2. Bundesliga

Versetzung gefährdet

Ginge es in diesem Fall um Schüler, ihre Eltern würden demnächst einen Brief des Klassenlehrers erhalten. "Er könnte mehr leisten", es mangele ihm an Konzentration, die "Versetzung ist akut gefährdet" müssten die Erzeuger dann über die Leistungen ihres Schützlings lesen.

Tatsächlich handelt es sich bei den drei "Problemfällen" um die Bundesliga-Absteiger aus Duisburg, Rostock und Nürnberg. Nach elf Spieltagen sind sie von ihrem Saisonziel, dem direkten Wiederaufstieg, ein ordentliches Stück entfernt und erleben einen schweren Stand in der 2. Bundesliga.

Bei Mitabsteiger Hansa Rostock stehen sogar noch mehr Akteure im Kader, bei denen Zweitligaluft eigentlich keine Asthmaanfälle auslösen dürfte. Zehn Spieler aus der Aufstiegssaison 2006/07 tragen immer noch das Trikot der Hanseaten. Dennoch musste Trainer Frank Pagelsdorf nach zuletzt zwei Niederlagen in Folge und nur einem Punktgewinn aus der vergangenen "englischen" Woche bilanzieren: "Einige sind gedanklich noch nicht in der 2. Bundesliga angekommen." Das 0:1 am Sonntag bei Rot-Weiß Oberhausen habe ihn, so Pagelsdorf, "ziemlich wütend gemacht, das Zweikampfverhalten war dilettantisch". Schließlich werde im Unterhaus "viel robuster agiert", daher sei nun "oberste Bürgerpflicht, den Kampf anzunehmen".

Abgesehen vom Rekord-9:0 gegen Koblenz, übrigens der einzige Erfolg in den letzten fünf Spielen, erzielte der Tabellen-Elfte aus Rostock erst 13 Treffer und feuert im Schnitt nur 13 Mal pro Partie auf das gegnerische Tor - zu wenig, um ein Wörtchen um den Aufstieg mitzureden, zumal die Pagelsdorf-Truppe noch auf den ersten Auswärtssieg wartet. Im Kalenderjahr 2008 gelangen dem FC Hansa nur sechs Pflichtspielsiege. "Es hat den Anschein, als ob die Mannschaft momentan einfach nicht stark genug ist, um oben mitzuspielen. Im Moment sind wir nicht besser als die anderen Mannschaften, die im Tabellenkeller stehen", konstatiert Kapitän Martin Retov.

Zehn Zähler weniger als der derzeitige Zweite aus Kaiserslautern und nur drei Punkte Abstand auf den Relegationsplatz 16 geben dem Dänen Recht. Dennoch will Pagelsdorf das Saisonziel noch nicht korrigieren. "Wir landen am Saisonende ganz oben. Das bedeutet für mich unter den ersten Drei. Aber es wird natürlich ein ganz beschwerlicher Weg", so der Hansa-Coach, der seinen Profis nach der Niederlage bei RWO gleich mal den trainingsfreien Dienstag strich.