch nie gegen Berlin verloren.

Diese Bilanz ist natürlich auch bei Union bekannt und stachelt Trainer Norbert Düwel an, sie endlich zu verbessern: "Wir haben sowohl gegen Fürth als auch gegen Ingolstadt vieles richtig gemacht. Wenn wir das auch gegen 1860 auf den Platz bringen, haben wir gute Chancen in München Punkte zu holen.“

Greuther Fürth - Fortuna Düsseldorf

Die Spielvereinigung hat die Notbremse noch immer nicht gefunden, wartet jetzt schon seit neun Spielen auf einen Sieg. Aber die Zuversicht stimmt in Fürth, "wir werden jetzt den Bock umstoßen“, zeigt sich Mike Büskens kämpferisch vor dem Duell mit seinem Düsseldorfer Ex-Club.

Die Fortuna ahnt, was auf sie zukommt. "Wir müssen von Anfang an aggressiv sein. Den Fürthern steht das Wasser bis zum Hals, sie werden gegen uns alles in die Waagschale werfen", so Trainer Taskin Aksoy. Wieder im Kader steht Top-Torjäger Charlison Benschop.

SV Sandhausen - 1. FC Heidenheim

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Respekt schon jetzt vor dem SVS und dem FCH. Denn beide müssen nicht mehr zittern, stehen ziemlich sicher im Mittelfeld. Das Hinspiel ging deutlich mit 3:0 an Heidenheim. Sandhausens letzter Sieg gegen Heidenheim war ein 3:0 in der 3. Liga im August 2009.

Die Tabelle der 2. Bundesliga