Köln - Der 23. Spieltag der 2. Bundesliga steht vor der Tür und schon die Freitagsspiele versprechen jede Menge Spannung. Während am Darmstädter Böllenfalltor der Tabellendritte auf den Fünften trifft, kehrt in Kaiserslautern ein alter Bekannter auf die Fürther Trainerbank zurück. In Bochum kickt zudem das Team der Stunde. bundesliga.de wirft einen Blick auf die drei Partien.

SV Darmstadt 98 – Eintracht Braunschweig

Das Topspiel am Freitagabend seigt am legendären Böllenfalltor. Der Tabellendritte Darmstadt ist in diesem Jahr noch ohne Niederlage und will diese Serie auch gegen den Tabellenfünften aus Braunschweig verteidigen. Mit der Eintracht sei ein Gegner zu Gast, der über "geballte Offensivpower" verfügt und als "Favorit" ins Spiel gehe, erklärte Coach Dirk Schuster. "Man darf nicht vergessen, woher beide Teams kommen. Vergangene Saison waren die Braunschweiger Erst- und wir Drittligist."

Doch nicht nur, dass der 47-Jährige dem kommenden Gegner höchste Anerkennung zollt, er sieht den Weg der Braunschweiger gar als "Vorbild" für den SVD. "Was bei der Eintracht in den vergangenen Jahren kontinuierlich aufgebaut wurde, ist aller Ehren wert." Seine Mannschaft muss sich jedoch ebenfalls nicht verstecken. Mit  nur 16 Gegentreffern stellt sie gemeinsam mit RB Leipzig die beste Abwehr in der 2. Bundesliga.

Die Mannschaft von Coach Torsten Lieberknecht hingegen steht in 2015 noch ohne dreifachen Punktgewinn dar. Immerhin lieferte man gegen Leipzig (1:1) am letzten Spieltag über 70 Minuten eine richtig starke Leistung ab. Dass es am Ende dann doch nur zu einem Punkt reichte, erklärte Lieberknecht mit der “hohen Intensität“ in der Partie. Die Beine der Löwen wurden in der Schlussphase deutlich schwerer.

Für den heutigen Gegner findet der 41-Jährige nur lobende Worte. „Du merkst es den Leuten an. Es gibt diesen Traum, den Durchmarsch zu schaffen. Sie tun auch alles dafür. Das macht ihr Spiel einzigartig“, so Lieberknecht über die “sensationelle Atmosphäre“ bei dem Traditionsverein. Geschenke will man aber nicht verteilen, schließlich könnte die Eintracht mit einem Sieg bis auf einen Zähler in der Tabelle an den SV heranrücken.

Vorschaufakten zum Duell und mögliche Aufstellungen

1. FC Kaiserslautern - SpVgg Greuther Fürth          

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Nach dem enttäuschenden 0:0 im Heimspiel gegen den SV Sandhausen haben die Verantwortlichen der SpVgg Greuther Fürth die Reißleine gezogen und Coach Frank Kramer beurlaubt. Mit Mike Büskens soll nun ein alter Bekannter das Ruder wieder rumreißen. "Wir hoffen, dass wir durch den Trainerwechsel eine positive Entwicklung in Sachen Leidenschaft und Emotionalität in der Mannschaft bewirken können", erklärte Präsident Helmut Hack. "Mike Büskens kehrt sozusagen nach Hause zurück, er wird neuen Mut freisetzen."

Dieser ist auch dringend nötig, denn in den letzten zehn Partien stotterte der Motor der Kleeblätter doch gehörig. Gerade einmal ein Sieg bei nur vier geschossenen Toren steht in dieser Zeit zu Buche.

Etwas besser ist die Lage beim Gegner aus Kaiserslautern. Auch wenn die Roten Teufel nach drei Siegen in Serie ohne Gegentreffer am vergangenen Wochenende beim 0:2 gegen den FSV Frankfurt einen Dämpfer hinnehmen mussten. Gegen Greuther Fürth will Trainer Kosta Runjaic eine andere Vorstellung seines Teams sehen. “Wir haben die Möglichkeit, uns auf dem Feld wieder neu zu positionieren. Wir sind seit einem Jahr zu Hause ungeschlagen und wollen auch eine Reaktion auf das katastrophale Spiel in Frankfurt zeigen.“

Die Chancen auf einen Heimsieg stehen mehr als gut. Bei diesem Duell gewann in den letzten sechs Partien immer der Gastgeber. Verzichten muss Runjaic dabei aber auf Innenverteidiger Dominique Heintz.

Vorschaufakten zum Duell und mögliche Aufstellungen

VfL Bochum – FSV Frankfurt

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Der VfL Bochum empfängt mit dem FSV Frankfurt das Team der Stunde. Die Truppe von Benno Möhlmann - übrigens die älteste Mannschaft der 2. Bundesliga - hat als einziges Team alle drei Spiele nach der Winterpause gewonnen: 2:1 gegen den 1. FC Nürnberg, 1:0 bei RB Leipzig und 2:0 gegen den 1. FC Kaiserslautern.

Aber auch beim Team von Gertjan Verbeek gilt das schöne Motto von Uli Hoeneß: “The Trend is your Friend“. Zwar sind die Bochumer mit Abstand die Unentschieden-Könige im Unterhaus, doch die Entwicklung unter dem neuen Coach ist durchaus positiv. Aus den letzten beiden Spielen holte man vier Punkte. Gegen den FSV setzt Verbeek auf den Heimfaktor: “Zuhause musst du gewinnen, egal gegen wen. Wir müssen zeigen, dass wir hier der Boss sind. Ausstrahlung ist auch entscheidend.“

Vorschaufakten zum Duell und mögliche Aufstellungen

Thomas Ziemann